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Wirtschaft Kein Ersatz für 260.000 Buchungen
Nachrichten Wirtschaft Kein Ersatz für 260.000 Buchungen
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17:54 08.02.2019
Am 5. Februar hat die Germania den Flugbetrieb eingestellt. Quelle: dpa
Berlin

Tausende Reisende bleiben auf den Kosten für ihre bei der insolventen Airline Germania gebuchten Flüge sitzen. Betroffen sind bis Ende Mai 2020 Reisende in 260 .000 Fällen, die direkt bei Germania gebucht hatten. Indes gab es für die fast 1700 Mitarbeiter der Airline einen kleinen Hoffnungsschimmer. Der vorläufige Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg teilte mit, dass er Gespräche mit Interessenten über mögliche Übernahmen führe. Germania hatte am Wochenbeginn einen Insolvenzantrag gestellt und den Flugbetrieb eingestellt.

Nach derzeitiger Rechtslage bekommen Passagiere für Direktbuchungen – anders als etwa Pauschalreisende – keinen Ersatz bei einer Insolvenz der Airline. Seit Tagen gibt es deshalb immer wieder die Forderung nach einer Insolvenzversicherung für Fluggesellschaften.

Rund 20 000 Germania-Passagiere befanden sich zu Insolvenzbeginn an ihrem Zielort – ihre Rückflüge fielen oder fallen aus. Rund ein Drittel von ihnen buchte direkt bei der Airline.

Mehrere Interessenten für die Airline

Der vorläufige Insolvenzverwalter Wienberg sagte: „Unser vorrangiges Ziel ist es, die Fluglinie betriebsbereit zu halten, um die Start- und Lande-Slots behalten zu können.“ Er ergänzte: „Das ist die Grundvoraussetzung für eine Lösung, die den Geschäftsbetrieb erhält.“ Es gebe mehrere Interessenten.

Der Investorenprozess sei inzwischen gestartet worden. Dazu gehört auch die Einrichtung eines Datenraums, in dem die Interessenten genauere Einblicke in die Betriebszahlen der Fluggesellschaft bekommen.

Im Besitz der insolventen Airline war zuletzt keine der 27 Germania-Flugzeuge, alle waren geleast, wie es weiter auf Nachfrage hieß. Alle Maschinen befinden sich demnach in Deutschland.

Um die Fluglinie betriebsbereit zu halten, sei es notwendig, dass die Infrastruktur voll intakt bleibt mit einsatzbereiten Flugzeugen, Crews und Wartungsleistungen, so der Sprecher. Wienberg stehe dazu auch in Kontakt mit dem Luftfahrt-Bundesamt. Die Behörde entzog der Airline nach der Pleite die Fluglizenz.

Betriebsgenehmigung für Techniksparte in Schönefeld

Vom vorläufigen Insolvenzverwalter hieß es weiter, dass es in einem ersten Schritt gelungen sei, die Betriebsgenehmigung der Germania Technik Brandenburg GmbH in Schönefeld (Dahme-Spreewald) aufrecht zu erhalten. Die 178 Mitarbeiter warten die Germania-Flotte, aber auch Flugzeuge anderer Airlines. Dieser Geschäftsbereich ist auch Teil der Insolvenz, genauso wie die Germania Flugdienste GmbH. Das zuständige Bundesamt war auf Nachfrage zunächst nicht erreichbar.

Bislang seien keine Kündigungen der insgesamt fast 1700 Germania-Mitarbeiter – darunter sind rund 400 Piloten und 580 Flugbegleiter – ausgesprochen worden, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter weiter mit.

Von Anna Ringle

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