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14:15 05.03.2019
Zwischen Karneval und Ostern verzichten nicht nur religiöse Menschen 40 Tage lang auf Fleisch, Alkohol oder andere Alltagsgüter. Quelle: dpa-tmn
Vilsbiburg

Weniger ist mehr – das ist jedes Jahr das Motto von vielen Aufrufen und Aktionen rund um die Fastenzeit. Dabei verzichten viele klassisch auf Alkohol oder auf Fleisch. Andere sehen von Süßigkeiten, dem Smartphonekonsum oder von Plastik ab. Schon lange scheint das Fasten im März religionsunabhängig – doch was bewegt Menschen dazu, freiwillig auf Alltagsfreuden zu verzichten? Wie hält man die sechs Wochen am besten durch?

Fasten: Ein Zeichen der Selbstbestimmung

„Einer der größten Wünsche des Menschen ist der Wunsch nach Freiheit“, erklärt Mentaltrainer Steffen Kirchner den Trend. „Und die Fähigkeit, ohne etwas auszukommen, ist im Grunde ein Gefühl von Freiheit.“

Die Begeisterung für den Verzicht erklärt er mit der steigenden Frequenz von Reizen, die den Alltag bestimmen - vom ständig brummenden Handy über das volle Mail-Postfach bis zum nicht endenden Strom der Werbebotschaften. Dadurch fühlen sich viele Menschen fremdbestimmt. Wer verzichtet, ist wieder sein eigener Herr. „Man will sich von äußeren Reizen abkoppeln, um wieder mit sich selbst in Kontakt zu kommen.“

Nicht zu früh aufgeben

Dennoch erreicht nicht jeder sein Fastenziel – oder macht sich überhaupt auf den Weg. „Das Hirn mag keine Veränderungen, deshalb ist der Anfang das Schwierigste am Fasten“, sagt Kirchner. Selbst wenn der Start gelingt, lassen sich viele vom ersten Rückschlag gleich wieder aus der Bahn werfen. „Der wichtigste Tipp ist, nachsichtig mit sich selbst zu sein“, rät Kirchner. „Es geht beim Fasten nicht ums Durchhalten, sondern ums Anfangen. Im Zweifelsfall gibt es dann halt mehrere Anfänge.“

Mit Freunden fasten

Für den Umgang mit Rückschlägen und Durststrecken kennt Kirchner mehrere Strategien. Erstens den Plan B – Probleme also gleich von Anfang an einzuplanen und Antworten parat zu haben. Zweitens Mitstreiter in Familie oder Freundeskreis, die mitfasten, ohne dass sie unbedingt auf das Gleiche verzichten müssen. „Das Gefühl, nicht alleine zu sein, erhöht die Motivation.“

Mit Sport ablenken

Gerade, wenn man auf Fleisch oder Süßigkeiten verzichtet, kann Sport zur Ablenkung hilfreich sein. Heißhungerattacken werden seltener und man motiviert sich selbst dazu, das Fasten durchzuhalten. Wer sich ausreichend sportlich betätigt oder bewegt, sorgt außerdem für einen stabilen Kreislauf und wirkt dem Abbau von Muskelmasse entgegen.

Ein klares Ziel vor Augen haben

Das Fastenziel spielt eine entscheidende Rolle: Wichtig sei eine Hin-zu-Motivation, und keine reine Weg-von-Motivation – also ein klares Bild vom gewünschten Endergebnis. „Die Frage ist: Was ist die Emotion, die ich am Ende haben will?“, erklärt Kirchner. Denn beim Smartphone-Fasten gehe es ja eigentlich nicht darum, weniger am Handy zu hängen, sondern zum Beispiel darum, mehr Zeit für die Familie zu haben.

Was außerdem beim Fasten 2019 zu beachten ist, lesen Sie hier.

Von RND/dpa/jo

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