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Wirtschaft Xavier zerstörte ein Viertel der Jahres-Holzernte
Nachrichten Wirtschaft Xavier zerstörte ein Viertel der Jahres-Holzernte
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17:31 11.10.2017
Spaziergänger sollten den Wald mit äußerster Vorsicht genießen.
Spaziergänger sollten den Wald mit äußerster Vorsicht genießen. Quelle: ZB
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Potsdam

Der Herbststurm Xavier hat in Brandenburgs Wäldern nach einer ersten Schätzung Bäume im Wert von rund 48 Millionen Euro gefällt. Die umgeworfene oder abgebrochene Holzmenge betrage schätzungsweise eine Million Festmeter, das entspreche der Holzmenge von bis zu zwei Millionen Bäumen, teilte das Umweltministerium am Mittwoch mit. Beschädigt wurden demnach noch deutlich mehr Pflanzen. In Brandenburgs Wäldern stehen laut der jüngsten Waldinventur 808 Millionen Bäume.

Im ganzen Land entwurzelte Bäume, hunderte zerstörte Autos, viele beschädigte Straßen und Wege: Sturmtief „Xavier“ hat am 5. Oktober auch in Brandenburg gewütet. Wir zeigen die Bilder der Verwüstung.

In einem normalen Wirtschaftsjahr werden in den 1,1 Millionen Hektar märkischen Waldes etwa 4,5 Millionen Festmeter geerntet. Durch den Sturm wurde damit fast ein Viertel der Jahreseinschlagmenge umgeworfen. Spürbare Auswirkungen auf den Holzpreis werde das Unwetter jedoch keine haben, wie Carsten Leßner, Forstreferent im Ministerium, auf Anfrage erklärte. Das umgeworfene Holz müsse nun Stück für Stück abgearbeitet werden, so dass keine Marktschwemme zu erwarten sei. Problematisch seien aber gebrochene Stämme, da das Holz nicht mehr für die hochwertige Möbelproduktion verkauft, sondern nur noch zu Pressspan verarbeitet werden könne.

Das Ministerium warnte die Bürger weiter davor, in die Wälder zu gehen, bevor die Aufräumarbeiten abgeschlossen sind. „Ein Blick nach oben, um zu schauen ob herabhängende Äste oder hängende Bäume gefährlich werden können, ist in den nächsten Wochen bei Spaziergängen anzuraten“, hieß es. Der Boden sei von den vielen Regenfällen aufgeweicht, daher könnten weitere Bäume umstürzen. Außerdem gestalte sich das Aufarbeiten der Schäden extrem schwierig, da die Wege teilweise noch versperrt seien und umgeknickte Bäume häufig unter Spannung stünden.

Das Aufräumen wird dem Ministerium zufolge noch Wochen dauern. In zwei bis drei Wochen sollen dann konkrete Zahlen zu den betroffenen Baumarten zur Verfügung stehen.

Von Torsten Gellner

11.10.2017
11.10.2017
11.10.2017