Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wissen Erbrecht: Die bekanntesten Mythen im Faktencheck
Nachrichten Wissen Erbrecht: Die bekanntesten Mythen im Faktencheck
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:05 20.03.2019
Das Erbrecht regelt, wer den Besitz eines Verstorbenen erhält. Quelle: dpa-tmn
Berlin

Es könnte so einfach sein: Wer kein Testament aufsetzt, für den greift die gesetzliche Erbfolge. Doch das Gesetz regelt den Nachlass nicht immer so, wie es sich Erblasser vorstellen. Wir haben typische Irrtümer zusammengestellt – und was wirklich stimmt:

„Erblasser sollten unbedingt ein Testament verfassen“

Das ist nicht immer nötig. Wichtig ist, dass sich Erblasser die gesetzliche Erbfolge klarmachen – also wer welchen Anteil erbt. „Wenn diese im Sinne des Erblassers ist und sich die Güter klar aufteilen lassen, braucht man kein Testament“, sagt Stephanie Herzog von der Arbeitsgemeinschaft Erbrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). Immobilieneigentümer sollten aber bedenken: Der Grundgedanke der gesetzlichen Erbfolge beinhaltet, Vermögenswerte aufzulösen, ein Haus also zu verkaufen und das Geld zu verteilen. „Wer das nicht wünscht, sollte das Erbe nach seinen eigenen Vorstellungen aufteilen – also ein Testament machen“, rät Herzog.

„Der Partner erbt das gesamte Vermögen“

Das gilt laut Stiftung Warentest nur, wenn man seinen Partner als Alleinerben im Testament benennt. Anderenfalls greift die gesetzliche Erbfolge. „Bei einem verheirateten Paar mit zwei Kindern steht dem Ehepartner die Hälfte des Vermögens zu und den Kindern jeweils ein Viertel“, erklärt Herzog. Haben Ehepartner vertraglich eine Gütertrennung vereinbart, bekommen die beiden Kinder und der verbliebene Partner je ein Drittel des Nachlasses.

Gemeinsame Kinder: Wer erbt was?

Bei Partnern, die gemeinsame und eigene Kinder haben, ist der Fall komplizierter. Wer was erbt, hängt auch davon ab, welches Elternteil zuerst verstirbt. Ehepaare ohne Kinder, ohne Ehevertrag und ohne Testament müssen wissen, dass der Partner meist nur drei Viertel des Vermögens erhält. „Bei dieser Konstellation steht ein Viertel den Eltern des Verstorbenen oder dessen Geschwistern zu“, sagt Herzog.

Erbschaft bei nicht verheirateten Paaren

„Ist ein Paar nicht verheiratet, erbt der Partner ohne Testament oder Erbvertrag gar nichts. Auch wenn sie vielleicht über 30 Jahre zusammengelebt haben“, warnt die Rechtsanwältin. Sogar mit Testament gilt: „Steuerfrei erhält der Partner nur 20 000 Euro“ – während Ehepartnern oder eingetragenen Lebenspartnern ein Freibetrag von 500 000 Euro zusteht. Laut Stiftung Warentest gelten für Paare ohne Trauschein zudem die höchsten Steuersätze von 30 bis 50 Prozent.

„Enterbte Kinder erhalten nichts vom Nachlass

Das ist Unsinn. Enterbte Kinder dürfen sich zwar nicht um den Nachlass kümmern oder bei der Aufteilung mitbestimmen. „Sie können aber ihren Pflichtteil einfordern. Denn ihnen steht auf jeden Fall die Hälfte des gesetzlichen Erbteils zu“, erklärt Herzog. Die anderen Erben müssen diesen Pflichtteil ausbezahlen. „Den Anspruch muss man innerhalb von drei Jahren geltend machen.“ Betroffene sollten sich zunächst an die Erbengemeinschaft wenden. „Pflichtteilsberechtigte haben einen Auskunftsanspruch“, erklärt Herzog.

Das Nachlassgericht kümmert sich um die Aufteilung

Das stimmt so nicht. Zwar muss man ein Testament oder Erbvertrag dem Nachlassgericht vorlegen – es ist aber nicht dafür zuständig, den Nachlass abzuwickeln oder Streit zwischen Erben oder Pflichtteilsberechtigten zu schlichten. „Wer etwas erbt, trägt Verantwortung und muss sich um den Nachlass kümmern“, sagt Herzog. Dazu gehört es, Verbindlichkeiten herauszufinden, offene Rechnungen zu begleichen oder die Wohnung des Verstorbenen aufzulösen.

Von RND/dpa

Karrierecoach Martin Wehrle rät dazu, eine Bewerbung nicht ohne Bewerbungsfoto einzureichen. Denn ein Foto ist eine Visitenkarte, mit der sich auch Sympathiepunkte sammeln lassen.

20.03.2019

Für Risiko-Schwangerschaften soll es künftig eine neue Kassenleistung geben: Ein Bluttest, der das Down-Syndrom bei Ungeborenen erkennt. Experten gehen davon aus, dass damit die Zahl der Abtreibungen steigt.

20.03.2019

Und schon wieder Husten, Schnupfen und Heiserkeit! Wer zum wiederholten Male mit einer Erkältung flach liegt, hat möglicherweise ein geschwächtes Immunsystem. Doch was ist das eigentlich genau? Und wie lässt es sich stärken?

20.03.2019