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Wirtschaft Produktionsausfälle drohten: In Deutschland wurde im Juni der Strom knapp
Nachrichten Wirtschaft Produktionsausfälle drohten: In Deutschland wurde im Juni der Strom knapp
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12:10 02.07.2019
Wie Spiegel Online und FAZ übereinstimmend berichten, herrschten im Juni im deutschen Stromnetz zeitweise chaotische Zustände. Quelle: imago images / Manngold
Hannover

Im Juni im deutschen Stromnetz zeitweise chaotische Zustände, berichten sowohl Spiegel Online als auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). An mehreren Tagen kam es demnach zu einer sogenannten Unterspeisung des Systems – was ein Absinken der Netzfrequenz zur Folge haben kann. Wären deutsche Nachbarländer nicht eingesprungen, hätte das ganze Fabriken lahmlegen können.

Die „starke Unterspeisung“ sei im sogenannten Markt für Regelenergie aufgetreten, sagte ein Sprecher von Netzbetreiber Amprion zu Spiegel Online. Der Markt für Regelenergie dient dazu, kurzfristige Schwankungen bei der Energieversorgung auszugleichen – was notwendig ist, um eine konstante Stromfrequenz aufrecht zu erhalten. Auf diese sind viele Fabriken und andere komplizierte Stromkreise angewiesen, im Krisenfall drohen erhebliche Produktionsausfälle.

„Die Lage war sehr angespannt“

Davon war Deutschland offenbar nicht weit entfernt. Der FAZ gegenüber bestätigten Sprecher der Netzbetreiber: Die Lage war sehr angespannt und konnte nur mit Unterstützung der europäischen Partner gemeistert werden.“

Während Schwankungen im Normalfall vergleichsweise einfach über den Markt für Regelenergie ausgeglichen werden können, versagte das System im Juni zeitweise fast. In ruhigen Zeiten koste die Megawattstunde Regelenergie etwa zehn Euro – an einigen Tagen im Juni sei der Preis auf fast 38 000 Euro hochgeschossen, so Spiegel Online.

Wird Strom jetzt teurer?

Das könnte für Stromkunden unangenehme Folgen haben: Während Netzbetreiber für Regelenergie meist einige tausend Euro täglich ausgeben, waren es im Juni an den betroffenen Tagen bis zu 17 Millionen Euro – was auf die Kunden umgelegt werden dürfte.

Warum es zu den Engpässen kam, ist noch unklar. Die FAZ schreibt, als Grund würden fehlerhafte Wetterprognosen genannt. Spiegel Online berichtet, der Marktteilnehmer Next Kraftwerke vermute hinter den Preisausschlägen das Werk von Spekulanten. Diese hätten Versorgungslücken zunächst bewusst nicht ausgeglichen, um später höhere Preise auf dem Strommarkt zu kassieren.

Untersuchung läuft

Nach Angaben von Spiegel Online wollen sich die Netzbetreiber erst nach einer umfassenden Analyse äußern. Gemeinsam mit der Bundesnetzagentur sollen in sechs bis acht Wochen Ergebnisse vorgestellt werden.

Von RND/Hö

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