Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wirtschaft Knapp zwei Millionen Arbeitnehmer verdienen weniger als den Mindestlohn
Nachrichten Wirtschaft Knapp zwei Millionen Arbeitnehmer verdienen weniger als den Mindestlohn
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:54 10.07.2019
Auch Gebäudereiniger werden oftmals unter dem Mindestlohn vergütet. Quelle: dpa
Berlin

Viele Unternehmen enthalten offenbar ihren Beschäftigten den gesetzlichen Mindestlohn vor. Insgesamt 1,8 Millionen Arbeitsnehmer erhielten im Jahr 2017 nicht die ihnen zustehenden Mindestvergütung, wie aus einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin hervorgeht, die dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt.

Besonders oft umgangen wurde demnach der Mindestlohn im Gastgewerbe, im Einzelhandel, bei persönlichen Dienstleistungen sowie in der Leih- und Zeitarbeit. Über die Studie hatten die Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe (Mittwoch) zuerst berichtet.

Lesen Sie auch:
Jens Spahn will 14 Euro Mindestlohn in der Pflege

Zu wenig Lohn erhielten laut Studie besonders häufig Frauen, ausländische Beschäftigte, junge Arbeitnehmer bis 24 Jahre, Beschäftigte in Ostdeutschland sowie in Klein- und Kleinstbetrieben. Die Berechnungen basieren auf Zahlen des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) von 2017.

„Der Handlungsbedarf ist enorm“

In Deutschland gilt seit 2015 ein gesetzlicher Mindestlohn, der zunächst bei 8,50 Euro pro Stunde lag. 2017 wurde er auf 8,84 Euro angehoben, im Januar 2019 auf 9,19 Euro pro Stunde.

Um die Einhaltung der Mindestbezahlung besser durchzusetzen, fordern die Wirtschaftsforscher schärfere Kontrollen und Anreize für die Arbeitgeber. „Der Handlungsbedarf ist enorm, denn flächendeckende und intensive Kontrollen des Zolls, der die Einhaltung des Mindestlohns kontrollieren soll, gibt es mangels Personal bisher praktisch nicht“, erklärte Studienautor Carsten Schröder.

Lesen Sie auch:
Ostbeschäftigte arbeiten mehr – und verdienen weniger als Westdeutsche

Mitautorin Alexandra Fedorets schlägt zudem eine „Fair Pay“-Plakette als Zertifikat für Unternehmen vor, die die Arbeitszeit ihrer Beschäftigten nachvollziehbar dokumentieren. „Die Verbraucherinnen und Verbraucher könnten dann mit ihrem Geldbeutel etwas bewegen, da sie sich bewusst dafür entscheiden können, zum Beispiel in Restaurants mit der ‚Fair Pay’-Plakette zu essen.“

Lesen Sie auch:
So prekär sind die Arbeitsbedingungen in der Gastronomie

Von RND/epd/lf

Er hat eine dunkle Vergangenheit, avancierte zum meistverkauften Auto der Welt und die Form ist sowieso einzigartig: Der VW Beetle, der seinen Ursprung im beliebten Käfer findet. Nun läuft das allerletzte Modell des Kultautos vom Band. Ein Rückblick in Bildern.

10.07.2019

Die Deutsche Bank baut um – und kündigt im Zuge dessen zahlreichen Mitarbeitern. Auch Vorstände müssen gehen. Sie können einem Medienbericht zufolge auf millionenschwere Abfindungen hoffen.

09.07.2019

Das Renteneintrittsalter steigt, zugleich wird die frühzeitige Rente mit 63 attraktiver. Wer sich dafür interessiert, sollte allerdings rechtzeitig die richtigen Maßnahmen ergreifen. Eine Übersicht.

09.07.2019