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Wirtschaft Vorsicht vor Fontane: Markenrechtsverletzungen drohen
Nachrichten Wirtschaft Vorsicht vor Fontane: Markenrechtsverletzungen drohen
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16:03 28.03.2019
Den großen Dichter gibt es auch als kleines Spielzeug. Quelle: Bernd Settnik/dpa
Potsdam

Brandenburgs Unternehmen sollen beim Werben mit dem märkischen Dichter Theodor Fontane nicht zu voreilig sein. Sie könnten nämlich gegen das Marken- oder Urheberrecht verstoßen, warnt die Rechtsexpertin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam, Susanne Weitkamp. „Unternehmen, die den 200. Geburtstag des großen Realisten und Autoren für Werbezwecke nutzen wollen, sollten vorher prüfen, ob die geplanten Werbemaßnahmen nicht gegen das Marken- oder Urheberrecht verstoßen“, sagte Weitkamp am Donnerstag.

Demnach lauern einige Stolperfallen. Zwar seien viele historische Bilder des vor 200 Jahren geborenen Dichters längst gemeinfrei, da die Schutzfrist 70 Jahre nach dem Tod in der Regel abläuft. Allerdings gilt das nicht für kreativ bearbeitete Fontane-Bilder, die von Dritten erstellt wurden. Für den Gebrauch derartiger Modifikationen müsste vorher beim Urheber die Erlaubnis zur Nutzung eingeholt werden, hieß es.

Fontane Rose ist schon geschützt

Wer mit dem Namen des Dichters werben will, sollte sich außerdem vorher im Markenregister des Deutschen Patent- und Markenamts schlau machen, bevor er eine kostenintensive Kampagne startet. Der Name Theodor Fontane ist markenrechtlich nicht geschützt. Wohl aber gibt es eingetragene Wortmarken, wie etwa die 2018 geschützte „Theodor Fontane Rose“, die im Zuge der Wittstocker Landesgartenschau im Mai getauft werden soll.

Vor der Vermarktung eines „Theodor-Fontane-Birnen-Cocktails“ beispielsweise, so heißt es bei der IHK, sei es ratsam zu prüfen, ob die Wortmarke nicht schon gesichert ist. Gradmesser im Markenrecht sei die Verwechslungsgefahr: Gibt es kein ähnliches Produkt, kann die Kreation unter der Bezeichnung vertrieben oder geschützt werden, um sich vor Nachahmern abzusichern. Im Falle des Birnen-Cocktails wäre das laut aktuellem Registerauszug noch möglich.

Von Torsten Gellner

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