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15:30 15.02.2019
Allzeit knackig: Zwischen den schützenden Wänden des Frühbeets gedeiht Gemüse. Quelle: Pixabay
Hannover

Fast 365 Tage im Jahr Gartenglück? Das Frühbeet macht es möglich. Das Aufbauprinzip dieses hilfreichen Minigewächshauses ist einfach: Es besteht stets aus einem stabilen Rahmen und einem durchsichtigen Deckel. Darunter sind die Pflanzen vor Wind und Wetter geschützt. Die transparente Scheibe im Dach erzeugt einen Glashauseffekt und sorgt somit für Wohlfühltemperaturen im Inneren, wodurch Pflanzen bereits ab Ende Februar kultiviert werden und einen echten Wachstumsvorsprung bekommen können.

Minigewächshaus: Vielfalt beim Material für die Boxen

Entscheiden müssen sich Gärtner lediglich für das Boxenmaterial, das aus Holz, Klinkermauerwerk oder Kunststoff bestehen kann. Auch bei der Wahl des Deckels – Kunststoff, ein mit Gewächshausfolie bespannter Rahmen oder bruchsicheres Glas – gibt es Wahlmöglichkeiten. Für welchen Werkstoff sich angehende Frühgärtner entschließen, ist davon abhängig, wofür das Beet verwendet werden soll, wie viel Platz zur Verfügung steht und ob der Kasten direkt auf dem Boden im Garten oder rückenfreundlich für die Nutzer auf einem Tisch aufgebaut werden soll. Zwar halten massive Klinkerbauwerke ungleich länger als beispielsweise Holz, lassen sich aber nicht ohne Weiteres versetzen.

Holzboxen dagegen können nach der Anzuchtsaison einfach abgebaut und bis zum nächsten Einsatz in Schuppen oder Keller zwischengelagert werden. Im Fachhandel gibt es mittlerweile zahlreiche preiswerte Bausätze zu kaufen. Dabei besteht die einfachste Variante aus einem flachen Holzrahmen, der zu einer der beiden längeren Seiten nach unten hin abgeschrägt ist. Beim Aufstellen gilt es schließlich lediglich zu beachten, dass diese Seite des Frühbeetes nach Süden hin ausgerichtet wird – so kann das Licht optimal ausgenutzt werden.

Frühbeet: Der Standort ist entscheidend

Damit sich im Minitreibhaus die Pflanzenpracht auch wirklich gut entwickelt, ist der Standort entscheidend. Denn die Wärme, die zum optimalen Wachstum anregt, entwickelt sich innerhalb des Kastens durch einfallendes Licht. Daher sollten Frühbeete im Garten unbedingt an einem sonnigen, geschützten Platz aufgebaut werden. Nur so kann bereits das noch schwache Sonnenlicht zu Beginn der Gartensaison voll ausgenutzt werden.

Gärtner, die besonders zeitig aussäen wollen, können ihr Frühbeet zudem mit einer Art natürlicher Fußbodenheizung versehen: Dazu muss der Beetboden etwa 40 Zentimeter tief ausgehoben und anschließend mit einer rund 20 Zentimeter dicken Schicht aus Pferdemist, Stroh und Laub gefüllt werden. Dann ist eine kurze Wartezeit angesagt: Erst nach drei Tagen wird die Schicht festgetreten und mit einem gut gewässerten Mix aus Gartenerde und Kompost bedeckt. Mikroorganismen lösen den Mist auf, setzen dabei Kohlendioxid und Wärme frei. Beides dringt an die Oberfläche und bietet Saat und Jungpflanzen ideale Keim- und Wachstumsbedingungen. Schon nach weiteren drei Tagen Wartezeit kann gesät und gepflanzt werden.

Belüftung im Frühbeet ist entscheidend

Ganz außer Acht lassen dürfen Gärtner die Witterung übrigens nicht. Denn damit das Frühbeet auch funktioniert, ist die richtige Belüftung entscheidend. Schon bei schwacher Sonneneinstrahlung heizt sich der kleine Kasten spürbar auf und die Jungpflanzen können verbrennen. Sobald im Inneren also Temperaturen von 20 Grad überschritten werden, müssen Gartenbesitzer die wärmende Haube des Beets anheben und für Frischluft sorgen. Bei kühlem oder regnerischem Wetter dagegen bleibt das Dach besser drauf.

Kresse, Radieschen, Frühsalat: Große Ernte auf kleiner Fläche

Ausgesät wird direkt in die Erde. Ab Ende Februar können Gartenfreunde beispielsweise mit Gartenkresse, Radieschen, Rettich und Frühsalat starten. Etwa ab Mitte März geht es weiter. Dann zieht das Frühgemüse ein, die Anzucht von Jungpflanzen beginnt – mindestens also vier Wochen früher als im Freiland. Ungeduldige können das junge Gemüse übrigens auch zunächst in Saattöpfchen säen und in den eigenen vier Wänden zum Keimen bringen. Anschließend lassen sich die bereits pikierten Pflänzchen ab Mitte April im Frühbeet bei besseren Lichtverhältnissen weiterkultivieren. Das bietet sich vor allem bei Wärmeliebhabern an. Dazu zählen beispielsweise Tomaten, Paprika, Gurken, Melonen und Zucchini.

Minigewächshaus verlängert Gartensaison

Auch im Herbst finden Untermieter im Minitreibhaus einen Unterschlupf: Dann werden dort zum Beispiel Radieschen, Feldsalat und Endivien vor den ersten kalten Nächten geschützt. Somit wird die Gartensaison verlängert. Es kann auch bei leichtem Frost noch Schmackhaftes geerntet werden. Selbst im Winter lässt sich im Frühbeet aber noch ausgiebig gärtnern. Angebaut werden können unter anderem Feld- und Endiviensalat. Ein positiver Nebeneffekt des Spezialkastens ist übrigens sein Stauraum: Eingeschlagen in Erde und mit Matten oder Laub geschützt, können hier beispielsweise Kohl, Möhren und Sellerie über Wochen aufbewahrt werden. So wird das Frühbeet zum Winterlager, bis die nächste Gartensaison startet.

Frühgemüse ist ideal bei drohender Dürre

Der Klimawandel ist längst auch im Garten angekommen. Gerade der heiße und trockene Sommer 2018 hat gezeigt, dass man einiges verändern muss, um durch lange Dürreperioden ohne exzessiven Wasserverbrauch und Ernteverluste zu kommen. So schlägt die Bayerische Gartenakademie vor, auf Gemüse zu setzen, das im Sommer reif ist und nicht im Herbst. Es braucht weniger Wasser. Denn der höchste Wasserbedarf dieser Pflanzen während ihrer Wachstumsphase liegt im Mai und Juni – also vor den typischen heißen Dürrezeiten. Gute Beispiele dafür sind Erbsen, Puffbohnen und insgesamt das Frühgemüse. Gerade früh gesäte Kulturen mit Pfahlwurzeln wie Pastinaken, Wurzelpetersilie und Rote Bete haben einen Vorteil: Ihre Wurzeln erreichen bis Juni oft mehr als einen Meter Tiefe. Dort können sie sich besser für lange Zeit selbst mit Wasser versorgen als Wurzeln, die weiter oben liegen.

Von RND/Julia-Marie Meisenburg

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