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Wirtschaft regional Landkreis Dahme-Spreewald erteilt Freigabe: Flughafen BER ist offiziell fertig
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17:52 05.05.2020
Der BER ist offiziell fertig. Quelle: dpa
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Schönefeld

Nach 14 Jahren Bauzeit ist das Fluggastterminal des BER von der Bauaufsichtsbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald abgenommen worden – und damit offiziell fertig. Das teilte der Landkreis am Dienstag mit. Damit stehe einer Nutzung mit der geplanten Inbetriebnahme des Flughafens BER am 31. Oktober bauordnungsrechtlich nichts mehr im Wege.

Die erteilte Nutzungsfreigabe sei ein Meilenstein für die Eröffnung des BER. „Bis zur endgültigen Freigabe durch die Baubehörde war es ein langer, schwieriger Weg. Die harte Arbeit der letzten drei Jahre war am Ende erfolgreich“, sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup. Die Eröffnung des BER könne in diesen Zeiten ein Signal dafür werden, „dass es in der Hauptstadtregion wieder aufwärts geht und die Wirtschaft wieder auf die Füße kommt“.

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Woidke: hervorragende Nachricht

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte: „Das ist heute eine hervorragende Nachricht. Jetzt gibt es grünes Licht für den BER. Er wird zum 31. Oktober starten können.“ Es gehe jetzt darum, die nächsten Schritte zur Eröffnung wie etwa den Testbetrieb, zügig anzugehen. „Ich bin sicher, dass auch das zu schaffen ist.“

„Es freut mich sehr, dass die Großbaustelle Fluggastterminal nach den jahrelangen Bauarbeiten endlich zu einem Abschluss gebracht wird und die bautechnischen Nachweise für eine bertriebssichere Nutzung vorliegen“, sagte die zuständige Baubeigeordnete des Landkreises, Heike Zettwitz.

Lesens Sie auch:Wie die Corona-Krise bei der Eröffnung des BER hilft

Die Flughafengesellschaft FBB könne nun in die Vorbereitungen des Testbetriebs einsteigen, der parallel zu einigen noch laufenden Restbauarbeiten durchgeführt wird. Auch müssten noch einige kleinere Baumängel beseitigt werden, die aber nicht als eröffnungskritisch angesehen werden. Bei dem sogenannten Orat-Programm sollten eigentlich bis zu 20.000 Komparsen den BER auf Herz und Nieren testen, Check-In, Gepäckaufgabe, Boarding und Ankunft testen. Doch wegen der Corona-Epidemie wird dieser Probebetrieb vermutlich deutlich abgespeckter ausfallen. Das hatte BER-Chef Lütke Daldrup bereits angekündigt. Eine erste für Ende April geplante Übung wurde bereits verschoben.

Landrat macht sich ein Bier auf

Im Terminal wird derzeit noch der sogenannte Marktplatz für die Mieter ausgebaut, wo sich Geschäfte, Restaurants und eine Lounge befinden. Als Formsache gilt die luftfahrtrechtliche Genehmigung durch die Gemeinsame Obere Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg.

Landrat Stephan Loge (SPD) zeigte sich in einer ersten Stellungnahme gegenüber der MAZ erleichtert, dass das von diversen Pannen begleitete Bauprojekt nun erfolgreich zu Ende gebracht werden konnte. „14 Jahre Bauzeit – da mache ich mir heute Abend ein Bier auf“, sagte er. Loge hatte sich vor wenigen Tagen im MAZ-Interview zuversichtlich gezeigt, dass das Flughafenprojekt die wichtigsten Hürden genommen habe.

Monatelange Bauabnahme

Flughafenchef Lütke Daldrup hatte sich vorige Woche im Brandenburger Landtag ähnlich zuversichtlich geäußert. „Die Inbetriebnahme ist noch nie so sicher gewesen wie heute“, hatte er gesagt. Zuvor hatten die Sachverständigen des Tüv Rheinland alle nötigen Bescheinigungen vorgelegt, und die letzten Unterlagen hatten an die Baubehörde übergeben werden können. Die Bauabnahme war ein monatelanger Prozess. Die ersten Unterlagen waren bereits im vergangenen Spätsommer übergeben worden.

Eine Eröffnungsparty hatte Lütke Daldrup angesichts der vielen Bauprobleme, der mehrfach verschobenen Eröffnung und der Kostensteigerung ausgeschlossen.

Aufsichtsrat entscheidet über Tegel

Am Mittwoch kommt der Aufsichtsrat zu einer Telefonschalte zusammen. Dabei will Lütke Daldrup erneut dafür werben, den Flughafen Tegel vorübergehend vom Netz zu nehmen. Wegen der Corona-Krise ist der Luftverkehr eingebrochen. Pro Monat würde ein Verlust von rund sieben Millionen Euro entstehen, argumentiert der Flughafenchef.

Von Oliver Fischer und Torsten Gellner