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Wirtschaft Ermittlungen im Fall Lunapharm: Keine Anklage erhoben
Nachrichten Wirtschaft Ermittlungen im Fall Lunapharm: Keine Anklage erhoben
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13:53 11.07.2019
Der Sitz der Lunapharm GmbH in Blankenfelde-Mahlow. - Quelle: dpa
Potsdam

Ein Jahr nach Bekanntwerden des Skandals um die Verbreitung womöglich unwirksamer Krebsmedikamente aus Griechenland hat die zuständige Staatsanwaltschaft Potsdam noch keine Anklage erhoben. Die Ermittlungen dauerten an, teilte ein Sprecher am Donnerstag auf Anfrage mit. Über den Kreis der Verdächtigen wollte er sich nicht äußern.

Die Behörden gehen dem Verdacht der gewerbsmäßigen Hehlerei und des Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz nach.

Vor einem Jahr hatte das RBB-Magazin Kontraste darüber berichtet, dass Krebsmedikamente in Griechenland aus einem Krankenhaus gestohlen und über ominöse Wege unter anderem nach Deutschland geliefert worden seien. Die Qualität und Wirksamkeit der Medikamente sei nach Einschätzung griechischer Behörden nicht mehr gesichert gewesen, weil möglicherweise die Kühlkette unterbrochen war.

Ministerin Golze trat zurück

Die Waren seien in Deutschland von dem Brandenburger Pharmahändler Lunapharm verbreitet worden. Die Geschäftsführerin Susanne Krautz-Zeitel hatte die Vorwürfe, wissentlich in einen Handel mit gestohlenen Medikamenten verwickelt zu sein, vehement abgestritten.

Der Fall schlug hohe Wellen und kostete Gesundheitsministeirn Diana Golze (Linke) sowie Gesundheitsstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt das Amt. Infolge der Berichterstattung hatte das Land dem Unternehmen die Herstellungsgenehmigung und die Großhandelsgenehmigung für Pharmazeutika entzogen. Dagegen wehrt sich Lunapharm. Das Unternehmen fordert vom Land außerdem Schadenersatz.

Lunapharm-Chefin will sich demnächst äußern

Lunapharm-Chefin Krautz-Zeitel hat nun über Ihren PR-Berater mitteilen lassen, dass sie sich Ende Juli erstmals öffentlich über die Vorwürfe und die Folgen für ihr Unternehmen äußern wolle. Sie war gerichtlich gegen die Berichterstattung des RBB vorgegangen und hatte im Juni vor dem Berliner Kammergericht in Teilen damit Erfolg.

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Der Teil des Berichts, der Lunapharm unter den Verdacht krimineller Machenschaften gestellt habe, sei vorverurteilend gewesen, hatte die Pressekammer in ihrem Urteil Mitte Juni gerügt. Andere Aussagen des Berichts, die sich mit einer möglichen Unwirksamkeit der Krebsmedikamente befassten, seien jedoch zulässig gewesen, weil es sich um Fragen des Patientenwohls gehandelt habe.

Der Rechtsstreit zwischen Lunapharm und dem RBB geht nun in die nächste Instanz. Der RBB habe Berufung gegen das Urteil des Kammergerichts eingelegt, bestätigte Gerichtssprecher Thomas Heymann am Donnerstag. Der Fernsehsender hatte bereits nach dem Urteil angekündigt, in Berufung zu gehen. „Wir sind weiter von der Richtigkeit unserer Recherchen überzeugt“, sagte RBB-Sprecher Justus Demmer.

Von MAZOnline

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