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09:25 02.07.2019
Warum Fett in den Beinen einen schützenden Effekt hat, ist unklar. Quelle: Wolfram Stein/picture alliance
New York

Ältere Frauen mit Fettdepots an den Beinen haben ein stark vermindertes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das gilt zumindest für normalgewichtige Frauen nach den Wechseljahren, wie US-Forscher herausgefunden haben. Sitze das Fett dagegen am Bauch, bestehe ein erhöhtes Risiko für solche Leiden. Die gesamte Fettmenge an sich hatte in der im „European Heart Journal“ veröffentlichten Studie dagegen keinen Einfluss auf Herz und Kreislauf. Wichtig war bei den 2683 Teilnehmerinnen allein die Lage der Depots.

Innerhalb der Beobachtungszeit von knapp 18 Jahren zeigte sich: Das Viertel der normalgewichtigen Frauen mit dem meisten Bauchfett hatte ein fast doppelt so hohes Risiko für bedeutende Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie das Viertel mit dem wenigsten Fett im Taillenbereich. Bei den Beinen zeigte die Studie eine gegenteilige Tendenz: Frauen, die dort besonders viel Fett deponierten, hatten ein um 40 Prozent niedrigeres Risiko für diese Erkrankungen als Frauen mit sehr wenig Beinfett.

Höchstes Herz-Kreislauf-Risiko bei viel Fett im Bauch

Dabei nutzten die Forscher keine Daten zum Umfang von Bauch oder Beinen: Der Fettgehalt wurde mit einer besonderen Röntgentechnik (DXA) ermittelt. Allerdings hatten Frauen mit einem hohen Taillenumfang mehr Fett im Bauch und solche mit hohem Hüftumfang mehr Fett an den Oberschenkeln.

Das höchste Herz-Kreislauf-Risiko hatten Frauen, bei denen ein großer Teil des Fettes im Bauch abgelagert war und ein kleiner in den Beinen. Es war mehr als dreimal so hoch wie bei Frauen mit gegenteiliger Fettverteilung. In die Berechnungen flossen 202 erstmals aufgetretene Herzinfarkte und andere Störungen der Herzkranzgefäße sowie 105 erste Schlaganfälle ein, die innerhalb des Studienzeitraums geschahen. Die Studie bezog sich damit vor allem auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Ablagerungen in den Arterien, auch Arteriosklerose oder Arterienverkalkung genannt.

Fettverteilung ist genetisch veranlagt, kann aber beeinflusst werden

Die Forscher um Qibin Qi vom Albert Einstein College of Medicine in New York hatten Daten von normalgewichtigen Frauen nach den Wechseljahren analysiert. Alle Teilnehmerinnen hatten bei dem US-Projekt Woman’s Health Initiative mitgemacht und zu Studienbeginn noch keine nachgewiesenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Forscher hatten Alter und Ethnie der Frauen berücksichtigt.

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Die Frauen hatten einen Body-Mass-Index (BMI) im Normalbereich von 18,5 bis unter 25. Er berechnet sich aus dem Gewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße zum Quadrat. „Zusätzlich zur Gewichtskontrolle sollten Menschen auch auf die Verteilung des Körperfettes achten, selbst wenn sie ein gesundes Körpergewicht und einen normalen BMI haben“, sagte Qi nach einer Mitteilung der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie, die das Fachjournal herausgibt. Die Gesellschaft verweist darauf, dass die Fettverteilung zum Teil genetisch bedingt ist, aber auch durch Ernährung und Sport beeinflusst werden kann.

Keine Aussagen über Männer und junge Frauen

Je mehr Fett die Frauen in Bauch und Beinen hatten, desto weniger Sport hatten sie nach Angaben der Forscher gemacht und desto höher war ihr BMI – auch wenn er innerhalb des Normalbereiches blieb. Bislang war bekannt, dass Bauchfett zu erhöhten Gesundheitsrisiken führt. Dies sei nach ihren Kenntnissen jedoch die erste derartige Studie mit normalgewichtigen Frauen jenseits der Wechseljahre, schreiben die Forscher.

Qi betonte, dass die Studie nichts über jüngere Frauen und über Männer aussage. Sie zeigt nach Angaben der Autoren zwar keinen ursächlichen Zusammenhang von Fettdepots und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es sei jedoch aus früheren Studien bekannt, dass eine Reduktion des Bauchfetts zu besseren Herzwerten führen könne.

Beine sind „idealer Platz zum Fettspeichern“

Warum Fett in den Beinen einen schützenden Effekt hat, ist unklar. In den Beinen deponiertes Fett schade im Gegensatz zu Bauchfett zumindest bei einigen wichtigen Stoffwechselvorgängen nicht, richte also andernorts im Körper keinen Schaden an, schreiben die Forscher. Es gebe Hinweise darauf, dass die Beine „ein idealer Platz zum Fettspeichern“ seien.

Fettdepots in den Beinen könnten auf mehrere Weisen wirken, schreiben Matthias Blüher und Ulrich Laufs von der Universität Leipzig in einem Kommentar desselben Journals. Es könne früheren Studien zufolge als Speicher für überflüssige Kalorien dienen, ohne dem Körper zu schaden, betonen auch sie. Zudem könne es – aber das sei noch Spekulation – gesunde Substanzen produzieren. Auch wenn eine gewisse Fettverteilung positiv zu sein scheint, seien noch viele Forschungen nötig, um den Mechanismus und die Verbindung zu entsprechenden Krankheiten zu verstehen.

Nicht nur der BMI ist wichtig

Die Studie unterstreiche, wie wichtig es sei, andere Faktoren als nur den BMI zu messen, etwa die Fettverteilung, sagte Qi. Als bedeutend neben dem BMI sehen viele Experten inzwischen den Taillenumfang an. Er sollte nach Auskunft der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bei Frauen 80 und bei Männern 94 Zentimeter nicht überschreiten.

Von RND/dpa

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