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Rund um die Welt Teeplantagen und Teletubbie-Gräber im südlichen Südkorea
Reisereporter Rund um die Welt Teeplantagen und Teletubbie-Gräber im südlichen Südkorea
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09:44 21.02.2019
Königsgräber unter grünen Hügeln: Im Raum Gyeongju gibt es insgesamt etwa 200 dieser sogenannten Tumuli, einige davon mitten in der Stadt. Quelle: Korea Tourism Organization
Jeonju

Ob Seoul mit seinen weitläufigen Palästen oder die Berge im Seoraksan-Nationalpark: Viele Touristenattraktionen in Südkorea liegen im Norden des Landes. Es gibt aber gute Gründe, auch den äußersten Süden der koreanischen Halbinsel zu besuchen.

Dafür bietet es sich an, gut eine Woche einzuplanen. Eine Annäherung in fünf Schritten:

Das Stadtzentrum von Jeonju

In

Südkorea stehen jede Menge Hochhäuser - das ist einer der ersten Eindrücke bei einem Besuch. Ganz anders wirkt das Zentrum von

Jeonju, keine zwei Schnellzugstunden südlich von Seoul: Es ist Südkoreas größtes geschlossenes Ensemble im traditionellen Hanok-Baustil, gebildet von rund 800 Wohngebäuden und Läden, flachen Häusern mit dunklen Dachziegeln und kunstvollen Giebeln. Viele Besucher tauschen in Jeonju ihre Alltagskleidung gegen eine Hanbok-Tracht: Die Frauen tragen weitschwingende Röcke, die Männer lange Gewänder und oft Hüte. Die Maskerade ermöglichen ähnlich viele Verleihgeschäfte, wie es Restaurants gibt, die das hier erfundene Gericht Bibimbap servieren.

Im Hanbok durch das Hanok-Village zu laufen, ist aber nur bedingt ein Eintauchen in frühere Zeiten. Niemand vergisst hier die Gegenwart und ihre Kultur, dafür sorgen die lauten K-Pop-Klänge, die aus fast jedem Geschäft heraus die Gehwege beschallen. Weniger schrill geht es auf dem Gelände der Gyeonggijeon Hall zu, einem Komplex mit mehreren Schreinen. Oder man steigt nahe des Omokdae-Pavilions auf einen Hügel - von dort aus ist der Blick über die Hanok-Dächer besonders gut.

Die Teeplantagen von Boseong

Südkoreas wichtigste Teeanbauregion liegt nahe der Küste. Bei Boseong sind die Bedingungen für das Wachstum der Teebäume ideal: mindestens 1500 Millimeter Niederschlag im Jahr, insgesamt kühl-feuchtes Klima, deutliche Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Wie mit dem Rechen gezogen stehen die Pflanzenreihen der Teegärten an den Bergen. In der größten Plantage Daehan Dawon wachsen etwa 5,8 Millionen Teebäume in Reih und Glied den Hügel hinauf, umrahmt von Zedern, Zypressen und anderen Bäumen. Ein Meer aus sattem Grün erwartet die Besucher, auf fast bezaubernde Art wirkt die Landschaft beruhigend.

Wie wichtig Tee für die Kultur des Landes war und ist, verdeutlicht das

Tea Museum of Korea, nur fünf Autominuten entfernt: Vom Pflücken über Verarbeitung bis zur Verkostung durch Experten werden hier alle Schritte erläutert, die dem Genuss des heißen Getränks vorangehen.

Der Jagalchi-Fischmarkt in Busan

Gummistiefel mitzubringen wäre nicht schlecht gewesen. Aus bunten Schläuchen heraus sprudelt das Wasser in Aquarien und Tonnen, vieles schwappt weiter auf den gefliesten Hallenboden. Der

Jagalchi Market in

Busan, Südkoreas zweitgrößter Stadt, ist einer der bedeutendsten Fischmärkte Asiens und nur nebenbei eine Touristenattraktion. Wer nasse Füße hat, muss sich nicht wundern - hier wird hart gearbeitet.

Die Schürzen der Händler und ihre Stiefel leuchten in knalligem Rot oder grellem Gelb. Wer hier als Tourist durch die Gänge schlendert, steht manchmal im Weg, wird aber nicht groß beachtet - und kann in aller Ruhe Krebsen zuschauen, die Ausbruchsversuche aus überfüllten Plastikschüsseln unternehmen. In einer der Hallen liegen Tintenfische aufgereiht auf dem Boden - wie verkleinerte Ausgaben der Aliens, die in den "Independence Day"-Filmen für Stress auf der Erde sorgen.

Der Markt öffnet um 5.00 Uhr, nur am ersten und dritten Dienstag des Monats bleibt er geschlossen. Mittags werden die Fische an den Ständen rund um das Gebäude immer wieder mit Wasser übergossen, damit sie frisch bleiben. Die Marktstände scheinen kein Ende zu nehmen, und unwillkürlich fragt man sich, wie viele Meerestiere heute noch in Topf oder Pfanne brutzeln oder am Ende doch weggeworfen werden.

Zeugnisse der Geschichte in Gyeongju

Sind wir hier bei den Teletubbies? Ein unhöflicher Gedanke, aber er kommt inmitten der mit Gras bewachsenen, abgerundeten und zum Teil gut 20 Meter hohen Hügel im

Tumuli-Park von

Gyeongju durchaus auf. Die Hügel sind natürlich nicht das Spielfeld von Fernsehfiguren, sondern Gräber von Herrschern der Silla-Dynastie, die Teile Koreas bis zum Jahr 935 regierten. Im Raum Gyeongju gibt es etwa 200 solche Hügelgräber, 23 davon liegen im Distrikt Daerungwon Ancient Tombs. Seit dem Jahr 2000, als die Unesco die Gräber und andere Stätten in Gyeongju zum

Weltkulturerbe erklärte, sind sie besonders geschützt.

Einer dieser anderen Orte ist das Cheomseongdae-Observatorium aus dem 7. Jahrhundert nach Christus, das zur Beobachtung der Sterne gebaut wurde. Der gut neun Meter hohe Bau besteht aus exakt 366 Steinen, so vielen, wie ein Schaltjahr Tage hat. Nicht weit entfernt lohnt ein Besuch am Wolji-Teich, an dessen Ufern drei Pavillons rekonstruiert wurden, die zum Ende des Silla-Reiches 935 zerstört wurden.

Die Buddhas auf dem Mount Namsan

Der Mount Namsan südlich von Gyeongju wird oft als Freilichtmuseum des Buddhismus bezeichnet. Hier sind nach Unesco-Angaben bisher 122 Tempel, 53 steinerne Statuen und 64 Pagoden aus dem siebten bis zehnten Jahrhundert gefunden worden. Über enge, aber nicht zu steile Pfade kann man hier von einem kleinen Heiligtum zum nächsten wandern und begegnet Buddha in vielen Formen: Mal ist seine Gestalt in die Felsen hineingeritzt worden, mal sitzt er als Statue unter Bäumen.

Einem anderen Monument fehlt der Kopf. Kurz hält man als Wanderer vor den Räucherstäbchen, die zu Buddhas Füßen brennen, und sinniert, wie es zu der Enthauptung kommen konnte. Keine Hinweistafel klärt darüber auf, und der am Nationalparkeingang verteilte Handzettel verrät nur, dass diese Buddha-Statue vermutlich aus dem achten Jahrhundert stammt und 1964 wiederentdeckt wurde. Am Namsan ist der Tourismus, so scheint es, noch nicht vollständig professionalisiert. Auf sympathische Art wirkt der spirituelle Ort bedeutsam und unaufgeregt - was in einem manchmal etwas lauten Land kein Nachteil sein muss.

dpa

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