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Wissen Die Kunst des Augenblicks
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08:00 26.03.2018
Imke Schröder berichtet regelmäßig in ihrer Kolumne, wie es sich mit drei Kindern und einem Mann lebt. Quelle: gpt
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Hannover

Sobald Kinder ins Leben rauschen, ist es mit der öden Langeweile bei derartigen Tätigkeiten vorbei. Besonders bemerkenswert empfinde ich dabei die Fähigkeit, genau in dem Moment etwas unbedingt und sofort zu brauchen, wenn man selbst eigentlich so ganz und gar unabkömmlich ist. Den genauen Moment abzupassen, in dem man gerade vollshampooniert unter der Dusche steht – das schaffen in der Konsequenz nur DHL-Boten. Aber genau in diesem Moment muss – mit überlebensnotwendigem Druck vorgetragen – wahlweise ein Knoten geöffnet, eine zweite Socke gesucht, eine Socke richtig angezogen, ein Splitter entfernt, ein Kleidungsstück gesucht werden, ohne das man heute nicht aus dem Haus gehen kann.

Mucksmäuschenstille Kinder sind selten harmlos

Das führt so weit, dass ich mir regelrecht Sorgen mache, falls ich beim Schminken nicht nur zur Hälfte fertig werde und ausnahmsweise nicht an ein modernes Kunstwerk erinnere. Denn Eltern wissen: mucksmäuschenstille Kinder sind in den seltensten Fällen harmlose Kinder. Außer sie schlafen. Ansonsten kann man davon ausgehen, dass sie sich seelenruhig die Haare schneiden, sich auf Tapeten verewigen oder dass sie versuchen, selbstständig zähe, gummiartige Kekse herzustellen, die in ihrer Gummiartigkeit wirklich hervorragend an allen Oberflächen haften.

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Apfelmus im Brötchenteig

Doch es gibt auch ganz wunderbare Überraschungen. Etwa wenn die Jüngste quietschvergnügt Teig mantscht und man daraus tatsächlich wohlschmeckende Brötchen backen kann. Welche Zutat ist bloß das Geheimnis? „Da ist natürlich Apfelmus drin.“ Natürlich, was auch sonst.

Von Imke Schröder/RND

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