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Wirtschaft VBB will Ticketpreise erhöhen – für Pendler wird es besonders teuer
Nachrichten Wirtschaft VBB will Ticketpreise erhöhen – für Pendler wird es besonders teuer
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17:02 25.09.2019
Die Preise für Busse und Bahnen im Nahverkehr sollen steigen. Quelle: dpa
Potsdam

Die Ticketpreise für Busse und Bahnen im Verkehrsverbund Berlin Brandenburg (VBB) werden teurer. Das berichtet die „B.Z.“ Dem Bericht zufolge sollen die Preise im öffentlichen Nahverkehr um durchschnittlich 3,4 Prozent steigen. Zum Fahrplanwechsel im Dezember könnten die neuen Preise gelten, hieß es. Am Donnerstag soll sich der Aufsichtsrat mit dem Thema beschäftigen. Ein Grund für die Preissteigerung sind die gestiegenen Personalkosten. Es wird für Bus- und Bahnunternehmen immer schwerer, Fahrer zu finden.

Im Bereich AB soll ein Einzelticket künftig 2,90 Euro statt 2,80 Euro kosten. Das ABC-Einzelticket würde um 20 Cent auf 3,60 Euro steigen. Deutlich teurer würden Tageskarten, die im AB-Bereich 8,60 statt 7 Euro, im Gebiet ABC von 7,70 auf 9,60 steigen würden. Die Monatskarte AB soll 84 Euro kosten, das wären drei Euro mehr als bisher. Die ABC-Monatskarte läge künftig bei 104 Euro – ein Plus von 3,50 Euro.

Für Umland-Pendler wird es besonders teuer

Während das Jahresabo im AB-Bereich künftig unverändert bei 761 Euro (bei einer monatlichen Abbuchung) beziehungsweise 728 Euro (jährliche Abbuchung) liegt, wird es für Einpendler, die den ABC-Bereich nutzen wollen, deutlich teurer. Bei jährlicher Abbuchung steigt der Preis von 961 auf 978 Euro, bei monatlicher Abrechnung von 992 auf 1008 Euro. Die Schallmauer von 1000 Euro wäre damit also durchbrochen. Die gute Nachricht für Senioren: Das Seniorenticket 65plus für das gesamte VBB-Gebiet bleibt voraussichtlich unverändert bei 593 Euro (bei jährlicher Abbuchung) beziehungsweise 612 Euro (bei monatlicher Abbuchung).

Wenn der Aufsichtsrat zustimmt, werden auch die Fahrpreise in den einzelnen Landkreisen und kreisfreien Städten steigen. Wie das für die einzelnen Produkte der mehr als 30 Mitgliedsunternehmen im VBB ausfällt, ist unklar.

Walter (Linke) fordert Verschiebung der Erhöhung

Scharfe Kritik an der Erhöhung kam von Seiten der Brandenburger Linken. Der Fraktionsvorsitzende Sebastian Walter forderte eine Verschiebung der für morgen im Aufsichtsrat geplanten Preiserhöhung, bis die Koalitionsverhandlungen in Brandenburg abgeschlossen sind und eine neue Regierung im Amt ist. „Wir müssen verhindern, dass Pendlerinnen und Pendler zur Kasse gebeten. Denn Preiserhöhungen sind kein Anreiz, damit mehr Menschen das Auto stehen lassen“, sagte Walter. Eine Preiserhöhung im VBB sei ein kontraproduktives Signal in der Klimadebatte und kein Beitrag zur Stärkung nachhaltiger Mobilität, so Walter.

Berlin und Brandenburg müssen sich dringend über ein anderes Tarifsystem verständigen“, erklärte er. Dazu gehöre die Einführung des 365 Euro-Tickets für alle. Dies hätten SPD, Grüne und Linke in den Sondierungsgesprächen befürwortet. Aber auch in den Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Grünen und CDU wird ein solches Ticket Thema sein. Die Parteien hatten sich vergangene Woche darauf verständigt, dass die Einführung eines solchen Tickets in Brandenburg geprüft wird.

Land als Modellregion für 365-Euro-Ticket?

Die Grünen wollen sich laut Fraktionschef Axel Vogel dafür einsetzen, dass das Land Modellregion für ein sogenanntes 365-Euro-Ticket wird. Im Rahmen des Klimapakets will die Bundesregierung in zehn Modellregionen ein solches Ticket einführen, mit dem Fahrgäste über ein Jahresabo den Nahverkehr für einen Euro am Tag nutzen können. In den Koalitionsverhandlungen soll geprüft werden, „ob die Möglichkeit besteht, Brandenburg zu einer dieser Modellregionen zu machen“.

Kostenlosen Nahverkehr im ganzen Land halten die Grünen derzeit nicht für möglich. Zunächst müsse dafür gesorgt werden, dass auch „rollendes Material beschäftigt wird“, hatte Vogel am Dienstag gesagt: Busfahrer, Straßenbahnfahrer und Lokomotivführer. Aber: „Wenn der Bund massiv in die Finanzierung eingreift ist das natürlich eine andere Geschichte als wenn das Land Brandenburg das alleine stemmen soll.“

Von MAZOnline

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