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Wirtschaft Sparkasse MBS zahlt 3,7 Millionen Euro Negativzinsen
Nachrichten Wirtschaft Sparkasse MBS zahlt 3,7 Millionen Euro Negativzinsen
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00:22 21.02.2019
MBS-Vorstandsvorsitzender Andreas Schulz. Quelle: Friedrich Bungert
Potsdam

Die anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) setzt nicht nur Sparer unter Druck: Die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) musste im vergangenen Jahr 3,7 Millionen Euro Negativzinsen an die EZB zahlen, wie der Vorstandsvorsitzende Andreas Schulz am Montag mitteilte. 2017 waren es noch rund 1,4 Millionen Euro, die als sogenanntes „Verwahrentgelt“ an die EU-Bank gingen. Die Sparkasse sei gezwungen, einen Teil ihres Geldes als Liquiditätsreserve sei bei der EZB vorzuhalten, erklärte Schulz. Das ließe sich nicht vermeiden.

Auf die Großeinlagen von Firmenkunden und Kommunen erhebt die MBS seit zwei Jahren ihrerseits Minuszinsen in Höhe von 0,4 Prozent. 2017 nahm sie darüber 187.000 Euro ein. 2018 waren es rund 800.000 Euro. Für Privatkunden seien Negativzinsen aber weiterhin kein Thema, so Schulz. Die MBS sei so gut aufgestellt, dass sie eine langanhaltende Phase der Niedrigzinspolitik verkraften könne, so Schulz.

Schlechteres Betriebsergebnis als 2017

2018 sei angesichts der schwierigen Lage ein durchaus erfolgreiches Geschäftsjahr für die Sparkasse gewesen, die das größte Einzugsgebiet Deutschlands hat. Allerdings fiel das Ergebnis schlechter aus als im Vorjahr. „Die Kombination aus Zinsumfeld, Regulatorik und verändertem Kundenverhalten macht sich nun –mit etwas Verspätung –auch in unserem Betriebsergebnis bemerkbar“, sagte der MBS-Chef.

Das Betriebsergebnis lag bei 172,6 Millionen Euro und damit rund 10 Millionen Euro niedriger als 2017. Dagegen lag die Bilanzsumme, die den Umfang der Bankgeschäfte widerspiegelt, im vergangenen Jahr bei 13,6 Milliarden Euro, was einem Plus des Geschäftsvolumens von 900 Millionen Euro entspricht. Die MBS dürfte damit erneut zu den erfolgreichsten unter den deutschen Sparkassen gehören. 2017 lag sie in der Rangliste der Sparkassen mit der größten Bilanzsumme auf Rang 7.

Mehrere Filialen auf der Streichliste

Allerdings sieht sich die Bank auch zum Sparen gezwungen, und das geht auf Kosten der örtlichen Erreichbarkeit. Ende Januar schloss die MBS unter dem Protest mehrerer Senioren ihre Filiale in Plaue (Brandenburg/Havel). Die Ankündigung hatte, wie so oft, wenn es um Sparkassenschließungen geht, für Aufregung gesorgt. Im Sommer soll auch die Geschäftsstelle in Görzke (Potsdam-Mittelmark) aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werden. Im Havelland stehen mit Tremmen, Paulinenaue und Paaren im Glien drei weitere Standorte auf der Streichliste der MBS. Dabei handelt es sich zum Teil um Filialen, die nur zwei Mal in der Woche geöffnet haben.

„Wir stehen zu unserem Netz an Geschäftsstellen. Unsere Kunden schätzen das. Aber an einigen Standorten müssen wir Geschäftsstellen wegen mangelnder Nachfrage zusammenlegen oder schließen“, erklärte MBS-Vorstand Andreas Schulz.

Kunden möchten Beratung vor Ort

Die Sparkasse führt das auch auf ein verändertes Kundenverhalten zurück. So würden die digitalen Angebote der Bank, sprich das bargeldlose Bezahlen mit dem Smartphone, vor allem aber das Online-Banking, zunehmend beliebter. „Man möchte die Geschäftsstelle weiterhin haben für die direkte Beratung“, sagte Schulz. Das wolle man im Rahmen der Möglichkeiten auch anbieten. „Wir wollen weiterhin in beiden Welten zuhause sein“, sagte er. 2017 unterhielt die MBS in ihrem Geschäftsgebiet 153 Geschäftsstellen, 2018 waren es 150. 2005 gab es 157 Filialen.

Die Bank hat rund 1500 Mitarbeiter. Ihr Geschäftsgebiet erstreckt sich über die Landkreise Dahme-Spreewald, Teltow-Fläming, Potsdam-Mittelmark, Havelland und Oberhavel sowie auf die kreisfreien Städte Potsdam und Brandenburg/Havel.

Wertpapiergeschäft legt deutlich zu

Das Kreditgeschäft der MBS ging im vergangenen Jahr zurück. Neue Kredite in Höhe von 1,04 Milliarden Euro vermittelte die Bank, 2017 waren es noch 1,18 Milliarden Euro gewesen. MBS-Chef Schulz spricht von einem „Sättigungseffekt“, da viele Unternehmen die niedrigen Zinsen der vergangenen Jahre bereits für Investitionen genutzt hätten. Vor allem aber herrsche ein „beinharter Wettbewerb“ unter den Kreditvermittlern. „Da machen wir vieles mit, aber eben auch nicht alles“, so Schulz.

Obwohl das klassische Sparkonto keine Erträge abwirft, ist es weiterhin der Renner bei den Sparkassenkunden. Die Kundeneinlagen summierten sich 2018 nach einem Rekordzuwachs von 660 Millionen Euro auf inzwischen 11,2 Milliarden Euro.

Deutlich zugelegt, aber auf weiterhin niedrigem Niveau, hat das Wertpapiergeschäft. Der Nettoabsatz bei Wertpapieren lag bei 327 Millionen Euro. Das war mehr als doppelt so viel wie im Jahr zuvor. „Wir haben es hier noch mit einem äußerst zarten Pflänzchen zu tun“, sagte MBS-Vorstand Andreas Schulz.

Von Torsten Gellner

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