Einzelhandel in Berlin und Brandenburg. Verdi fordert 4,5 Prozent mehr Lohn
Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wirtschaft Trotz Krise täglich an der Supermarktkasse: Verdi fordert 4,5 Prozent mehr Lohn
Nachrichten Wirtschaft

Einzelhandel in Berlin und Brandenburg. Verdi fordert 4,5 Prozent mehr Lohn

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:41 04.05.2021
Während der Pandemie hatten Supermärkte starken Zulauf. -
Während der Pandemie hatten Supermärkte starken Zulauf. - Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Anzeige
Potsdam

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fordert für die rund 140.000 Beschäftigten im Berliner und die rund 75.000 Beschäftigten im Brandenburger Einzelhandel ein Lohnplus von 4,5 Prozent. Darauf hat sich die Tarifkommission verständigt. Im Juni soll es die ersten Verhandlungen darüber geben. Die Friedenspflicht würde damit am 1. Juli enden – mit der Möglichkeit für Arbeitsniederlegungen.

Die Verkäuferinnen und Verkäufer hätten in der Pandemie an vorderster Front „den Laden am Laufen“ gehalten, sagte Conny Weißbach, Verhandlungsführerin bei Verdi. Sie bräuchten keine weiteren warmen Worte, sondern eine spürbare Lohnerhöhung. „Das gilt auch für diejenigen, die von Kurzarbeitergeld leben müssen. Gerade diese Kolleginnen brauchen ein kräftiges Plus, um weiterhin mit ihren Familien über die Runden kommen zu können.“

Tarifvertrag soll allgemeinverbindlich werden

Zu den Forderungen der Gewerkschaft zählt außerdem ein monatliches Entgeltplus von 45 Euro sowie ein Mindestlohn von 12,5 Euro pro Stunde. Außerdem sollen die Tarifverträge als allgemeinverbindlich erklärt werden, so dass sie in der gesamten Branche gezahlt werden müssen.

Mit der Forderung nach Allgemeinverbindlichkeit will Verdi nach eigenen Angaben gegen Lohndumping vorgehen. Tarifflucht und ein „gnadenloser Verdrängungswettbewerb“ seien nach wie vor ein großes Problem für die Beschäftigten im Einzelhandel, so Conny Weißbach.

Wachstum ungleich verteilt

Die Umsätze im Einzelhandel in Berlin seien trotz der Pandemie im vergangenen Jahr real um sieben, in Brandenburg um ein Prozent gestiegen. „Dieses Umsatzplus ist keineswegs ausschließlich auf den Versand- und Internethandel zurückzuführen“, erläutert Conny Weißbach.

Allerdings dürfte dieses Plus sehr ungleich verteilt gewesen sein. Viele Geschäfte mussten mehrfach schließen, profitiert hat vor allem der Lebensmittelbereich sowie Apotheken, Drogerien und Baumärkte. Viele Innenstadtgeschäfte leiden unter einer Verlagerung des Konsums ins Internet.

Martin Günther, stellvertretender Landeschef der Linken, unterstützt die Tarifforderungen. Die wortreiche Anerkennung müsse sich auch im Geldbeutel der Beschäftigten widerspiegeln. „Damit die Tariflöhne wirklich auch bei allen ankommen, ist es sinnvoll, dass Verdi die Allgemeinverbindlichkeit auf die Agenda setzt. Dies begrüßen wir ausdrücklich“, sagte er.

Von MAZ-Online