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Wirtschaft Streik bei Amazon zur Weihnachtszeit: Das müssen Kunden jetzt wissen
Nachrichten Wirtschaft Streik bei Amazon zur Weihnachtszeit: Das müssen Kunden jetzt wissen
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13:31 17.12.2018
Verdi hat zum Streik gegen Amazon aufgerufen. Quelle: Guido Kirchner/dpa
Hannover

Kurz vor Weihnachten will die Gewerkschaft Verdi mit einem Streik die Logistik von Amazon stören und so den Druck im Streit um bessere Arbeitsbedingungen erhöhen. Nach Gewerkschaftsangaben kann es daher passieren, dass Weihnachtsgeschenke „nicht rechtzeitig ankommen“.

In der Nacht zu Montag hat der Streik an zwei Standorten in Deutschland begonnen. In Leipzig sollen die Mitarbeiter sogar bis Heiligabend streiken und in Werne (Nordrhein-Westfalen) soll bis Dienstagabend nicht gearbeitet werden. Der Streik könnte sich noch auf weitere Standorte ausweiten, so Verdi.

Wo wird gestreikt?

Laut Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat ein mehrtägiger Streik begonnen. Zunächst wurden die Mitarbeiter der Früh- und Spätschicht am Standort Leipzig aufgerufen, bis Heiligabend die Arbeit niederzulegen. Im nordrhein-westfälischen Werne soll bis Dienstagabend gestreikt werden. Der Ausstand könne aber bald auf weitere Standorte ausgedehnt werden, sagte ein Verdi-Sprecher.

Warum streiken Amazon-Mitarbeiter?

Die Gewerkschafter wollen ihre Forderung unterstreichen, die Arbeitsbedingungen tarifvertraglich zu regeln. Verdi fordert Amazon seit mehr als fünf Jahren dazu auf, Tarifverhandlungen analog zum Einzel- und Versandhandel zu führen. Das US-Unternehmen lehnt dies ab. Amazon sieht sich als Logistiker und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende dessen, was in der Logistikbranche üblich sei.

Amazon-Lieferung zu spät: Das kann man tun

Doch was tun, wenn die georderten Geschenke am 24. Dezember nicht unterm Weihnachtsbaum liegen, sondern in einem Logistikzentrum von Amazon festhängen. Kann man eine Entschädigung fordern?

Ist Ihre Amazon-Bestellung mit gesichertem Lieferdatum an Heiligabend tatsächlich noch nicht eingetroffen, sollte zuerst der Kundenservice kontaktiert werden. In der Regel zeigt sich Amazon kulant und bietet in den meisten Fällen eine Entschädigung für den Ausfall der Lieferung an.

Wie diese Entschädigung ausfällt, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Amazon-Kunden berichten von Rabatten auf den gekauften Artikel, Waren-Gutscheinen im Wert von fünf bis zehn Euro oder einer kostenlosen Amazon-Prime-Mitgliedschaft für einen Monat.

Wer ist vom Amazon-Streik betroffen?

Gerade in der Weihnachtszeit kann es auch bei Amazon zu Lieferengpässen kommen. Der Streik von Verdi verschärft die Situation erheblich. Generell gilt, die letzte Amazon-Bestellung zwei Wochen vor Heiligabend zu ordern. Bei ausgefallenen Artikel ist es ratsam, sogar noch früher zu bestellen.

Noch unberechenbarer sind Artikel vom Amazon-Marketplace. Hier bieten Drittanbieter ihre Waren an und setzen dabei auf die Reichweite des Online-Versandhändlers. Anfragen zur Lieferdauer und andere Informationen zum Kauf müssen hierbei direkt beim Anbieter eingeholt werden. Auch Garantie- und Rücknahmeleistungen müssen über den Marketplace-Verkäufer abgewickelt werden.

Bei Problemen mit dem Drittanbieter, wie einem nicht gelieferten Artikel, können Sie sich auch direkt an Amazon wenden. Bei bestimmten Fällen greift hier die A-bis-Z-Garantie des Versandhändlers.

Wird der Streik Wirkung zeigen?

Laut Verdi sind auf bei vergangenen Streikaktionen immer wieder Pakete liegen geblieben. Aber massenhafte Ausfälle gab es nicht. Das Hauptproblem für die Gewerkschaft ist der geringere Organisationsgrad bei Amazon: Nur etwa 30 Prozent der Beschäftigten in den 18 Logistik- und Verteilzentren sind Gewerkschaftsmitglieder.

Das hat damit zu tun, dass viele Angestellte auf ein oder zwei Jahre befristete Jobs haben und fürchten, nicht weiter beschäftigt zu werden, wenn sie streiken. Hinzu kommt, dass zur Weihnachtszeit ohnehin Saisonhilfskräfte in großer Zahl für einige Wochen eingestellt werden, um die enorm hohe Zahl der Bestellungen vor dem Fest abarbeiten zu können.

Außerdem lenkt Amazon Orders zu Standorten im benachbarten Ausland um – insbesondere nach Polen und Tschechien. Ferner kommt zum Tragen, dass die Manager den Streik vor Weihnachten erwartet haben und deshalb Vorkehrungen treffen konnten.

Kommt mein Paket rechtzeitig zu Weihnachten? So können Sie die Lieferung verfolgen

Vergewissern Sie sich, von wo der Artikel geliefert wird, denn Waren aus dem Ausland können unter Umständen länger dauern. Wenn Sie herausfinden wollen wo ihre Bestellung ist, kann das über die Option „Lieferung verfolgen“ gemacht werden. Hier eine Anleitung:

• Öffnen Sie ihre Bestellungen und wählen Sie den Artikel aus.

• Checken Sie die Versandadresse.

• Danach einfach auf den Button Lieferung verfolgen klicken, um weitere Informationen zum Verbleib ihrer Bestellung zu erhalten.

• Dort erhalten Sie die Option, den Verkäufer nach Ihrer Bestellung zu fragen.

• Wählen Sie dazu den Betreff „Wo ist meine Bestellung“ aus.

Hier finden Sie den zuständigen Transportdienst ihres Paketes. Inklusive Kontaktdaten.

Rückgabe verspäteter Amazon-Bestellungen

Alle Artikel, die zwischen dem 1. November und dem 31. Dezember 2018 versandt wurden, können bis einschließlich 31. Januar 2019 zurückgegeben werden. In nachfolgenden Fällen ist Rücksendung der Ware kostenfrei:

• Sie haben einen falschen, beschädigten oder defekten Artikel erhalten

• Sie haben den Kauf innerhalb von 14 Tagen widerrufen und der Preis des Artikels übersteigt den Wert von 40 Euro. Der Wert der Gesamtbestellung zählt nicht.

Bekleidung, Schuhe, Handtaschen, Schmuck oder Uhren fallen unter die 30-tägige Rückgabegarantie und können gratis zurückgesendet werden.

Wichtig: Geschenke, die an Heiligabend wegen einer verspäteten Lieferung nicht unter dem Weihnachtsbaum liegen, können nicht kostenfrei zurückgeschickt werden. Kunden wird ein Pauschalbetrag von 3,50 Euro von der Erstattung abgezogen.

Was verspricht Amazon?

Laut Amazon-Website gelten bei Bestellungen, die bis einschließlich Donnerstag, 20. Dezember, aufgegeben werden, auch beim Standardversand die üblichen Lieferfristen. Diese werden am Ende des Bestellvorgangs angezeigt. Wer am Freitag, 21.Dezember, als sogenannter Prime-Kunde mit schneller Zustellung bestellt, muss keinen Aufschlag zahlen. Ab einem Bestellwert von 20 Euro wird demnach auch noch am selben Tag geliefert, sofern die Ware vorrätig ist. In Berlin und München sollen zum Teil auch noch Bestellungen vom 24. Dezember am selben Tag ausgeliefert werden.

Weihnachtspaket selber verschicken

Wollen Sie selbst Weihnachtsgeschenke verschicken, gilt es verschiedene Fristen zu beachten. Diese variieren je nach Paketdienstleister. Auch die Auslieferung selbst handhaben die Zusteller unterschiedlich: Hermes liefert Pakete noch bis zum 24. Dezember, 16 Uhr, ebenso DHL Express. Grundsätzlich gilt: Für Sendungen innerhalb Deutschlands sollten die Päckchen und Pakete spätestens bis Donnerstag, 20. Dezember, abgegeben werden.

DHL- und Deutsche-Post-Filialen sowie UPS nehmen die Pakete noch bis Freitag, 21. Dezember, an. In DHL-Partner-Filialen und bei GLS gilt Donnerstag, 20. Dezember, als Abgabetag. Bereits am Mittwoch, 19. Dezember, müssen Kunden des DPD ihre Pakete bis 12 Uhr aufgegeben haben. Mehr Tipps zum eigenen Paketversand zu Weihnachten finden Sie hier.

Von RND/ka/fw

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