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Wirtschaft Lausitzer Braunkohle-Gegnerin macht gegen Tillich mobil
Nachrichten Wirtschaft Lausitzer Braunkohle-Gegnerin macht gegen Tillich mobil
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12:58 27.09.2019
Ein Schaufelradbagger arbeitet sich durch den Abraum über dem Kohleflöz im Tagebau Vereinigtes Schleenhain. Für eine mögliche Erweiterung des Tagebaus müsste das Dorf Pödelwitz weichen. Quelle: Jan Woitas/dpa
Potsdam

Der Wechsel von Sachsens Ex-Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) in den Aufsichtsrat des Energiekonzerns Mibrag (steht für „Mitteldeutsche Braukohlengesellschaft“) schlägt weiter Wellen. Eine erst am Mittwoch gestartete Online-Petition gegen diese Berufung unterzeichneten binnen zwei Tagen bereits mehr als 32.000 Menschen.

Die Initiatorin Hannelore Wodtke aus Welzow (Spree-Neiße) fordert darin den Rückzug Tillichs als Aufsichtsratschef. Sie spricht von einem „Korruptionsskandal sondergleichen“. Ähnlich äußerte sich Norman Loeckel von Transparency Deutschland: Die Entscheidung zeuge von "mangelndem politischen Gespür und Anstand". Die Linke in Sachsen betitelte Tillich als „gnadenlosen Kohlelobbyisten", der nun sein Geld bei einem Bergbauunternehmen verdiene. Das habe mehr als "nur ein Geschmäckle".

Stanislaw Tillich während eines des Besuchs in der Grube Niederschlag in Oberwiesenthal (Sachsen) Quelle: Sebastian Kahnert/dpa

Tillich – Ministerpräsident zwischen 2008 und 2017 – war einer der Vorsitzenden in der Kohlekommission, in der auch Wodtke saß – für die vom Abbaggern ihrer Dörfer bedrohten Anwohner in der Lausitz. Die Welzowerin hatte in der Kohlekommission im Januar als Einzige gegen den Abschlussbericht gestimmt, weil die Abbaggerung von Dörfern in Brandenburg, Sachsen und Nordrhein-Westfalen darin nicht ausgeschlossen wurde. Im Einzugsbereich der Mibrag wären davon die sächsischen Dörfer Pödelwitz und Obertitz betroffen.

„Einen Erhalt der Dörfer lehnte Tillich in der Kommission entschieden ab“, betonte Wodtke am Freitag. „Heute sehen wir, für wen Tillich die ganze Zeit Politik machte, nicht für die Menschen, sondern für sich, und für den Kohlekonzern Mibrag. Tillichs Wechsel auf den vermutlich hochdotierten Posten des Aufsichtsratschefs ist für mich ein Betrug an den Bürgerinnen und Bürgern“.

Die Mibrag hatte die Personalie am Dienstag in Leipzig verkündet.

 

 

Von Thorsten Keller

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