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Wirtschaft Mitarbeiterin nach Peking geschickt: IHK will China-Geschäft ankurbeln
Nachrichten Wirtschaft Mitarbeiterin nach Peking geschickt: IHK will China-Geschäft ankurbeln
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00:23 01.04.2019
Olivia Liebert arbeitet für die internationale Abteilung der IHK Potsdam – und bald für drei Wochen in Peking. Quelle: Frank Nürnberg/IHK
Potsdam

Am Freitagabend geht es los. Um 19.25 Uhr fliegt Olivia Liebert an Bord einer Maschine von Hainan Airlines von Berlin-Tegel nach Peking. Vietnam hat sie schon einmal besucht – auf einer privaten Reise im vorigen Jahr. In China war die Mitarbeiterin der IHK Potsdam dagegen noch nie. Und für Sightseeing oder Strandurlaub hat Olivia Liebert in der Volksrepublik auch keine Zeit. Vor ihr liegt in den Wochen bis zum 20. April ein großes Arbeitspensum bei den Kollegen der deutschen Auslandhandelskammer (AHK) in Peking. „Es ist ein Sprung ins kalte Wasser“, sagt Liebert.

Als Referentin im Fachbereich International arbeitet sie erst seit Februar, auf ihrem früheren Posten in der Umweltabteilung der IHK war sie aber regelmäßig mit Wirtschaftsdelegationen im europäischen Ausland und in Israel unterwegs. Während ihres Studiums arbeitete sie in der Elektronik-Firma ihres Vaters mit. Die war stark export-orientiert, mit den Schwerpunkten Asien und Südamerika. „Das hat meinen Blick für die Probleme kleiner und mittelrer Unternehmen (KMU) geschärft“, sagt Liebert.

Mit fast 80 Mitarbeitern, jeweils etwa zur Hälfte Deutsche und Chinesen, gehört Peking zu den größten der 120 AHK-Standorte weltweit. „Das belegt die Wichtigkeit des chinesischen Marktes für deutsche Unternehmen“, so Liebert. Während der Weiterbildung in Peking und in der angrenzenden Region Hebei soll sie sich fit machen, um danach in Potsdam brandenburgische Firmen zu beraten, die sich auf den riesigen Markt im Reich der Mitte wagen wollen. „Mit drei Wochen ist die Zeit dafür allerdings knapp bemessen“, räumt sie ein. Hebei umschließt Peking ähnlich wie Brandenburg Berlin, ist aber ungleich dichter besiedelt: In Chinas Hauptstadtregion leben fast 100 Millionen Menschen.

„Unteres Ende der Skala“

Laut Prognosen für das Jahr 2018 erwarteten die Industrie- und Handelskammern im Brandenburg-China-Geschäft Ausfuhren im Wert von 380 Millionen Euro. Dem standen Importe aus China in Höhe von 866 Millionen gegenüber. Die Auslandsumsatz-Quote brandenburgischer Industrieunternehmen liegt aktuell bei 28 Prozent, bundesweit sind es 48 Prozent.

Im Bundesländer-Vergleich rangiere das Export-Geschäft der Brandenburger Wirtschaft „am unteren Ende der Skala“, erklärt die IHK-Mitarbeiterin. „Viele KMU haben nicht die Kapazitäten, um Auslandsgeschäfte anzubahnen und abzuwickeln. Es fehlt ihnen an Personal und rechtlicher Expertise, etwa über Export- und Zollbestimmungen. Hier möchten wir als IHK Potsdam den Firmen gern beratend zur Seite stehen.“ Es gehe aber auch um interkulturelle Kompetenzen und ein Gespür für die jeweiligen Landessitten. „Bei einem Geschäftsessen in China nach Messer und Gabel zu fragen, kommt zum Beispiel gar nicht gut an.“

Die Expedition nach Peking soll keine Einbahnstraße sein, sondern Auftakt einer Besuchsreihe. Ein chinesischer Mitarbeiter der dortigen Auslandhandelskammer wird später bei der IHK in Potsdam hospitieren. Olivia Liebert hofft, dass ihrer ersten Dienstreise nach China noch ein paar weitere folgen.

Von Thorsten Keller

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