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13:57 08.08.2012
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POTSDAM

Außerdem hinzu kommen soll Geld aus dem Hochschulpakt von Bund und Ländern. Diese würden wahrscheinlich nicht geringer ausfallen als die im Jahr 2012 vergebenen 25 Millionen Euro, teilte Staatssekretär Martin Gorholt (SPD) im Gespräch mit der MAZ mit. Die Landesregierung wird den von ihr im Juli beschlossenen Entwurf des Haushaltsgesetzes 2013/2014 in der letzten Augustwoche in das parlamentarische Beratungsverfahren einbringen.

„Ein wichtiges Signal geht an die Gesundheits- und Pflegeberufe“, sagte Gorholt. Für den Aufbau neuer Studiengänge in der Hochschule Lausitz sehe der Haushaltsentwurf 3,2 Millionen Euro vor. Mehrere Professoren könne die Hochschule neu berufen. Schon ab Herbst 2013 soll es in der Lausitz eine Bachelor-Ausbildung auf dem Gebiet der Pflegewissenschaften geben. Die Hochschule bietet bereits einen dualen Bachelorstudiengang Physiotherapie sowie einen Masterstudiengang Gerontologie an. Eine Berufsschullehrerausbildung im Bereich Pflege ist in Kooperation mit der Universität Potsdam geplant.

Auch an der Inklusionspädagogik liegt dem Land viel. Derzeit beteiligen sich schon 85 Schulen am brandenburgischen Pilotprojekt „Schule für alle“. Nun sind 60 Studienplätze für eine neue Grundschullehrerausbildung geplant. Neben Deutsch und Mathematik studieren die Junglehrer Inklusionspädagogik. Die Universität Potsdam soll zum Aufbau dieses Studienganges bis zu drei Millionen Euro bekommen. Gorholt kündigte an, dass für die neue Ausbildung fünf Professorenstellen zur Verfügung stehen werden.

Einen Ausbau würde auch die Jüdische Theologie an der Universität Potsdam erfahren. Aus zusätzlichen Mitteln sollen neue Professuren finanziert werden. Mittel aus dem vom Bundesforschungsministerium genehmigten „Zentrum für Jüdische-Studien Berlin-Brandenburg“ werden für eine Professur für Bibelexegese eingesetzt. Für die Ausbildung von Kantoren werde es eine Kooperation mit der Musikhochschule in Weimar geben. Diese wurde vom Direktor des Potsdamer Abraham-Geiger-Kollegs, Walter Homolka, in die Wege geleitet.

Die Investitionen in die Hochschulen seien angemessen, meint Gorholt. „Wir rechnen mit stabilen Zahlen der Studierenden in den nächsten Jahren.“ In Brandenburg steige derzeit nicht nur die Zahl der Abiturienten, sondern auch die Studierneigung. Jährlich sei deshalb von gut 9000 Studienanfänger auszugehen. Auch die Zahl aller Studierenden an den neun staatlichen Hochschulen werde bei über 50000 liegen. Zu einem Drittel kämen die Studierenden aus Brandenburg selbst, ein anderes Drittel käme aus Berlin und das letzte aus den anderen Bundesländern sowie aus dem Ausland. Das sei „eine gute Mischung“.

Obwohl die Aufwüchse angesichts des Sparprogramms der Landesregierung beachtlich scheinen, sind die Hochschulen damit nicht wirklich zufrieden. Der Vorsitzende der Brandenburgischen Landesrektorenkonferenz, Oliver Günther, schätzt, dass zu einer vollständigen Ausfinanzierung der der Hochschullandschaft, die Grundzuweisungen um 50 Millionen Euro jährlich erhöht werden müssten. Bei den Ausgaben pro Student bilde Brandenburg im Bund das Schlusslicht. Auch die Hochschulstrukturkommission hatte die Unterfinanzierung in ihrem Bericht bemängelt. Sie geht von einem jährlichen Defizit von 30 Millionen Euro aus. Der Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät in Potsdam, Patrick O’Brien, weist darauf hin, dass die Universität eigentlich nur für 12 000 Studenten ausgelegt sei, tatsächlich studierten aber über 20 000 junge Leute dort.

Das Ministerium kennt diese Probleme. „Das Land Brandenburg wird nicht in der Lage sein, die Differenz auszugleichen“, sagt Gorholt. Ab 2014 werde das Land keine neuen Schulden aufnehmen. Die Hochschulfinanzierung sei nur durch eine Solidarität des Bundes und der Länder zu bewältigen. Deshalb sei es wünschenswert, dass der Hochschulpakt von Bund und Ländern verstetigt werde. (Von Rüdiger Braun)

Ein Haushalt ohne neue Schulden Eine Premiere verspricht die Landesregierung für den Doppelhaushalt 2013/14. Der Etat von 2014 werde der erste Haushalt Brandenburgs sein, der ohne neue Schulden auskomme, hatte Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) Anfang Juli verkündet.

Der jährliche Etat habe jeweils ein Volumen von gut zehn Milliarden Euro. Bildung, Wissenschaft und Forschung sollen nach Auskunft der Landesregierung weiterhin Priorität haben. Das sei an steigenden Ausgaben zu erkennen.

Die größten Investitionen leistet sich das Land für die Bildung. Beinahe 1,5 Milliarden Euro will Brandenburg in Schulen, Jugend und Sport stecken. Danach folgen die Ausgaben für Infrastruktur. Wissenschaft, Forschung und Kultur stehen an dritter Stelle und gehören zu den wenigen Posten, für die es mehr Geld gibt.

Die Globalzuweisungen an die Hochschulen sind im Doppelhaushalt 2008/09 gestiegen. Es gibt einen Sprung von 229 Millionen Euro im Jahr 2007 auf 238 Millionen Euro. Nochmals Zuwachs gab es im Jahr 2010 auf 261 Millionen Euro. Hinzu kam Geld aus dem Hochschulpakt. 2007 noch eine Million, 2008 schon knapp drei Millionen Euro. bra

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