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16:18 01.02.2019
Bis zu 150 Kilo Raupen und Würmer verdrückt ein Meisenpaar mit Jungen im Jahr zusammen. Quelle: Pixabay
Hannover

Nichts grämt das Gärtnerherz wohl mehr, als wenn die Blätter der mühsam gehegten Obstbäume im Frühjahr angefressen werden, sich der prächtig blühende Rittersporn quasi über Nacht in nichts auflöst oder Kolonien von Blattläusen an den Rosen saugen. Kein Wunder also, dass die meisten Gartenliebhaber Schädlingen im grünen Reich den Kampf angesagt haben. Und der ist nicht aussichtslos, gibt es doch eine ganze „Armee“ von Nützlingen, die den fiesen Fressräubern das Leben schwer machen.

Meise: Der Winzling jagt Raupen

So sollte beispielsweise die Meise nicht nur wegen ihres putzigen Äußeren ein gern gesehener Gartengast sein. Vielmehr haben die höhlenbrütenden Winzlinge, die pro Jahr ein bis zwei Bruten mit bis zu 30 Jungen aufziehen, allerhand damit zu tun, die hungrigen Schnäbel des Nachwuchses zu stopfen. Und das besonders gerne mit für Gartenpflanzen schädlichen Insekten, Raupen und Würmern. Bis zu 150 Kilo verdrückt ein Vogelpaar mit Jungen im Jahr zusammen. Gärtner, die die fleißigen Schädlingsvertilger anlocken wollen, sollten ihnen Höhlen anbieten – zum Beispiel ab März in Form von hölzernen und tönernen Nisthilfen mit maßgeschneidertem, 30 Millimeter großem Schlupfloch. Wird den emsigen Jägern auch im Winter Futter angeboten, bleiben sie gleich vor Ort. Auch Naturhecken und Bäume zum Zwischenlanden und Verstecken oder eine Vogeltränke gegen den Durst machen den Garten zum Paradies für Meisen.

Wer Meisen in seinen Garten lockt, tut damit auch etwas gegen die Vermehrung von Raupen. Quelle: Pixabay

Florfliege: Ein filigraner Fressfeind

Sie verzaubern mit grün schillernden Flügeln und golden glänzenden Facettenaugen und haben obendrein mächtig Appetit auf Blattläuse: Florfliegen. Vor allem die Larven der attraktiven Netzflügler haben es auf die kleinen Schädlinge an Rosen und Co. abgesehen, weshalb das Florfliegenweibchen seine Eier (pro Jahr rund 350 Stück) auch besonders gerne in der Nähe von Blattlauskolonien ablegt. Dort verputzt der Nachwuchs eines einzelnen Weibchens dann immerhin etwa 500 000 Läuse pro Jahr.

Die zarten Insekten überwintern gerne in Gartenhäuschen oder auf dem kühlen Dachboden. Um es ihnen behaglich zu machen, sollten Gärtner auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten, Staudenbeete mit Katzenminze und Sonnenhut verschönern und Florfliegenhäuser (gibt es im Handel) aufstellen.

Florfliegen überwintern gern in Gartenhäuschen oder auf kühlen Dachböden. Quelle: Pixabay

Schlupfwespen: Zustechende Unterstützung

Wie sie ihrem Gegner den Garaus machen, klingt grausam. Ist es auch: Mit ihrem guten Geruchssinn spürt das gerade einmal 0,7 Millimeter winzige Schlupfwespen-Weibchen die Raupen von Kohlweißlingen, Lebensmittel- und Gespinstmotten auf, injiziert ihnen mit ihrem – im Vergleich zu ihrer Körpergröße – geradezu gewaltigen Legestachel Eier in den Körper. Dort schlüpfen schließlich die Larven, fressen das Wirtstier von innen heraus auf. Im professionellen Gartenbau werden die Nützlinge schon lange standardmäßig zur Bekämpfung von Schädlingen eingesetzt, im Haushalt helfen sie bei der Bekämpfung von Lebensmittelmotten. Aber auch im Privatgarten kommen sie immer mehr zum Zuge – wenn sie dort geeignete Bedingungen vorfinden: So überwintern sie teilweise als Larven in den Mumien parasitierter Tiere, aber auch in Grasbüscheln, unter Moos oder unter loser Baumrinde. Ausgewachsene Schlupfwespen ernähren sich vor allem vom Nektar der Doldenblütler.

Igel: Appetit auf Schnecken

Er macht sich nachts auf die Suche nach Futter, verputzt mit seiner spitzen Schnauze gerne Engerlinge, Schnecken und andere bodennah lebende Schädlinge: der Igel. Weil der stachelige Vierbeiner besonders standorttreu ist und meist über Jahre im Garten bleibt, lohnt es sich also, ihm dort ein angenehmes Zuhause einzurichten. So schätz er ungestörte Quartiere im Gebüsch oder in einem Laubhaufen. Darüber hinaus sollte komplett auf Schneckenkorn oder Rattengift verzichtet werden.

Wer Igel im Garten beheimaten will, der sollte auf Schneckenkorn und Rattengift komplett verzichten. Quelle: dpa-tmn

Regenwurm: Meister der Bodenarbeit

Regenwürmer sorgen dafür, dass der Gartenboden fruchtbar wird. Dazu nehmen sie unter anderem kleine Erdpartikel, tierische und pflanzliche Abfallstoffe, Bakterien und Pilze auf, verdauen sie und scheiden sie schließlich als Wurmkot aus. Dieser liefert das „Gold des Gärtners“ – den wertvollen Humus. Außerdem transportieren die blinden Würmer Mineralien aus dem Untergrund in den Wurzelbereich der Pflanzen und wirken neutralisierend auf den pH-Wert des Bodens. Gärtner, die den regen Wurm ins Beet locken wollen, sollten dort Kompost einbringen. Auch sollte kein Kunstdünger zum Einsatz kommen, der den Säure- und Salzgehalt des Bodens erhöht und die Haut der Würmer schädigt. Zum Lockern des Bodens sollte idealerweise eine Grabegabel oder ein Sauzahn zum Einsatz kommen und auf tiefes Graben mit einem Spaten besser verzichtet werden.

Wer auf Kunstdünger verzichtet, tut damit (nicht nur) den Regenwürmern einen Gefallen, denn diese mögen keine sauren Böden. Quelle: Pixabay

Von Julia-Marie Meisenburg

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