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Wirtschaft Industrie-4.0-Konferenz in Potsdam mahnt zur Innovation
Nachrichten Wirtschaft Industrie-4.0-Konferenz in Potsdam mahnt zur Innovation
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16:38 24.01.2019
Immerhin: Im Innovationszentrum der BTU Cottbus ist Industrie 4.0 schon angekommen. Quelle: MultiMediaZentrum
Potsdam

Auf der Industrie 4.0-Konferenz am Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) gibt es nichts, was es nicht gibt: Digitale Zwillinge von Pressluftgeräten, anhand derer man sofort den Wartungsbedarf erkennt; Armbänder, mit denen man buchstäblich im Handumdrehen Smartphones, Tablets und PC’s bedienen kann und Handys, die Bewegungsmuster erkennen und an Absperrungen den Sensoren mitteilen: „Der Passierende ist tatsächlich mein Besitzer Hanno P. und darf hier durch.“ Offene Türen ohne lästige Passwörter oder Authentifizierung! Nur eines gibt es eben – noch – nicht: Ein vor der Tür liegendes Bundesland, das zur Speerspitze einer digital vernetzten Industrie gehört.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) räumt in seinem Grußwort den Nachholbedarf auch ein: „Es geht um Spreewaldgurke und Glasfaser“, sagt er – und damit auch um viel Geld. Woidke tadelt energisch den Bund, der mit der Versteigerung der 5G-Frequenzen für den Mobilfunk unbedingt Geld verdienen wolle: „Deutschland sollte sich daran gewöhnen, dass wir in die Digitalisierung investieren müssen.“ Regele dies nur der Markt, blieben weiterhin weite Flächen Brandenburgs unerreichbar.

Das bekommt auch das Potsdamer Start-up „Synfioo“ mit schon 15 Mitarbeitern zu spüren. „Wir haben selbst hier in der Stadt manchmal Internetprobleme“, sagt Geschäftsführer Marian Pufahl, dessen Firma Logistik digital begleitet und für das rechtzeitige Ankommen der Ware oder zumindest für Informationen zum Verzug sorgt. Trotzdem würde Pufahl Brandenburg keineswegs abschreiben. Nicht nur dass das Land viel Lebensqualität für Gründer biete, die zumeist auch junge Familien hätten und auf Kitas und Schulen angewiesen seien. Es gäbe auch viel Forschung und mit Berlin ein fast unschlagbares Zentrum der Kreativität. „Synfioo“ selbst habe vor, in diesem Jahr seine Belegschaft zu verdoppeln.

Selbst der Geschäftsführer des in Berlin angesiedelten Unternehmens Lana Labs, Rami-Habib Eid-Sabbagh, würde Brandenburg nicht einfach abschreiben. Lana Lab hat ein System entwickelt, das bereits digitalisierte und komplexe Geschäftsprozesse automatisch analysiert und sofort die Schwachstellen ausfindig macht. Eid-Sabbagh gibt zu, dass bisher kein brandenburgisches Unternehmen seine Dienstleistung in Anspruch nehmen musste. „Aber ich bin sicher, dieses Jahr kommt eines hinzu.“ Mögliche Kandidaten seien zum Beispiel die öffentliche Verwaltung. „Aber es passt auch für jeden Mittelständler, der etwas verbessern will.“ Er sei da sehr zuversichtlich, dass bald auch Brandenburger den Anschluss suchten.

Allerdings sieht der Leiter des in Garching ansässigen Omega-Lambda-Tec, Rene Fassbender, hier noch einiges zu tun: „Gigabits im Netz, leichte Finanzierung von Vorhaben, und günstige Mieten“, gibt er dem für die Digitalisierungsstrategie zuständigen Staatssekretär Thomas Kralinski (SPD) als Hausaufgabe mit auf den Weg. Dann würden auch die Gründer kommen und Brandenburg digitaler werden.

Von Rüdiger Braun

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