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Wirtschaft Die Lebensverhältnisse in Deutschland klaffen auseinander
Nachrichten Wirtschaft Die Lebensverhältnisse in Deutschland klaffen auseinander
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15:31 30.04.2019
Ein Straßenzug im Stadtteil Hochfeld in Duisburg – einer der Regionen, die vom Strukturwandel des Ruhrgebiets besonders hart getroffen wurden. Quelle: dpa
Dortmund

Auch Wirtschaftswachstum und höhere Beschäftigungszahlen haben einer Studie zufolge „deutliche Gräben zwischen reichen und ärmeren Regionen“ nicht abgebaut. Die Abstände zwischen dynamischen und benachteiligten Regionen in Deutschland hätten sich sogar noch verfestigt.

Zu diesem Ergebnis kommt eine am Dienstag veröffentlichte Untersuchung des Instituts für Landes- und Stadtentwicklungsforschung im Auftrag der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung. Anhand von Kriterien etwa aus den Bereichen Arbeitsmarkt und Beschäftigung, Bildungschancen oder Wohlstand und Gesundheit unterteilten die Autoren die bundesweit gut 400 Städte und Landkreise in fünf Raumtypen.

Osten und Ruhrgebiet verlieren

Demnach kommt der jüngste Boom längst nicht bei allen Deutschen an. Laut Untersuchung leben 13,6 Millionen Menschen in „ländlich geprägten Räumen in dauerhafter Strukturkrise“ - vor allem im Osten - oder in „städtisch geprägten Regionen im andauernden Strukturwandel“, besonders im Ruhrgebiet.

Der Großteil der Deutschen lebt allerdings unter besseren Umständen: Rund 40 Prozent der Bevölkerung – das sind 32,8 Millionen Einwohner – leben der Studie zufolge in Regionen, in denen „solide durchschnittliche Lebensverhältnisse“ dominieren.

In „dynamischen Groß- und Mittelstädten“ sowie im „starken Umland“ leben 44 Prozent der Bevölkerung (36,4 Millionen Einwohner). Diese „Wohlstandregionen“ hätten ihre Schwerpunkte im Süden, punktuell im Westen und Norden sowie in Berlin.

Städte boomen

Allerdings herrsche dort mancherorts Exklusionsgefahr: Einkommensschwache Familien seien vor allem wegen steigender Wohnungskosten zunehmend sozial benachteiligt, und auch Haushalte mit mittlerem Einkommen sehen die Autoren bedroht.

Das Fazit der Autoren: Einzelne Städte boomen, ganze Regionen drohen allerdings abgehängt zu werden. Angst vor Abstieg in wirtschaftlich schwachen oder gefährdeten Regionen lasse das Vertrauen in die Politik schwinden. Vor allem sei es dort trotz guter Ansätze nicht gelungen, für die Breite der Gesellschaft neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Von wahl