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Reisereporter DRV-Präsident: Deutsche wollen nicht auf Urlaub verzichten
Reisereporter DRV-Präsident: Deutsche wollen nicht auf Urlaub verzichten
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11:56 20.11.2013
«Urlaub ist so ziemlich das Letzte, worauf die Deutschen verzichten würden, wenn es ihnen finanziell schlechter geht», sagt DRV-Präsident Jürgen Büchy. Quelle: Julian Stratenschulte
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Salzburg

Warum Griechenland zurück ist und Touristen scheue Rehe sind, erklärt er im Interview.

Die Nachricht wird mittlerweile fast etwas langweilig: Die Deutschen sind weiter in Reiselaune. Wann ändert sich daran etwas?

Büchy: Daran wird sich so schnell nichts ändern. Dafür gibt es vor allem zwei Gründe: Erstens reisen die Deutschen einfach grundsätzlich sehr gerne. Urlaub ist so ziemlich das Letzte, worauf sie verzichten würden, wenn es ihnen finanziell schlechter geht. Zum anderen sind derzeit die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einfach gut, zum Beispiel ist die Arbeitslosigkeit niedrig.

Von der Reiselust müssten nicht die Veranstalter profitieren. Theoretisch könnte man sich seine Reise auch alleine zusammenbuchen. Warum tun das die Deutschen nicht?

Büchy: Die Veranstalterreise beinhaltet ein wesentliches Element: ein eingebautes Sicherheitsnetz. Sie ist quasi eine Versicherung für Krisenfälle, wie Naturkatastrophen oder politische Unruhen.

Ein Trend geht hin zu höherwertigen Reisen...

Büchy: Wir beobachten, dass die Umsatzzahlen stärker steigen als die Zahl der Urlauber. Dadurch steigt der durchschnittliche Reisepreis. Die Menschen sind offenbar bereit, mehr zu zahlen, wenn sie dafür ein besonderes Produkt bekommen. Die Veranstalter reagieren darauf, indem sie sich mit immer mehr exklusiven Produkten von der Konkurrenz abheben.

Geht das einher mit einem Boom von Luxusreisen?

Büchy: Das müssen nicht immer nur die Vier- oder Fünf-Sterne-Hotels sein. Aber richtig ist: Luxusreisen werden immer beliebter. Das ist ein absolut krisenresistenter Geschäftszweig, der seit Jahren wächst. Auch kleinere Veranstalter machen mittlerweile Premiumangebote.

Zwei Länder standen in den vergangenen Jahren im Fokus: Ägypten und Griechenland. Alle Veranstalter sprechen davon, dass Griechenland zurück ist.

Büchy: Griechenland liegt fast wieder auf dem Niveau von vor der Krise. Spätestens 2014 wird dieses aller Voraussicht nach übertroffen. Etwas hinterher hinkt derzeit noch die klassische Kulturreise. Diese wird meist etwas länger im Voraus gebucht.

Wie viel des Wachstums ist durch niedrige Preise erkauft?

Büchy: Es gab leichte Preissenkungen. Das hat aber nicht die große Rolle gespielt. Griechenland hat einfach ein attraktives Produkt.

Etwas schwieriger ist es offenbar noch mit Ägypten?

Büchy: Wir hatten im Sommer in der Tat eine schwierige Phase. Derzeit läuft es gerade wieder an. Wir sind aber noch annähernd nicht da, wo wir vor der Krise waren. Es gibt relativ viele kurzfristige Buchungen - sicher auch aufgrund der deutlich gesenkten Preise. Bei den langfristigen Buchungen, sprich zum Beispiel für Frühjahr und Sommer, ist aber noch eine deutliche Zurückhaltung zu spüren. Wie es weitergeht, hängt von der politischen Lage ab. Der Tourist ist ein scheues Reh, das Reh vergisst aber auch schnell.

Wie schwer hat die Ägypten-Krise die deutschen Veranstalter getroffen?

Büchy: Wie die Zahlen zeigen, hatte die Krise keine nennenswerten Auswirkungen. Die Deutschen sind sehr flexibel, sie haben sich einfach andere Ziele gesucht - Türkei und Griechenland zum Beispiel. In anderen Ländern ist das anders: Franzosen etwa fahren nur in französischsprachige Länder. Wenn es dort Unruhen gibt, bleiben sie lieber zu Hause.

Sie haben die Veranstalter kritisiert, die trotz verschärfter Sicherheitshinweise Reisen nach Ägypten angeboten haben. Wie können Sie in der Branche künftig ein einheitliches Vorgehen erreichen?

Büchy: Ich habe gesagt, dass wir die Interpretation der Sicherheitslage nicht aus wirtschaftlichen Überlegungen vornehmen sollten. Wir müssen da in der Branche zu einem Konsens kommen, andernfalls verlieren wir an Vertrauen. Wir als Deutscher Reiseverband können aber nicht mehr machen, als an die Veranstalter zu appellieren.

dpa

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