Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wissen Geschwisterrivalität: Tipps für Eltern
Nachrichten Wissen Geschwisterrivalität: Tipps für Eltern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:55 10.04.2019
Rivalität unter Geschwistern ist normal. Wenn der Konkurrenzkampf aber zu einem permanentem Streit wird, sollten Eltern eingreifen. Quelle: Pixabay (Symbolbild)
Hannover

Geschwister haben für gewöhnlich ein enges und inniges Verhältnis – jedoch ist auch meist Streit vorprogrammiert. Rivalitäten unter Brüdern und Schwestern sind zwar grundsätzlich normal, können aber auch zu einem Problem werden. Denn: Gerät der Konkurrenzkampf aus dem Ruder, kann die Geschwisterbeziehung leiden. Und auch für Mama und Papa kann das sehr anstrengend werden. Wenn Eltern aber rechtzeitig einschreiten, lassen sich Streiterein zwischen Geschwistern vermeiden. Zum Internationalen Tag der Geschwister, am 10. April, Tipps zum Thema von Autorin Katja Schwarz („How to survive mit Geschwistern“, Schwarzkopf & Schwarzkopf, 9,99 Euro).

Fehlende Aufmerksamkeit und Neid sind häufige Ursachen von Rivalität

Die Rivalität fängt häufig schon bei der Geburt des zweiten Kindes an. Erstgeborene haben dann Probleme, mit dem zwangsmäßigen Aufmerksamkeitsverlust umzugehen. „Es ist allein rechnerisch gar nicht möglich, dass wir mit Geschwistern 100 Prozent der Aufmerksamkeit unserer Eltern bekommen“, sagt Autorin Katja Schwarz. Für die älteren Geschwister ist das neue Geschwisterchen eine große Umstellung, wenn sie zuvor die volle Aufmerksamkeit der Eltern genossen haben.

Jüngere Geschwistern werden oft neidisch, wenn sie sehen, was ihre älteren Brüder oder Schwestern schon alles dürfen: Beispielsweise länger aufbleiben oder bei Freunden übernachten. So fühlen sie sich ungerecht behandelt. Wie sehr das Konkurrenzverhalten ausgeprägt ist, hängt jedoch von dem Altersabstand der Geschwister ab. Grundsätzlich gilt: Je größer der Altersunterschied, desto geringer ist die Rivalität. „Mein kleiner Bruder ist fast acht Jahre jünger als meine große Schwester. Die waren vom Alter so weit entfernt, dass es ihn gar nicht so genervt hat, was sie durfte und er nicht“, sagt Schwarz aus eigener Erfahrung.

Lesen Sie auch:
Das sind die häufigsten Erziehungsfehler

Mittelkinder haben es bekanntlich auch schwer: Mal schlüpfen sie in die Rolle des älteren, mal in die Rolle des jüngeren Geschwisterkindes und haben so mit den Problemen beider zu kämpfen. „Mittelkinder fühlen sich häufiger benachteiligt, weil sie am seltensten die komplette Aufmerksamkeit genießen“, sagt Expertin Schwarz, die selbst ein sogenanntes „Sandwichkind“ war. Bevor die Jüngeren geboren sind, hat das älteste Kind die Eltern für sich allein. Und nachdem die Älteren ausgezogen sind, ist das Jüngere in vielen Fällen das einzige Kind im Haus. Viele Mittelkinder müssen sich die Aufmerksamkeit also ihre gesamte Kindheit über teilen.

Kinder nicht miteinander vergleichen

Anmerkungen wie „Dein Bruder kann sich die Schürsenkel schon längst binden“ oder „Warum kannst du dir nicht so viel Mühe in der Schule geben wie deine Schwester?“ sind fehl am Platz. Denn wenn Eltern ihre Kinder miteinander vergleichen, fördern sie den Konkurrenzkampf. „Geschwister vergleichen sich ohnehin schon genug – deshalb sollten Eltern das auf keinen Fall bestärken oder unterstützen“, betont die Autorin. Kinder vergleichen sich vor allem bei Dingen, die das Geschwisterchen im Gegensatz zu ihnen schon (oder besser) kann. Eltern sollten daher unterschiedliche Fähigkeiten relativieren: Beispielsweise, indem man dem jüngeren Kind sagt, dass es auch noch lernt sich die Schuhe zu binden, wenn es älter ist.

Auch interessant: Geschwister: Hassliebe ein Leben lang

Zeit allein mit jedem Kind verbringen

Eine gute Strategie für Eltern ist es, mit allen ihrer Kinder mal etwas allein zu unternehmen. „In der geschlossenen Geschwisterkonstellation entsteht bei Kindern oft der Eindruck, nicht genügend Aufmerksamkeit zu bekommen. Indem die Kinder ihre Eltern mal ganz für sich allein haben, wirkt man diesem Gefühl entgegen“, rät Schwarz. Beispielsweise kann man mit dem Kind zum Spielplatz gehen oder eine Vorlesestunde mit den Lieblings-Geschichten planen. Das Kind sammelt so Erinnerungen, bei denen es die komplette Aufmerksamkeit von Mama und Papa genießen konnte. Eltern können so zudem ihre Kinder öfter als Individuen behandeln und sie so für den Familienalltag stärken.

Passend zum Thema:
Eifersüchtig auf das neue Baby: Wie Eltern ihrem älteren Kind helfen können

Von RND/bk

Die Spannung steigt: Experten gehen davon aus, dass Forscher heute ein Bild eines Schwarzen Lochs zeigen werden. Aber warum wäre das überhaupt besonders? Ein Interview mit dem Astronomen Michael Kramer.

10.04.2019

Am 10. April ist der Internationale Tag der Geschwister. Zeit, sich die schönen gemeinsamen Momente mit Bruder und Schwester in Erinnerung zu rufen – auch wenn sie uns manchmal genervt haben. Autorin Katja Schwarz erklärt, warum es toll ist Geschwister zu haben, obwohl sie uns manchmal auf die Palme bringen.

10.04.2019

Wird der Einsatz bestimmter Insektizide beschränkt, kommen schnell andere Mittel als Ersatz auf den Markt. Doch auch sie können den Insekten erheblich schaden, zeigen Forscher.

10.04.2019