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Wissen Im Alter: Fernsehen beeinträchtigt das Gedächtnis
Nachrichten Wissen Im Alter: Fernsehen beeinträchtigt das Gedächtnis
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13:04 04.03.2019
Viel Zeit vor dem Fernseher im Alter: Besonders das verbale Gedächtnis kann sich so verschlechtern. Quelle: picture alliance / CTK/CandyBox
London

Zu viel Fernsehen schadet dem Gedächtnis älterer Menschen: Wer mit 50+ mehr als 3,5 Stunden pro Tag in die Röhre schaut, muss mit einem nachlassenden Gedächtnis rechnen. Insbesondere die Fähigkeit, sich an Wörter zu erinnern – das sogenannte verbale Gedächtnis – verschlechtert sich einer Studie britischer Forscher zufolge bei hohem Fernsehkonsum. Woran das genau liegt, können die Wissenschaftler nicht sagen. Sie stellen ihre Untersuchung im Fachmagazin „Scientific Reports“ vor.

Welche Auswirkungen Fernsehen auf die geistige Leistungsfähigkeit hat, werde gemeinhin mit Blick auf Kinder untersucht, schreiben Daisy Fancourt und Andrew Steptoe vom University College London in ihrer Studie. Das andere Ende der Lebensspanne werde viel seltener berücksichtigt; die wenigen, bisher gemachten Studien seien zu teils widersprüchlichen Ergebnissen gekommen. Die Forscher werteten nun Daten von 3662 Erwachsenen über 50 Jahren aus, die an einer britischen Langzeitstudie teilgenommen hatten.

3,5 Stunden Fernseh am Tag – schlechtere Gedächtnisleistung

In den Jahren 2008 und 2009 gaben die Probanden an, wie viel Fernsehen sie täglich schauen. Außerdem absolvierten sie verschiedene Tests. Beim verbalen Gedächtnistest etwa mussten sie sich zehn vorgelesene Wörter merken und diese gleich oder nach einer kurzen Unterbrechung durch andere Tests wiedergeben. In den Jahren 2014 und 2015 wurde dieser Test wiederholt.

Diejenigen Teilnehmer, die mehr als 3,5 Stunden täglich Fernsehen geschaut hatten, zeigten über die nachfolgenden sechs Jahre eine nachlassende geistige Leistungsfähigkeit: Sie schnitten in dem Gedächtnistest schlechter ab als die Teilnehmer mit einer geringeren Fernsehdauer.

Langes Sitzen ist ein Risikofaktor

Demografische Faktoren wie Alter, Geschlecht und der Familienstand beeinflussten zwar, wie häufig jemand Fernsehen schaute, schwächten jedoch nicht den grundlegenden Zusammenhang zwischen der Dauer des TV-Konsums und dem geistigen Abbau. Auch die Tatsache allein, dass es sich beim Fernsehen um eine sitzende Tätigkeit handelt, konnte die Beobachtung nicht erklären. Langes Sitzen gilt als ein Risikofaktor für geistigen Abbau.

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Die Forscher stellen drei mögliche Erklärungen vor: Beim Fernsehen prasselten permanent Reize auf den Zuschauer ein. Das Gehirn sei deshalb ständig wach, aber gleichzeitig wenig fokussiert, weil vom Zuschauer – und dessen Gehirn – so gut wie keine Aktivität verlangt werde. Dies sei beim Videospielen oder beim Nutzen des Internets anders - solche Aktivitäten könnten sich sogar positiv auf die geistige Leistungsfähigkeit auswirken.

Verursacht das Fernsehprogramm Stress?

Denkbar sei auch, dass die Programme selbst Stress verursachen und dies dem Gehirn schade. Eine Untersuchung britischer Seifenopern habe ergeben, dass pro Stunde zwischen 2,1 und 11,5 Szenen mit gewaltsamen Inhalten gezeigt würden. Schließlich könne Fernsehen auch dadurch schaden, dass es von geistig anregenderen Tätigkeiten abhält, etwa vom Lesen.

Welcher Grund oder welche Gründe zutreffen, müsse in weiteren Studien geklärt werden, schreiben die Forscher. Offen sei auch, inwieweit unterschiedliche Programme die Leistungsfähigkeit unterschiedlich beeinflussen und ob Fernsehen als Risikofaktor für die Entwicklung von Demenz zu betrachten ist.

Von RND/dpa

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