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Nachrichten Wissen Erste Nipah-Infektion in Indien in diesem Jahr
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13:42 05.06.2019
Letztes Jahr starben 17 Menschen an einer Nipah-Virus-Infektion, sie gilt als schwer heilbar. Quelle: K.Shijith/AP/dpa
Neu Delhi

Indische Behörden haben den ersten Fall einer gefährlichen Nipah-Infektion in diesem Jahr gemeldet. Bei dem Erkrankten handele es sich um einen 23-jährigen Studenten im südlichen Bundesstaat Kerala. Aus seinem Umfeld gelten vier der rund 80 Menschen, die mit ihm zuletzt in Kontakt waren, als Verdachtsfälle, nachdem sie über Fieber klagten. Sie stünden unter Quarantäne, sagte ein Behördensprecher. 2018 waren bei einem Ausbruch in Kerala 17 Menschen an dem Erreger gestorben.

Ein Team sei nach Kerala geschickt worden, um dort Flughunde auf das Virus zu testen, teilte Indiens Gesundheitsminister Harsh Vardhan mit. Die Tiere sind nach Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die natürlichen Wirte des Nipah-Virus und können daran auch selbst schwer erkranken.

Infizierung führt bei Menschen häufig zum Tod

Bei Menschen kann der Erreger Fieber, Atemwegserkrankungen und tödliche Hirnhautentzündungen verursachen. Das Virus wird durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten und -ausscheidungen von Tieren übertragen. Infizierte entwickeln zunächst Symptome wie Fieber, Erbrechen, Kopf-, Hals- und Muskelschmerzen. Darauf können Schwindel, Schläfrigkeit und Bewusstseinsveränderungen folgen.

Hoffnung auf Ebola-Wirkstoff

Es gibt bislang weder eine Impfung noch eine wirkungsvolle Behandlung gegen das Nipah-Virus. Doch Hoffnung, dass sich das bald ändern könnte, macht der antivirale Wirkstoff Remdesivir, wie das Fachblatt „Science Translational Monitor“ berichtet. Demnach habe das Mittel Affen in einer tierexperimentellen Studie vor einer tödlichen Infektion mit dem Virus geschützt. Allerdings steht auch die Wirksamkeit von Remdesivir gegen Ebola ebenfalls noch auf dem Prüfstand und wird gegenwärtig in Westafrika getestet.

Die Sterblichkeitsrate bei bisherigen Ausbrüchen – alle in Südasien – lag laut WHO zwischen 9 und 100 Prozent. Das Nipah-Virus wurde erstmals im Jahr 1998/99 bei einem Ausbruch unter Schweinehaltern in Malaysia nachgewiesen. Die Infektion resultierte damals aus dem Kontakt der Farmer mit Ausscheidungen ihrer Schweine. 105 der 257 Infizierten starben an einer Gehirnentzündung. Bei Familienmitgliedern und Pflegepersonen von Infizierten wurde auch von einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung berichtet.

Nipah-Virus auf der Liste der gefährlichsten Krankheitserreger

In Malaysia ist es seitdem zu keinen weiteren Ausbrüchen gekommen. Jährlich gibt es jedoch Fälle in Bangladesch sowie Indien. Das Nipah-Virus gehört nach Ansicht der WHO zu den Erregern, die am dringendsten erforscht werden müssen, weil sie die öffentliche Gesundheit gefährden. Die Organisation listet das Virus deshalb auf seiner Liste der gefährlichsten Krankheitserreger. Zu den anderen Erregern zählen unter anderem auch das Zita- sowie das Ebola-Virus.

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Von RND/dpa/seb

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