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Wirtschaft Wird Bombardier von Alstom geschluckt?
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18:45 13.02.2020
Produktionshalle von Bombardier im sächsischen Bautzen. Quelle: imago/ Rainer Weisflog
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Potsdam

Medienberichte und Marktspekulationen über einen angeblichen Verkauf des Eisenbahngeschäfts an den französischen Bahntechnikhersteller Alstom haben dem Bombardier-Konzern kräftig Auftrieb an der Börse gegeben. Die Aktien des kanadischen Unternehmens legten in Toronto am Mittwoch zeitweise um mehr als acht Prozent zu.

Nach Informationen des „Handelsblatts“ will Alstom für sieben Milliarden Euro das gesamte Eisenbahngeschäft der Kanadier übernehmen. Sprecher von Bombardier und Alstom sagten, dass sie Marktgerüchte nicht kommentieren würden.

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Bei der Bilanz-Pressekonferenz des kanadischen Zug- und Flugzeugbauers in Montreal spielte das Übernahme-Gerücht am Donnerstag keine Rolle. Die BombardieräGeschäftsführung ging nicht auf die entsprechenden Spekulationen ein. Das kriselnde Unternehmen schloss das vergangene Geschäftsjahr mit tiefroten Zahlen ab. Im vierten Quartal lag das Betriebsergebnis mit 1,7 Milliarden Dollar (1,6 Mrd Euro) im Minus. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte es noch einen Gewinn von 342 Millionen Dollar gegeben.

Eisenbahnsparte kriselt

Ein Grund für den starken Rückgang sind unter anderem hohe Kosten im europäischen Eisenbahngeschäft. Das dürfte die Gerüchteküche weiter beflügeln.

Durch den Zusammenschluss von Alstom und Bombardier entstünde ein Eisenbahntechnik-Gigant mit etwa 15 Milliarden Euro Umsatz. Zuvor hatte bereits der Finanzdienst Bloomberg über Gespräche zwischen den Konzernen berichtet.

Eine derartige Transaktion könnte auch auf Widerstand der Kartellbehörden stoßen. Alstom war erst vor einem Jahr an Bedenken der europäischen Wettbewerbskommission mit dem Versuch gescheitert, mit Siemens Mobility zu fusionieren.

Wichtiger Arbeitgeber in Oberhavel

Die franko-kanadische Mega-Fusion könnte auch Auswirkungen auf den Bombardier-Standort in Hennigsdorf (Oberhavel) haben. Derzeit arbeiten dort 2700 Beschäftigte. Im Laufe des Jahres sollen 400 Jobs abgebaut werden – dies war aber schon länger bekannt und steht nicht in direktem Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf. Der Betriebsrat in Hennigsdorf pochte gegenüber der MAZ auf den Erhalt des Standorts.

2700 Menschen arbeiten bei Bombardier in Obverhavel. Quelle: Marco Paetzel

Bombardier Transportation hat nach Angaben des Unternehmens 40.650 Beschäftigte, Hauptsitz der Sparte ist Berlin. Insgesamt hat der Bombardier-Konzern, dessen zweites Standbein der Flugzeugbau ist, mehr als 68.000 Mitarbeiter. Alstom beschäftigt mehr als 36.000 Mitarbeiter in 60 Ländern.

Beim Jet-Projekt den Abflug gemacht

Unterdessen wurde bekannt, dass Bombardier angesichts großer Finanznot aus seinem letzten großen Flugzeugprogramm aussteigt. Der europäische Airbus-Konzern und die kanadische Provinz Québec übernehmen Bombardiers verbliebenen Anteil an den Gemeinschaftsunternehmen für den Kurz- und Mittelstreckenjet A220, wie Airbus am Donnerstag in Toulouse mitteilte.

Bombardier streicht dafür umgerechnet 543 Millionen Euro ein. Der Airbus-Anteil steigt damit von gut 50 auf 75 Prozent.

Von MAZonline/tk

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