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11:12 17.06.2019
Wenn das Risiko hoch ist, lassen Elefanten das Herumstreifen auf der Suche nach Futter sein. Quelle: Jon Hrusa/EPA/dpa
Twente

Bei Bedrohung durch Wilderer wählen Elefanten eher den direkten Weg zwischen zwei Orten. Das schreiben Forscher im „Journal of Wildlife Management“ nach der Auswertung von GPS-Daten. „Elefanten passen sich an ihre Umgebung mit großer Sensibilität an. Wenn das Risiko hoch ist, lassen sie das Herumstreifen auf der Suche nach Futter sein und versuchen sicher von einem Ort zum Nächsten zu gelangen“, sagte Studienleiter Iain Douglas-Hamilton von der Organisation „Save the Elephants“.

Elefanten bewegen sich den Forschern zufolge oft viele Dutzend Meilen zwischen ihren Weidegründen. Frühere Studie hatten gezeigt, dass Elefanten ihr Bewegungsverhalten ändern, wenn ihnen der Tod durch Wilderer droht. So sind sie dann beispielsweise eher nachts als tagsüber unterwegs.

Bewegungen der Elefanten wurden mit GPS verfolgt

Die Forscher um Douglas-Hamilton konzentrierten sich in ihrer Untersuchung auf ein etwa 33.000 Quadratkilometer großes Gebiet in Kenia. Das Laikipia-Samburu-Ökosystem bestehe hauptsächlich aus bewaldetem Grasland, schreiben die Forscher. Das Gebiet ist in Bezug auf die Landnutzung eine Art Flickenteppich. So gibt es dort unter anderem Schutzgebiete und auch Farmen. Die Elefanten können sich zwischen den meisten Flächen frei bewegen, die größte Gefahr durch Wilderei droht ihnen auf bestimmten Weideflächen für Vieh.

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Die Forscher schauten sich nun an, wie sich Elefanten verhalten, wenn sie sich zwischen Gebieten bewegten, die unterschiedlich gefährlich waren. Dafür verglichen sie GPS-Daten von elf ausgewachsenen Tieren mit vorhandenen Daten zur Aktivität von Wilderern. Bei den sieben Weibchen und vier Männchen wurde über einen Zeitraum von zwei oder mehr Jahren stündlich der Standort registriert.

Verhalten der Elefanten ist eine Möglichkeit, Wilderer zu erwischen

Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass die Elefanten in Gebieten mit hohem Wilderer-Risiko eher schnurstracks von A nach B liefen als sich auf gewundenen Pfaden zu bewegen. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass ein Lebensraum mit einem hohen Maß an illegalem Töten und anderen Risikofaktoren weniger bevorzugt wird. Das führt dazu, dass Elefanten sich auf direkterem Weg hindurch bewegen“, schreiben die Forscher.

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Lassen Elefanten das Herumstreifen sein, birgt das auch Risiken. „Sind die Tiere eher auf direktem Wege unterwegs, bedeutet das, dass sie ein Gebiet mit nur geringerer Intensität absuchen können“, sagte Festus Ihwagi von der Universität Twente (Niederlande), der an dem Projekt beteiligt war. „Langfristig kann das negative Auswirkungen auf den Erfolg bei der Futtersuche von Elefanten in risikoreichen Gebieten haben.“

Die Forscher schlagen nun vor, ihre Ergebnisse künftig zu nutzen, um Aktivitäten von Wilderern frühzeitig zu bemerken: Zeigen die Daten von Elefanten ein verändertes Bewegungsbild, sind möglicherweise illegale Jäger in der Nähe.

Von RND/dpa

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