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Wirtschaft Brandenburgs Firmen blicken düster in die Zukunft
Nachrichten Wirtschaft Brandenburgs Firmen blicken düster in die Zukunft
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17:49 28.10.2019
Der Mangel an Fachkräften stellt eines der größten Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung der Brandenburger Unternehmen dar. Quelle: Monika Skolimowska/zb/dpa
Potsdam

Nach Jahren anhaltenden Wachstums blicken Brandenburgs Unternehmen skeptischer in die Zukunft. Die Auftragslage ist zwar weiter solide, es mangelt aber zunehmend an Arbeitskräften, sodass die Firmen nicht mehr alle Nachfragen bedienen oder expandieren können.

Das geht aus den Ergebnissen der Konjunkturumfrage hervor, die die drei Industrie- und Handelskammern (IHK) am Montag präsentierten. In Ostbrandenburg haben demnach etwa drei Viertel der Unternehmen Probleme bei der Besetzung von freien Stellen und Ausbildungsplätzen.

Unsicherheiten nehmen zu

„Die Konjunktur in der Region kühlt weiter ab. Erstmals seit 2013 überwiegen negative Erwartungen für das kommende Jahr“, sagte Mario Tobias, Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam. „Die Gründe dafür sind Unsicherheiten im Weltmarkt sowie der Fachkräftemangel“, erklärte er. Der Geschäftsklimaindex der IHK Potsdam, deren Gebiet Westbrandenburg umfasst, sank auf den tiefsten Wert seit sechs Jahren.

Knapp 52 Prozent der befragten Unternehmen berichten zwar weiter von einer guten Auftragslage. Im Frühsommer waren es aber noch 60 Prozent gewesen. Und nur noch 17 Prozent der Firmen gehen davon aus, dass die Geschäfte im kommenden Jahr besser laufen.

In Südbrandenburg, dem Gebiet der IHK Cottbus, sieht sogar weniger als jedes zweite Unternehmen (47 Prozent) noch eine gute Geschäftslage – ein Minus von zwei Prozent gegenüber der Frühjahrsumfrage. Nur in Ostbrandenburg ist der Wert um gut einen Prozentpunkt auf 52,4 Prozent gestiegen.

Mietendeckel in Berlin trübt die Stimmung

Ausgesprochen gut ist die Stimmung immer noch im Baugewerbe. 82 Prozent der Bauunternehmen in Westbrandenburg sprechen von guten Geschäften. Vor einem halben Jahr waren es noch mehr als 90 Prozent. Besonders beunruhigend: Fast jedes vierte Bauunternehmen geht für das kommende Jahr von einem Personalabbau aus. Dies hänge auch mit der aktuellen Diskussion um den geplanten Mietendeckel in Berlin zusammen, der einen Rückgang beim Wohnungsneubau zur Folge haben dürfte, mutmaßt man bei der IHK Potsdam. Viele Brandenburger Betriebe – insbesondere aus dem Speckgürtel – profitierten in den vergangenen Jahren erheblich vom Bauboom in der Hauptstadt.

Lesen Sie auch:Warum die Konjunkturflaute noch nicht auf den Brandenburger Arbeitsmarkt durchschlägt

Eine Rezession befürchtet die Mehrzahl der Brandenburger Firmen aber noch nicht. Das märkische Baugewerbe ist weiterhin mit der aktuellen Geschäftslage insgesamt zufrieden und die Investitionsbereitschaft sei weiter hoch, hieß es bei der IHK Cottbus. „Dies zeigt, es wird ein Abschwung befürchtet, aber keine Krise.“

Fachkräftemangel als größtes Risiko

„Die Unternehmen brauchen deshalb jetzt dringend Wachstumsimpulse, wofür die Politik die Verantwortung trägt“, sagte der Potsdamer IHK-Chef Mario Tobias. „Modernste Infrastrukturen, spürbarer Bürokratieabbau, auf kleine und mittlere Unternehmen zugeschnittene Förderinstrumente und schnelle Verwaltungen müssen von der neuen Landesregierung ambitioniert vorangetrieben werden“, forderte er.

Als größtes Problem sehen die Unternehmen über Branchengrenzen hinweg den Mangel an Fachkräften. IHK-Chef Mario Tobias beklagte in diesem Zusammenhang hohe bürokratische Hürden. Brandenburg müsse die Verwaltungsprozesse bei der gezielten Zuwanderung von Fachkräften und Auszubildenden dringend vereinfachen, forderte er. In Ostbrandenburg bezeichnen fast 75 Prozent der befragten Betriebe den Fachkräftemangel als größten Unsicherheitsfaktor.

Von Torsten Gellner

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