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Wirtschaft Studie: Klimawandel schädigt das Getreide
Nachrichten Wirtschaft Studie: Klimawandel schädigt das Getreide
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13:29 11.03.2018
Getreideernte in Brandenburg bei Petersdorf, aus der Luft gesehen. Quelle: Patrick Pleul
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Potsdam

Potsdamer Wissenschaftler haben schlechte Nachrichten für den neuen US-Präsidenten Donald Trump, der als Leugner des von Menschen verursachten Klimawandels gilt: Demnach dürfte die Erderwärmung Weizen, Mais und Soja dermaßen schädigen, dass in den USA Ernteverluste bis zu 20 Prozent in den kommenden Jahrzehnten drohen. Das haben Wissenschaftler im Rahmen einer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) koordinierten Studie her­ausgefunden.

Ernteverluste bei Weizen von 20 Prozent

Steigende Temperaturen sind ein Risiko für einige der wichtigsten Getreide. Um besser abzuschätzen, wie die von Treibhausgasen verursachte Erwärmung auf den Anbau besagter Sorten beim zweitgrößten Produzenten weltweit wirkt, hat ein Forscherteam jetzt so umfassend wie noch nie Computer-Simulationen zu Ernten in den USA untersucht. Ergebnis: Werden Emissionen nicht reduziert, sind bis zum Ende des Jahrhunderts Ernteverluste von 20 Prozent bei Weizen möglich. Für jeden einzelnen Tag über 30 Grad Celsius kann der Ernteertrag von Mais und Soja um rund fünf Prozent schrumpfen.

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Wassermangel entscheidender als Hitze

„Wir wissen aus Beobachtungen, dass hohe Temperaturen landwirtschaftliche Nutzpflanzen schädigen können, aber jetzt verstehen wir die Prozesse besser“, sagt der Chef-Autor der Studie, Bernhard Schauberger vom PIK. Weiter konnten die Untersuchungen zeigen, dass vermehrte Wasserzufuhr die Ernteverluste verringern kann. Der Stress durch Wassermangel scheint also der größere Minderungsanteil als die Hitze selbst zu sein.

PIK-Chef Hans Joachim Schellnhuber. Quelle: dpa

PIK-Chef: Populismus als Geschäftsmodell langfristig nicht tragfähig

PIK-Chef Hans Joachim Schellnhuber kritisierte US-Präsident Trump. „Sein Populismus als Geschäftsmodell wird sich langfristig nicht als tragfähig erweisen“, sagte er. Trumps Suche nach Sündenböcken, zu denen er wegen vermuteter wirtschaftlicher Einschränkungen offenbar auch den Klimawandel macht, „sollte internationale Kooperation und die Suche nach Fairness entgegengestellt werden“.

Erst kürzlich hatte die US-Klimabehörde 2016 als das dritte Jahr in Folge mit Temperaturrekorden bezeichnet, die es seit Beginn der Aufzeichnungen gab.

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Von Gerald Dietz

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