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Wissen Der Superdünger vom Amazonas
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13:57 27.06.2012
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BERLIN

. Unzählige große weiße Metallgefäße hatten sie mit unterschiedlich zusammengesetzten Terra-Preta-Substraten befüllt und verfolgen nun das Wachstum der drei Maissorten. „Erste Ergebnisse zeigen, dass diese besondere Schwarzerde tatsächlich das Wachstum der Pflanzen begünstigt und die Bodenqualität verbessert“, so Professor Terytze. Ob die Freilandversuche diese Beobachtungen stützen, müsse sich jetzt in der laufenden Vegetationsperiode zeigen. Was unterscheidet jedoch Terra Preta, die einst von den Amazonas-Indianern entwickelte Schwarzerde, beispielsweise von normalem Kompost? Die Geheimnisse sind vor allem die Milchsäurefermentation der organischen Ausgangsstoffe und der Einsatz von Biokohle. Die lockere poröse Struktur der Kohle speichert Wasser und Nährstoffe. Ihre Hohlräume bieten Mikroorganismen beste Lebensbedingungen. Terra-Preta-Böden, so die Beobachtungen in Südamerika, erschöpfen sich nicht, sondern können sogar nachwachsen. Über 500 Jahre war die Technologie der Schwarzerde-Gewinnung in Vergessenheit geraten. In den letzten Jahren erlebt sie in Europa geradezu eine Renaissance. Forscher des wissenschaftlichen Verbundprojekts La Terra sind seit anderthalb Jahren dabei, Chancen und Nutzen dieser besonderen Erde auszuloten. Über allem steht dabei der Gedanke der Nachhaltigkeit und die Nutzung regionaler Stoffkreisläufe. Verbundpartner im Raum Berlin-Brandenburg sind die Freie Universität (FU) Berlin, das Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften e.V. in Finsterwalde und die Hochschule Lausitz in Senftenberg. Brandenburg bietet mit seinen mageren Böden die ideale Herausforderung für die Wissenschaftler. Hinzu kommt die Problematik zahlreicher militärischer Konversionsflächen und die der Tagebaufolgelandschaften in der Lausitz. „Bei den Konversionsflächen geht es vor allem auch um die langfristige Reinigung der Böden von Schadstoffen, damit sie wieder einer zivilen beziehungsweise landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt werden können“, weiß Professor Konstantin Terytze. Erste Ergebnisse zeigten auch hier, dass durch den Einsatz von Terra Preta gerade Mineralkohlenwasserstoffe in signifikanter Größenordnung abgebaut oder gebunden werden. Das aktuelle Interesse der Berliner Wissenschaftler gilt vor allem den Untersuchungen auf den Freilandparzellen im Kreis Teltow-Fläming in Brandenburg. Auf dem ehemaligen Armeegelände in Kummersdorf zum Beispiel haben die Forscher den kontaminierten Boden mit verschiedenen Terra-Preta-Substraten versetzt und mit Mais bepflanzt. Jetzt beobachten sie mit Spannung, inwieweit diese besondere Schwarzerde vor Ort ihre reinigende Wirkung für den Boden entfaltet und wie sie das Pflanzenwachstum unter Freilandbedingungen beeinflusst. Wenn das Projekt in zwei bis drei Jahren abgeschlossen ist, lassen sich erste Ergebnisse präsentieren.

Ausstellung „Die Natur kennt keine Abfälle“ noch bis zum 30. September, täglich von 10 – 18 Uhr im Botanischen Museum, Berlin–Dahlem, Königin-Luise-Straße 6 – 9 (Von Karen Schröder)

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