Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wissen Computer errechnet Überlebens-Chance: Hoffnung für den Tasmanischen Teufel
Nachrichten Wissen Computer errechnet Überlebens-Chance: Hoffnung für den Tasmanischen Teufel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:37 27.01.2019
Ein Tasmanischer Teufel mit Gesichtskrebs: Viele Tiere verenden qualvoll, weil sie wegen der Geschwüre in Mund und Rachen nicht mehr fressen können. Quelle: Rodrigo Hamede /dpa
Swansea

Eine seit Jahrzehnten Tier um Tier dahinraffende Krebserkrankung wird nach Meinung von Forschern voraussichtlich nicht zum Aussterben der bedrohten Tasmanischen Teufel führen. Wahrscheinlicher sei es, dass der Gesichtskrebs mit der Zeit aus der Population verschwinde, argumentiert ein internationales Forscherteam um Konstans Wells von der walisischen Universität Swansea nach entsprechenden Computersimulationen. Denkbar sei demnach auch, dass die Beutelteufel Strategien entwickeln, die es ihnen ermöglichen, mit der Erkrankung zu leben, schreiben die Forscher im Fachmagazin „Ecology“.

Beutelteufel (Sarcophilus harrisii) kommen nur noch auf Tasmanien vor, einer Insel südlich von Australien. 1996 wurde der tödliche Gesichtskrebs (Devil Facial Tumour Disease, DFTD) im Nordosten der Insel erstmals festgestellt. Die Erkrankung ist ansteckend. Sie wird durch Bisse übertragen, die in der Paarungszeit oder bei Kämpfen um Nahrung unter den Tieren recht häufig vorkommen. Dabei gelangen einzelne Krebszellen auf den Partner oder Gegner und können sich ansiedeln. Durch den Gesichtskrebs werden die bis zu 70 Zentimer langen und zwölf Kilogramm schweren Tiere grässlich entstellt. Viele verenden qualvoll, weil sie wegen der Geschwüre in Mund und Rachen nicht mehr fressen können.

Unmittelbare Eingriffe sind nicht nötig

Seit dem Auftauchen der Krebserkrankung schrumpfte die Population der Teufel drastisch – um etwa 80 Prozent, wie Experten berichten. Sie fürchteten, dass der Tasmanische Teufel aussterben könnte. Die Wissenschaftler um Wells fütterten nun ein Computermodell mit Angaben zur Populationsstruktur und zur Anzahl der erkrankten Tiere, die in den vergangenen zehn Jahren erhoben wurden. Sie prüften dann, wie sich die Erkrankung unter verschiedenen angenommenen Szenarien in der Zukunft ausbreiten wird.

57 Prozent der Simulationen ergaben, dass die Krebserkrankung langsam aus der Population verschwinden wird, 22 Prozent kamen zu dem Schluss, dass die Beutelteufel Anpassungsstrategien entwickeln. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass unmittelbare Eingriffe nicht nötig sind, um das Überleben der Tasmanischen Teufel sicherzustellen“, sagt Wells. „Der starke Rückgang der Population nach dem ersten Auftreten der Erkrankung übersetzt sich nicht zwangsläufig in einen langfristigen Populationsrückgang.“

Genetische Vielfalt ist für die Tasmanischen Teufel eine Chance

Ein Verständnis der zugrundeliegende Prozesse sei vor allem angesichts der Entdeckung einer neuartigen Form einer übertragbaren Krebserkrankung wichtig, ergänzt Mitforscher Rodrigo Hamede von der University of Tasmania. Die sehr ähnliche „Devil Facial Tumor 2“ genannte Erkrankung betrifft vor allem Populationen im Südosten der Insel.

Bereits 2016 hatten Forscher berichtet, dass Tasmanische Teufel womöglich eine Waffe gegen den tödlichen Krebs besitzen. Sie fanden unter Angehörigen dreier Populationen einige genetische Merkmale, die den Tieren eine Resistenz gegen den ansteckenden Tumor verleihen. Dies sei eine außergewöhnlich schnelle evolutionäre Antwort auf die Ausbreitung der Erkrankung, berichtete das internationale Forscherteam damals im Fachblatt „Nature Communications“.

Zuletzt hatten Wissenschaftler in einer entlegenen Region der Insel 14 gesunde Beutelteufel entdeckt. Die Entdeckung von Tieren mit einer frischen genetischen Vielfalt biete vielleicht die Chance, die Population zu retten, hieß es im Sommer 2018.

Von RND/dpa

Auf der Erde wird es immer wärmer, allen Programmen und Appellen zum Trotz. Experten suchen neue Wege, um das Kohlendioxid aus der Luft einzufangen. Ihre besten Helfer: Bäume. Sie können in der Klimapolitik der Zukunft eine wichtige Rolle als grüne Müllabfuhr spielen.

26.01.2019

Was ist der Weltjugendtag, warum treffen sich Hunderttausende Jugendliche in Panama und was hat der Papst damit zu tun? Alle Infos zum WJT 2019 hier zusammengefasst.

28.01.2019

In den USA liegen die kleinen Flitzer voll im Trend: Noch im Frühjahr sollen E-Scooter auch in Deutschland für den Straßenverkehr zugelassen werden. Fachleute warnen vor den Risiken.

25.01.2019