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Nachrichten Wissen Chinesische Sonde entdeckt mögliches Material aus dem Mondmantel
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19:00 15.05.2019
Die Mondlandefähre der Raumsonde Chang’e-4, kurz nach seiner Landung am 11.Januar 2019, erstmalig auf der Rückseite des Mondes. Quelle: picture alliance/AP Photo
London/Peking

Die chinesische Raumsonde „Chang’e-4“ ist auf der Rückseite des Mondes möglicherweise auf Mantelgestein des Erdtrabanten gestoßen. Der Fund könnte helfen, Antworten auf die seit Jahrzehnten offenen Fragen zur Zusammensetzung des Mondmantels zu finden. Ein Team um Chunlai Li von der chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking stellt die Beobachtungen der Raumsonde im britischen Fachblatt „Nature“ vor.

Der Mond war dem gängigen Modell zufolge nach seiner Entstehung zunächst von einem flüssigen Magmaozean bedeckt. Im Laufe der Abkühlung bildeten sich demnach wie bei der Erde ein Kern, ein Mantel und eine Kruste, die chemisch jeweils unterschiedlich zusammengesetzt sind. Die Mondkruste ist als oberste Schicht leicht zugänglich. Über die Zusammensetzung des Mondmantels ist dagegen wenig bekannt.

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Suche nach Material war bislang erfolglos – Jadehase 2 fand es

Die Suche nach Material aus dem Mondmantel hat sich auf große Einschlagkrater konzentriert, in der Hoffnung, ein Asteroid könnte die Mondkruste durchschlagen und Mantelgestein an die Oberfläche befördert haben. Alle Missionen auf der erdzugewandten Seite unseres Trabanten haben bislang jedoch erfolglos nach Mantelmaterial gesucht. Auf der erdabgewandten Seite des Mondes wurde die Sonde „Chang’e-4“ nun vermutlich fündig.

Die nach der chinesischen Mondgöttin benannte Sonde war Anfang des Jahres im Südpol-Aitken-Becken gelandet, dem ältesten und größten Einschlagkrater auf dem Erdtrabanten, und hatte dort den Rover „Yutu-2“ (Jadehase 2) ausgesetzt. Der Rover ist den Forschern zufolge bei seinen ersten Erkundungen direkt auf Silikatminerale aus der Gruppe der Olivine und Pyroxene gestoßen. Sie unterscheiden sich deutlich vom bisher untersuchten Material der Mondoberfläche, die von Feldspat-Mineralen dominiert wird, und sind auf der Erde typisch für Mantelgestein.

Eine Entdeckung mit erheblicher Bedeutung

Die Wissenschaftler halten es für wahrscheinlich, dass es sich um Material aus dem Mondmantel handelt, das durch einen großen Einschlag an die Oberfläche transportiert wurde. Möglicherweise sei es durch einen weiteren Einschlag, der den nahe gelegenen Finsen-Krater mit 72 Kilometern Durchmesser hinterlassen hat, an die „Chang’e-4“-Landestelle geschleudert worden.

Den vielversprechenden ersten Beobachtungen müssten genauere Analysen folgen, heißt es in einem Kommentar in „Nature“. Die Entdeckung könne jedoch erhebliche Bedeutung für die Erkundung des Mondmantels sowie allgemein für das Wissen über Entstehung und Entwicklung von Planeteninneren haben.

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Von RND/dpa

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