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18:18 16.05.2019
So könnte eine Großstadttankstelle im Jahr 2040 aussehen. Quelle: Aral AG/Aral AG/obs
Berlin

Tankstellen in Deutschland könnten sich in den nächsten 20 Jahren einer Studie zufolge neben ihrem Kerngeschäft zu Umsteigeplätzen und Nahversorgungszentren entwickeln. Die am Donnerstag in Berlin vorgestellte Studie des Instituts für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) listet mehrere Szenarien für 2040 auf.

Umstieg vom Privatauto ins Lufttaxi

Pendler könnten zum Beispiel am Rand von städtisch geprägten Regionen an Tankstellen vom privaten Auto umsteigen – ins Lufttaxi oder in autonom fahrende Wagen, bei denen sich mehrere Leute eine Fahrt teilen. In ländlichen Gebieten könnte sich das Lebensmittel-Angebot im Tankstellen-Shop erweitern. Die Studie entstand im Auftrag des Tankstellen-Konzerns Aral.

Die Tankstelle der Zukunft hat auch Zapfstellen für Strom. Quelle: Aral AG/Aral AG/obs

Weitere Details: An Tankstellen in Großstädten könnte es neben der klassischen Zapfsäule für Benzin und Diesel auch Ladestationen für die Akkus von Elektroautos geben, die binnen Minuten aufgeladen werden könnten. Auch Fahrer von Elektro-Tretrollern oder Elektro-Fahrrädern könnten ihre Akkus an Batteriewechselautomaten tauschen. Zudem würden Tankstellen in Stadt und Land verstärkt Paketstationen integrieren.

Einkäufe können an der Tanke erledigt und Pakete abgeholt werden. Quelle: Aral AG/Aral AG/obs

Die Macher der Studie gehen davon aus, dass trotz eines erwarteten Bevölkerungsrückgangs die Zahl der gefahrenen Kilometer auf der Straße zunehmen wird. 2040 könnten Autos und Nutzfahrzeuge rund 900 Milliarden Kilometer zurücklegen. Laut Kraftfahrt-Bundesamt waren es 2017 bei allen in Deutschland zugelassenen Kraftfahrzeugen fast 733 Milliarden Kilometer.

Die Direktorin des DLR-Instituts für Verkehrsforschung, Barbara Lenz, betonte, dass man in 20 Jahren bis ins hohe Alter mobil sein werde. „Außerdem tragen neue Mobilitätsangebote und der wachsende Online-Handel zur zunehmenden Fahrleistung bei.“

Windräder liefern den Strom für die E-Mobile. Quelle: Aral AG/Aral AG/obs

Der Zentralverband des Tankstellengewerbes kommt zu einer ähnlichen Einschätzung, was die Zukunft der Tankstellen angeht. Sie bleiben Mobilitätszentren – künftig mit einem breiteren Angebot für die verschiedenen Antriebsarten. Bistro-Angebote, Paket- und Postdienste und bei entsprechender Grundstücksgröße auch Carsharing-Angebote könnten ausgebaut werden. Der Verband rechnet zugleich damit, dass die Zahl der Tankstellen in den nächsten Jahren weiter leicht zurückgehen wird. Laut Mineralölwirtschaftsverband gab es Anfang des Jahres 14.459 Tankstellen. 2010 waren es demnach noch 14.785.

Von Anna Ringle

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