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Wirtschaft regional Eine Genossenschaft als letzte Chance für das Neue Deutschland
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Genossenschaft will Zeitung Neues Deutschland retten - Umbenennung in nd

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12:57 31.12.2021
Verlagsleiter Rouzbeh Taheri. Im neuen Jahr wird die „sozialistische Tageszeitung“ von einer Genossenschaft herausgegeben.
Verlagsleiter Rouzbeh Taheri. Im neuen Jahr wird die „sozialistische Tageszeitung“ von einer Genossenschaft herausgegeben. Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa
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Berlin

Nach dem Rückzug der Gesellschafter stellt sich die linke Tageszeitung „Neues Deutschland“ in Berlin neu auf. Ab 1. Januar 2002 wird das Blatt von einer Genossenschaft herausgegeben und der Zeitungsname lautet dann auch offiziell „nd“, wie der Verlagsleiter und geschäftsführender Vorstand der neuen nd.Genossenschaft, Rouzbeh Taheri, sagte.

Die Zeitung gehört nun den Lesern und Mitarbeitern

Im Sommer hatten Mitarbeiter des Blattes die Genossenschaft auf den Weg gebracht. Mit der neuen Existenzform gehört die Zeitung Belegschaft sowie Leserinnen und Lesern.

Zuvor hatte die Linkspartei als Mitgesellschafterin eine Veränderung der Eigentümerstruktur geprüft. Linken-Bundesschatzmeister Harald Wolf hatte im Februar rückläufige Abonnentenzahlen und die Notwendigkeit einer Neuaufstellung auch vor dem Hintergrund der Digitalisierung als Gründe angegeben. Er hatte auch betont, man müsse diskutieren, ob eine Partei als Gesellschafterin ein Hindernis sei, wenn die Zeitung, ungeachtet der redaktionellen Unabhängigkeit, von vielen als Parteizeitung betrachtet werde. Auch die zweite Gesellschafterin, die Communio Beteiligungsgenossenschaft eG, hatte sich bei dem angestoßenen Prozess beteiligt.

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Das Blatt erschien erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 und war in der DDR eine Zeitung der Staatspartei SED. Die verkaufte Auflage lag im dritten Quartal dieses Jahres laut IVW-Angaben bei 17.005 Stück. Die Zahlen sind rückläufig.

Der SED allzeit treu ergeben: Titelseite des Neuen Deutschland aus dem Jahr 1986 Quelle: Archiv

Taheri sagte über die wirtschaftliche Lage, mittlerweile gebe es rund 800 gezeichnete Genossenschaftsanteile. „Wir haben damit die Kapitalbasis, um unsere Arbeit fortzusetzen.“ Derzeit schreibe das Blatt rote Zahlen. „Drei Jahre haben wir Zeit, in dieser Zeit bekommen wir auch Unterstützung der bisherigen Gesellschafter und wir wollen eine solide finanzielle Basis für die Arbeit der Zeitung schaffen“, betonte Taheri, der auch Mitinitiator des Volksentscheids „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ in der Hauptstadt war.

Bezahlschranke für das Digitalangebot ist nicht geplant

Die Zeitung soll auch in Zukunft gedruckt erscheinen. Auf der Webseite ist zudem derzeit keine Bezahlschranke für digitale Artikel vorgesehen, wie Taheri erläuterte. „Wir denken nicht an eine Paywall, sondern an ein freiwilliges Bezahlmodell.“ In den letzten Monaten sei dies bereits eingeführt worden. „Wir wollen das zu einer richtigen Säule unserer Einnahmen aufbauen.“ Ein freiwilliges Bezahlmodell ist in deutschen Medienhäusern selten, die linke Berliner Tageszeitung „taz“ hat es zum Beispiel aber auch. Taheri sagte: „Wir wollen weiterhin „nd“ frei verfügbar im Netz anbieten.“

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Über die personelle Lage in dem Medienhaus sagte er, im Laufe der Umwandlung in eine Genossenschaft habe es Personalkürzungen im Verwaltungsbereich gegeben, im redaktionellen Bereich nicht. „In der Redaktion sind circa 70 Stellen vorhanden, die leider nicht alle besetzt sind. Wir werden sechs bis sieben Personen neu einstellen.“

Von MAZonline