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Nachrichten Wissen Tiefseebergbau: Neue Bedrohung für die Weltmeere
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19:01 02.07.2019
Eine Tiefsee-Meduse. Greenpeace warnt vor der Zerstörung „einzigartiger mariner Ökosysteme“. Quelle: GEOMAR / Solvin Zankl
Hamburg

Die Weltmeere sind bedroht wie noch nie zuvor in den Jahrmilliarden ihrer Geschichte. Und dennoch ist ein kompletter Industriezweig dabei, den „Kahlschlag in der Tiefe“ zu planen. Denn in der Tiefsee (ab 200 Metern Wassertiefe) gibt es jede Menge wertvoller Metalle – unter anderem Kupfer, Aluminium und Kobalt, aber auch Sulfide, die eine ganze Reihe von Schwermetallen und Spurenelementen enthalten. Derlei Rohstoffe sind bei unterschiedlichen Industrien begehrt, für Produkte wie Smartphones. Selbst „grüne“ Technologien befeuern den Bedarf etwa für Speicherbatterien.

Katastrophale Folgen für die Ökosysteme

Zwar hat die Internationale Meeresbodenbehörde ISA einen Verhaltenskodex zum Abbau der Rohstoffe festgelegt, der noch gar nicht begonnen hat. Dennoch sieht Greenpeace in seinem Bericht, der am Mittwoch veröffentlicht wird, erhebliche Risiken für die Weltmeere: „Der Abbau von Kobalt, Kupfer oder seltenen Erden am Meeresboden kann einzigartige marine Ökosysteme zerstören und zahlreiche Arten auslöschen“, heißt es in dem Report. „Die möglichen katastrophalen Folgen des Tiefseebergbaus sind der zuständigen Behörde, der ISA in Jamaika, bekannt.“

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Deshalb fordert Greenpeace „einen starken globalen Ozeanvertrag, der den Umgang der Regierungen mit dem Meer konsequent definiert und dabei den Schutz und nicht die Ausbeutung der Ozeane in den Mittelpunkt stellt“. Besonders kritisiert die Umweltschutzorganisation, dass die ISA eine sogenannte Explorations-Lizenz zur Erforschung der Ressourcen an Polen vergab, die das UNESCO-Weltkulturerbe Lost City existenziell bedrohen würde. Das erst im Jahr 2000 entdeckte Hydrothermalfeld im Atlantik ist auch für die Wissenschaft wichtig, da sich Forscher dort Aufschluss über die Entstehung allen Lebens auf der Erde erhoffen.

Von der bisher an Lizenzgeber abgetretenen 1 Million Quadratkilometern hat sich Deutschland auch schon seinen Anteil gesichert. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hält Rechte in zwei großen Meeresregionen im indischen und pazifischen Ozean. Am Meeresboden werden große Schätze an Mineralien und seltenen Erden vermutet. Deren unterseeischen Vorkommen übersteigen die Ressourcen an Land um ein Vielfaches.

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Auch die Waffenindustrie steht bereit

29 Lizenzen wurden von der ISA bisher vergeben. Darunter sind Länder wie China, Korea, Großbritannien, Frankreich und Russland. Laut Greenpeace verfügt auch die Tochtergesellschaft des US-Waffenriesen Lockheed Martin über zwei von Großbritannien gesponserten Explorations-Lizenzen.

„Die Tiefsee ist das größte Ökosystem der Welt und beherbergt einzigartige Kreaturen, die wir kaum verstehen. Der Tiefseebergbau könnte die Wunder der Ozeane zerstören, bevor wir überhaupt die Chance hatten, sie zu studieren“, sagt Dr. Christian Bussau, Meeresexperte von Greenpeace.

Und er sendet einen eindringlichen Appell Richtung Berlin: „Die Bundesregierung darf bei diesem Wettlauf um die Zerstörung der Meere nicht mitmachen. Bergbau am Meeresboden ist wirtschaftlich unsinnig und ökologisch katastrophal.“

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Von Daniel Killy/RND

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