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Wirtschaft Windkraft-Krise: Deutsche Industrie schlägt Alarm
Nachrichten Wirtschaft Windkraft-Krise: Deutsche Industrie schlägt Alarm
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13:54 28.08.2019
Windkraftanlagen in Ketzin (Havelland). Quelle: Picasa
Berlin

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht wegen der Krise beim Ausbau der Windkraft an Land deutsche Klimaziele in Gefahr. Er warnt zudem vor Belastungen für die Wirtschaft. Es müsse dringend gegengesteuert werden, sagte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks.

Der Ausbau der Windkraft an Land war im ersten Halbjahr in Deutschland fast zum Erliegen gekommen, auch in Brandenburg. Laut Bundesverband Windenergie wurden in Brandenburg in diesem Jahr bislang nur acht neue Windräder aufgestellt. Zum Vergleich: 2016, im Jahr des größten Zubaus, gingen in Brandenburg 204 Windräder neu ans Netz, 2018 waren es noch 88 Anlagen. „Mit diesem Tempo kann die Bundesregierung ihre selbstgesteckten Ziele beim Klimaschutz und bei erneuerbaren Energien nicht erreichen“, kritisierte Dercks. Der DIHK forderte die Bundesregierung unter anderem auf, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen.

Im Zuge der Energiewende sollen Kohle, Gas und Atomkraft durch erneuerbare Energieträger ersetzt werden. Bis 2022 wird das letzte Kernkraftwerk abgeschaltet sein, bis 2038 ist der Kohleausstieg geplant. Der Ökostrom-Anteil soll bis 2030 auf 65 Prozent steigen – im ersten Halbjahr 2019 lag der Beitrag zur Deckung des Stromverbrauchs nach Zahlen des Energieverbandes BDEW bei 44 Prozent.

Sorge um die Produktionssicherheit

Um die Ziele zu erreichen, sei ein zehnmal höherer Zubau von Windanlagen an Land nötig als im ersten Halbjahr, so Dercks. Es sei Eile geboten. Die Unternehmen seien vom „Schneckentempo“ beim Ausbau der Windkraft direkt betroffen.

Deutschland steige bis 2022 aus der Kernenergie aus und plane bis 2038 den Kohleausstieg. Der Strom müsse dann aus anderen Quellen kommen. Versorgungssicherheit sei für alle Unternehmen entscheidend. Bereits kurze Unterbrechungen könnten die Produktion empfindlich stören oder komplett lahmlegen. Am 5. September plant Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) ein Krisentreffen zur Windkraft.

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