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Wissen Umweltfreundlicher Ersatz für Alu- oder Frischhaltefolie: Wachstücher selber machen
Nachrichten Wissen Umweltfreundlicher Ersatz für Alu- oder Frischhaltefolie: Wachstücher selber machen
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12:01 12.09.2019
NBB4BDWFOFAF5PMU3376ON3TMI Quelle: Alice Mecke
Hannover

Der übrig gebliebene Nudelsalat von der Party, die Schulbrote für die Kinder oder angebrochene Konservendosen: Sie alle werden gerne in Alu- oder Plastikfolie geschlungen, um sie frisch zu halten. Doch das produziert viel Müll. Und kostet auch Nerven. Schließlich kann Frischhaltefolie ziemlich lästig sein, wenn man sie mal eben schnell auseinanderreißen möchte. Wer also seinen Verschleiß an Plastik etwas verringern möchte, kann statt der Frischhaltefolie zum Wachstuch greifen. Das schmiegt sich, wie die Folie, ebenfalls an die Behälter an und kann so deren Inhalt vor dem Austrocknen schützen.

Das wird für die Wachstücher benötigt

Mit wenig Zeitaufwand und ohne großes künstlerisches Talent, ist die Produktion von Wachstüchern relativ einfach und gelingt auch ohne große "Sauerei" in Form von Wachsresten in der Küche. Wichtig ist vor allem die Wahl des richtigen Stoffs - denn mit dem falschen wird das Wachstuch eher ein bröseliger, harter Lappen.

  • Wachsperlen: Im Internet gibt es eine große Auswahl an verschiedenen Wachssorten. Man kann man sein Wachstuch sogar vegan herstellen: mit Beerenwachs. Herkömmlicher Bienenwachs ist ebenfalls geeignet.
  • Stoff: Hier ist es wichtig, dass der Stoff zu 100 Prozent aus Baumwolle, Leinen oder Hanf besteht - ansonsten "klebt" das Wachstuch nicht richtig und wird zu hart. Auch zu dicker Stoff, zum Beispiel ein altes Handtuch, ist nicht geeignet. Der Stoff sollte dünn sein, damit er sich später besser falten und formen lässt.
  • Ein Backblech oder Rost und Backpapier
  • Einen Silikonpinsel
  • Einen Wäscheständer
  • Ein Backofen

Erster Schritt: Wachsperlen ausreichend verteilen

Die Größe des Tuchs kann man ganz individuell bestimmen. Tipp: Die größte oder am häufigsten genutzte Schale als Maßstab nutzen. Den zurechtgeschnittenen Stoff breitet man auf dem Backpapier aus und bestreut ihn mit den Wachsperlen. Dabei sollte das Backpapier bereits auf dem Backblech liegen, damit es hinterher einfach in den Ofen geschoben werden kann. Für ein Tuch mit den Maßen 35 mal 40 Zentimeter benötigt man knapp 40 Gramm Perlen. Es ist wichtig, dass der Stoff ausreichend bedeckt ist, besonders die Ecken. Das Tuch darf im Wachs "schwimmen", denn auch die Unterseite muss genug abbekommen.

Der Stoff darf reichlich mit Wachsperlen bestreut werden, besonders die Ecken. Quelle: Alice Mecke

Die Perlen im Backofen schmelzen

Das bestückte Tuch kommt nun in den Ofen. Bei 50 Grad brauchen die Perlen etwa fünf Minuten, bis sie geschmolzen sind. Erst wenn das Wachs komplett flüssig ist, sollte das Backblech aus dem Ofen geholt werden, ansonsten lässt sich die Masse nicht verstreichen. Das Verstreichen des flüssigen Wachs klappt mit einem Silikonpinsel einwandfrei und da das Blech Wärme speichert, wird das Wachs auch nicht allzu schnell hart. Auch sollte man darauf achten, das Wachs bis in die Ecken zu streichen.

Bemerkt man, dass man zu wenig Wachsperlen benutzt hat, kann das Tuch einfach mit weiteren Perlen wieder in den Ofen.

Den Stoff erst aus dem Ofen holen, wenn alle Wachsperlen geschmolzen sind. Dann lässt sich die Flüssigkeit ganz einfach mit einem Silikonpinsel verstreichen. Das Tuch darf dabei im Wachs schwimmen, denn auch die Unterseite benötigt genügen Flüssigkeit. Quelle: Alice Mecke

Nach dem Trocknen direkt einsatzbereit

Nun muss das Wachstuch nur noch trocknen. Dafür legt man es flach mitsamt Backpapier auf einen Wäscheständer. Fünf bis zehn Minuten braucht das Wachs, um komplett auszuhärten. Dann kann man es vom Backpapier ziehen - und es ist direkt einsatzbereit.

Durch die Wärme der Finger lässt sich das Tuch immer wieder neu formen, im Kühlschrank wird es wiederum hart und bleibt so an Ort und Stelle. Das Wachstuch kann die Plastikfolie an vielen Stellen ersetzen - am besten einfach ausprobieren. Auch das Reinigen ist unkompliziert: Dafür hält man das Tuch einfach unter lauwarmes Wasser und säubert es bei Bedarf mit etwas Spülmittel.

Sollte sich an einigen Stellen das Wachs ablösen, kann man diese mit neuen Wachsperlen und erneutem Schmelzen wieder auffüllen. Bei Farben, Mustern oder der Form des Stoffes, sind der Fantasie keine Grenze gesetzt - sofern es aus Baumwolle, Leinen oder Hanf ist. Man kann das Wachstuch beispielsweise auch mit einer Zickzack-Schere zurechtschneiden. So oder so, jedes Tuch ist ein echtes umweltfreundliches Unikat und dem Ziel der plastikfreien Küche, kommt man mit einem Wachstuch wieder einen Schritt näher.

Schüsseln oder Flaschen lassen sich problemlos mit einem Wachstuch abdecken. Durch die Wärme der Finger, wird das Tuch weich und kann immer wieder neu geformt werden. Quelle: Alice Mecke

Alice Mecke/RND

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