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16:42 27.06.2019
Auch Bäume können unter langer Trockenheit leiden. Quelle: dpa
Hannover

Deutschland ächzt unter der Hitze. Temperaturen von teilweise bis zu 40 Grad machen Menschen, Tieren und Pflanzen zu schaffen. Wir Menschen können da ins kühle Freibad springen und uns mit erfrischendem Wasser abkühlen. Auch Pflanzen im Garten werden von ihren Besitzern meistens regelmäßig gewässert. Bäume an Straßen und Gehwegen bekommen das dringend benötigte Wasser dagegen oft nicht.

Trockenheit in ganz Deutschland

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ruft daher dazu auf, Straßenbäume zu wässern. Offiziell gilt der Aufruf bisher zwar nur für einige Städte, wie zum Beispiel Berlin, Dortmund und Hattingen. „In ganz Norddeutschland sind die Bäume aber von der extremen Trockenheit betroffen“, meint Christian Hönig, Fachreferent für Baumschutz beim Berliner BUND. Er empfiehlt daher, in allen Städten die Straßenbäume zu gießen.

Die Bäume und Pflanzen leiden unter den mangelnden Niederschlägen der vergangenen Monate. Schon der letzte Sommer war sehr trocken und auch in den vergangenen Monaten gab es nur wenige Schauer. „Selbst wenn es geregnet hat, waren das keine regenreichen Niederschläge“, erklärt Christian Hönig. Bei einem kurzen Platzregen fließt das Wasser schnell ab. Dabei dringt nur wenig Wasser tiefer in den Boden ein.

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Straßenbäume sind besonders betroffen

Der Wassermangel führt zu schweren Schäden an Pflanzen und Bäumen. Straßenbäume sind davon besonders betroffen: Sie haben ein abgegrenztes, vergleichsweise kleines Stück Erde zur Verfügung, die sogenannte Baumscheibe. Weil im Stadtverkehr häufig Menschen darauf treten oder Autos darüberfahren, ist die Erde außerdem sehr verdichtet. „Deswegen dringt nur wenig Wasser zu den tieferliegenden Wurzeln durch“, so Christian Hönig.

Die für die Pflege der Bäume zuständigen Gartenämter schaffen es laut BUND wegen Kostendruck und Personalmangel in vielen Fällen nicht, den Bäumen ausreichend Wasser zu geben. Auch die Annahme, dass die Straßenbäume durch das Grundwasser versorgt werden, kann Hönig nicht bestätigen. „In Städten ist das Grundwasser häufig abgesenkt.“ Deswegen erreicht es die Wurzeln nicht.

Einmal pro Woche gießen

Der BUND ruft daher alle Bürger dazu auf, den Straßenbäumen in ihrer Stadt Wasser zu spenden. Dazu muss man kein Pflanzenexperte sein: Jeder kann den Bäumen vor seiner Haustür mit einer Extraportion Wasser helfen. Damit die Bäume auch wirklich davon profitieren, sollten trotzdem ein paar Dinge beachtet werden.

Der BUND empfiehlt, Straßenbäume einmal pro Woche mit 8 bis 10 Eimern Wasser zu gießen. Jeden Tag ein wenig Wasser bringt den Bäumen dagegen wenig, auch wenn es gut gemeint ist. Ähnlich wie bei einem Regenschauer kommen die kleinen Wassermengen nämlich nicht bei den Wurzeln an. Wenn der Baum ständig im Wasser steht, erhöht das außerdem das Risiko von Pilzen. Daher gilt beim Gießen: seltener, dafür aber umso mehr.

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Nicht zu nah am Stamm wässern

Ähnlich wie die Zweige in der Baumkrone breiten sich auch die Wurzeln unter der Erde weitläufig aus. Die Bäume direkt am Stamm zu gießen, ist deswegen wenig effektiv. „Die Bäume sollten unter der Baumkrone, aber mit etwas Abstand zum Stamm gegossen werden“, empfiehlt Hönig. Anders ist es bei jungen Bäumen. Diese werden mit einer relativ kleinen Wurzel eingepflanzt und können das Wasser deswegen nur nah am Stamm aufnehmen.

Weil die Erde um die Straßenbäume herum verdichtet ist, sollte das Wasser außerdem nicht auf einmal vergossen werden. Ein Eimer Wasser lockert die Erde erst einmal auf. Danach kann das restliche Wasser besser einsickern und kommt dort an, wo es hin soll: an den Wurzeln.

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Gemeinsam Initiative zeigen

Die beste Zeit zum Wässern ist morgens oder spät am Abend. Zu dieser Tageszeit ist es nicht so heiß und das Wasser verdunstet weniger schnell. Sich alleine um die Bäume in der Straße zu kümmern und dazu regelmäßig 8 bis 10 Eimer Wasser schleppen, ist für eine einzelne Person natürlich sehr anstrengend. Deswegen schlägt Hönig vor, mit den Nachbarn eine Gießgemeinschaft zu gründen. „Gemeinsam geht es schneller und macht auch mehr Spaß.“

Von der Pflege profitieren nicht nur die Bäume, sondern auch die Menschen. Schließlich spenden Bäume in der Sommerhitze Schatten. Sie fungieren außerdem als eine Art natürliche Klimaanlage, da sie durch die Verdunstung die Umgebungstemperatur senken. Außerdem produzieren sie Sauerstoff und sorgen für bessere Luft.

Von RND/lzi

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