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22:19 08.09.2019
Wer ungeschützten Sex hat, riskiert eine Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten und eine ungewollte Schwangerschaft. Kondome senken das Risiko. Quelle: Pixabay (Symbolbild)
Hannover

Mehr als jeder vierte Deutsche hatte mindestens einmal ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer Zufallsbekanntschaft. Das geht aus einer Umfrage des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV) aus dem Jahr 2018 hervor. Dabei seien oft Männer die treibende Kraft: Die Bandbreite an Ausreden reicht von „Keine Angst, ich passe auf“ bis hin zu „Ich spüre nichts mehr, wenn ich mir ein Kondom überziehe“. Tatsächlich sind Kondome allerdings nicht einmal ein Zehntel-Millimeter dick und damit dünner als jeder Gummihandschuh oder Luftballon. Das Unternehmen Durex ist mit einem Marktanteil von 35 Prozent des globalen Kondomabsatzes übrigens weltweiter Marktführer.

Safer Sex: Kondome bieten viele Vorteile

Kondome haben eine Menge Vorteile, wenn es um Schutz beim Sex geht“, meinen die Experten der Initiative Liebesleben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA). Sie schützten vor einer Ansteckung mit HIV, Chlamydien und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten und verhinderten ungewollte Schwangerschaften. Und: „Sie sind äußerst günstig, fast überall zu kaufen und leicht in der Anwendung“, erklärt die Initiative weiter. Im Gegensatz zu anderen Verhütungsmitteln würden Kondome außerdem nur bei Bedarf verwendet. Damit erspare sich Frau, ihrem Körper zusätzliche Hormone zuzuführen. „Alles in allem also der ideale Schutz“, sagen die Liebeslebenexperten.

All diese Vorteile können Frauen als Argumente nutzen, sollte ein Mann sie zu ungeschütztem Sex überreden wollen. Die Experten haben eine Reihe von Tipps für Frauen zusammengestellt, die helfen sollen, im Zweifelsfall richtig zu reagieren.

Der Schutz vor Krankheiten und ungewollten Schwangerschaften

Anstatt Vorwürfe à la „Wer weiß, ob du eine sexuell übertragbare Krankheit hast“ zu formulieren, könnte Frau versuchen, die Bedenken andersherum zu äußern – zum Beispiel, indem sie erklärt, dass sie nicht riskieren möchte, ihren Partner mit Krankheiten zu infizieren, von denen sie nichts weiß. Denn schon ein einziges Mal Oralverkehr in der Vergangenheit könnte zu einer unbemerkten Infektion geführt haben. Stößt dieses Argument auf Unverständnis, bleibt laut den Experten von Durex das Argument einer ungewollten Elternschaft: „Selbst wenn ein Mann dazu bereit ist, eine sexuell übertragbare Krankheit in Kauf zu nehmen, ist es unwahrscheinlich, dass er eine ungeplante Schwangerschaft riskieren möchte.“

Verständnisvoll und dennoch standhaft reagieren

Häufig vertreten sind auch Aussagen wie „Ich möchte die Nähe zu dir spüren“. Hierbei gilt: Verständnisvoll reagieren und erklären, dass es beide näherbringt, wenn man sich entspannen kann und weiß, dass man geschützt ist. Außerdem zeuge es von Respekt und Liebe, sich nicht gegenseitig einem Risiko auszusetzen. „Und wenn ein Mann Sie deshalb als unreif bezeichnet, sagen Sie ihm, dass Sie reif genug sind, um sich selbst zu schützen“, ergänzen die Experten.

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Bei Latexallergien und Beschwerden: Alternative finden

Ein Kondom, das nicht richtig passt, kann dem Mann wehtun und die Lust mindern. Doch auch in diesem Fall finde sich die richtige Lösung: Im Handel gebe es zahlreiche Kondome in Sondergrößen, mit oder ohne Latex. Eine Allergie sei daher auch handhabbar.

Nein heißt Nein: Frauen sollten ihren Wert kennen

Grundsätzlich gilt: „Wenn ein Mann sich weigert, ein Kondom zu verwenden, sollten Sie sich weigern, mit ihm Sex zu haben“, meinen die Spezialisten von Durex. Es gebe auch andere Möglichkeiten, Spaß zu haben oder sich Lust zu verschaffen. „Aber in diesem Fall sollten Sie sich tatsächlich fragen, ob er es überhaupt wert ist, mit ihm intim zu werden.“

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Femidome: Selbstbestimmte Verhütungsmethode für Frauen

Für Frauen, die sich selbstbestimmt vor HIV und anderen Geschlechtskrankheiten schützen möchten, gibt es Femidome. Sie haben eine offene und eine geschlossene Seite mit einem Ring. Er wird zusammengedrückt und so weit wie möglich in die Scheide eingeführt. Wie bei herkömmlichen Kondomen wird das Femidom anschließend zugedreht und entsorgt.

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Von Jessica Orlowicz/RND

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