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Wirtschaft Konzern-Umbau betrifft in Berlin 6000 Mitarbeiter
Nachrichten Wirtschaft Konzern-Umbau betrifft in Berlin 6000 Mitarbeiter
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01:15 11.05.2019
Siemens-Facharbeiter montieren im Gasturbinenwerk einen Turbinenläufer. Quelle: Maurizio Gambarini/dpa
Berlin

Fast die Hälfte der Siemens-Beschäftigten in Berlin ist von der geplanten Ausgliederung der kriselnden Kraftwerksparte des Konzerns betroffen. Es gehe um rund 6000 der etwa 12.500 Siemens-Mitarbeiter in der Hauptstadt, sagte am Mittwoch Birgit Dietze, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Berlin.

Zu den Werken, die im Zuge des jüngst angekündigten Konzernumbaus abgespalten werden sollen, zählten in der Hauptstadt in erster Linie das Gasturbinenwerk und Teile des Schaltwerks. Im Osten Deutschlands sind nach Angaben der Gewerkschaft auch die Standorte Erfurt und Görlitz betroffen. In Erfurt sind rund 500, in Görlitz mehr als 900 Menschen bei Siemens beschäftigt. Bundesweit seien fast 20 Standorte mit zusammen deutlich mehr als 20.000 Beschäftigten betroffen.

20.000 Beschäftigte werden in ein neues Unternehmen wechseln

Was heißt betroffen? Konkret bedeutet das zunächst, dass rund 20. 000 jetzige Siemens-Mitarbeiter künftig in Werken arbeiten werden, die dann zu einem neu entstehenden Energieunternehmen gehören. Was konkret mit den Mitarbeitern und Standorten passiert, ist aber noch völlig offen.

Am Dienstagabend hatte der Konzern verkündet, dass er die kriselnde Sparte „Gas und Power“ ausgliedern und bis September kommenden Jahres an die Börse bringen will. An dem neuen Unternehmen will Siemens etwas weniger als 50 Prozent halten. Gesamtbetriebsrat und IG Metall hatten der Abspaltung unter Bedingungen zugestimmt. So soll das neue Unternehmen etwa weiterhin in Deutschland gelistet sein, betriebsbedingte Kündigungen sind laut IG Metall ausgeschlossen. Akut in Gefahr seien die rund 20.000 Jobs nach Einschätzung von Gewerkschafterin Dietze daher nicht.

IG Metall sieht die Pläne positiv

Jürgen Kerner, Hauptkassierer der IG Metall und Aufsichtsratsmitglied der Siemens AG, bewertete die Änderung laut einer Mitteilung insgesamt positiv: „Es entsteht ein Unternehmen, das trotz mancher Unwägbarkeiten insgesamt die besseren Perspektiven für die Beschäftigten bietet.“

Auch Ilko Vehlow von der IG Metall Erfurt nannte diese Lösung in einer Mitteilung eine „deutlich bessere Option, als der Verkauf an etwaige Mitbewerber“ gewesen wäre. Denn deren Ziel wäre aus seiner Sicht vermutlich eine „Marktbereinigung“ gewesen, keine Steigerung der Produktionskapazitäten.

Auch Jan Otto von der IG Metall Ostsachsen, die für den Standort Görlitz zuständig ist, hob am Mittwoch hervor, dass die Kernforderungen der Arbeitnehmervertreter erfüllt worden seien. „Natürlich ist die Zukunft damit weiterhin verdammt herausfordernd.“

Görlitz soll Zentrale für Dampf-Turbinen werden

Erst im Herbst hatte Siemens den Görlitzern zugesagt, den Standort zur weltweiten Siemens-Zentrale für Industriedampfturbinen auszubauen. Konzern-Chef Joe Kaeser betonte am Mittwoch, dass die Vereinbarung auch im neuen Unternehmen weiter Bestand habe.

Am Mittwoch, einen Tag nach der Umbau-Ankündigung, legte der Konzern solide Quartalszahlen vor. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 4 Prozent auf knapp 21 Milliarden Euro, die Auftragslage legte um rund 6 Prozent auf 23,6 Milliarden Euro zu.

Erst vor Kurzem konnte sich Siemens auch einen wichtigen Teilauftrag mit einem Volumen von 700 Millionen Euro im Irak sichern. „So eine Auftragsvergabe gibt immer Hoffnung“, sagte Dietze am Mittwoch. Aber: „Wir sehen seit Jahren, dass der Gaskraftstoffmarkt ein schwieriger Markt ist.“ (dpa)

Von Johanna Uchtmann

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