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Wirtschaft Seit 2008 mussten über 8000 Bäcker und Metzger in Deutschland schließen
Nachrichten Wirtschaft Seit 2008 mussten über 8000 Bäcker und Metzger in Deutschland schließen
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08:08 25.01.2019
Berlin

Die Zahl der handwerklichen Bäcker- und Fleischerbetriebe in Deutschland ist in den vergangenen zehn Jahren massiv zurückgegangen. Das geht aus der Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Waren 2008 noch rund 15 337 Bäckereibetriebe bei den Handwerkskammern eingetragen, so sank deren Zahl bis Ende 2017 auf 12 003 - ein Minus von mehr als 20 Prozent. Noch stärker war der Rückgang bei den Fleischereifachbetrieben. Im Jahr 2008 waren bundesweit noch 18 320 dieser Betriebe registriert. Ende 2017 waren es nur noch 13 490. Prozentual entspricht das einem Rückgang um mehr als 25 Prozent.

Die Entwicklung könnte sich in den kommenden Jahren noch einmal verschärfen: Rund ein Drittel der Betriebsinhaber im Fleischer- und Bäckerhandwerk ist mehr als 56 Jahre alt und geht daher in absehbarer Zeit in den Ruhestand. Es fehlt aber an potenziellen Nachfolgern: Laut Wirtschaftsministerium stieg die Zahl der unbesetzten Lehrstellen im Lebensmittelhandwerk zwischen 2014 und 2018 um knapp ein Drittel – auf 57 657.

Grüne fordern Bundesregierung zum Handeln auf

„Die Konzentration im Lebensmittelhandwerk nimmt besorgniserregende Ausmaße an, besonders bei den Bäckern“, sagte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Markus Tressel dem RND. „Das wird sich nicht ändern, solange die Bundesregierung das Lebensmittelhandwerk als ‚Nische‘ in der Ernährungswirtschaft betrachtet.“ Das derzeitige Fördersystem komme insbesondere großen Unternehmen zugute und schaffe diesen Wettbewerbsvorteile. „Damit muss Schluss sein“, forderte der Grünen-Politiker, der Sprecher seiner Fraktion für den ländlichen Raum ist.

„Die Bundesregierung muss die Bedeutung des regionalen Lebensmittelhandwerks für den ländlichen Raum anerkennen und unterstützen“, so Tressel. „Um die handwerkliche Produktion vor allem auch im ländlichen Raum zu stärken, müssen kleine Betriebe von unnötiger Bürokratie entlastet werden“, fügte der Abgeordnete hinzu.

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Von Marina Kormbaki und Andreas Niesmann/RND

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