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Sportbuzzer Aus der Abenteuergeschichte wird ein Erfolgsmärchen
Sportbuzzer Aus der Abenteuergeschichte wird ein Erfolgsmärchen
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17:47 16.06.2019
Der Norweger Kornelius Eilertsen (rot) steuerte einen Sieg zum Erfolg des JV Ludwigsfelde bei. Quelle: foto: Lars Sittig
Ludwigsfelde

Zunächst gab es etwas Regelkunde vom Moderator, der Höhenflug des Judo-Vereins Ludwigsfelde in der zweiten Bundesliga hatte schließlich auch so manch einen Kampfsport-Neuling zum Duell gegen das Hamburger Judo-Team (JT) II angelockt: „Es waren erfreulicherweise auch viele Besucher da, die bisher nicht zu unseren Kämpfen gekommen sind“, sagte JVL-Sprecher Sebastian Kittel.

Die allgemeine Judo-Begeisterung in der Autobauerstadt dürfte in den kommenden Monaten noch deutlich steigen: Der Club steht nach dem überzeugenden 11:3-Erfolg vor fast 200 Zuschauern in der heimischen Stadtsporthalle unmittelbar vor dem Sieg der Männer-Staffel Nord-Ost und damit dem Durchmarsch in die 1. Bundesliga. Den letzten Kampf müsste der Aufsteiger am 21. September zu Hause gegen die Kampfgemeinschaft der Judoka Mecklenburg-Vorpommern (KGJ M-V) hoch verlieren. Bereits vier Einzelpunkte würden für den ganz großen Coup ausreichen.

Unabhängig, ob der Sprung nach ganz oben gelingt: Aus dem historischen Abenteuer – der JVL kämpft überhaupt erstmals in der 2. Bundesliga – ist längst ein Erfolgsmärchen geworden. Drei Kämpfe, drei Siege. Tabellenführung.

Wäre der Verein gerüstet für das nächste, noch schillerndere Kapitel in der Historie des Clubs: „Im Prinzip schon“, sagte Vereinschef Axel Schulz, „unser Ziel war perspektiv der Aufstieg in die erste Bundesliga, aber unser Plan sah eigentlich vor, dass wir uns in der zweiten Liga etablieren und weiter wachsen und an den Rahmenbedingungen arbeiten. In der ersten Liga sind ganz andere Rahmenbedingungen nötig.“

Der geplante Zeitrahmen ist über den Haufen geworfen wie bei einem der spektakulären Würfe während des klug und fein abgestimmten Kampfes am späten Sonnabendnachmittag. Bei der Organisation hatten viele Vereinsmitglieder kräftig angepackt. So wie die Mannschaft, die auch wegen eines Blitzstartes schnell den Schulterschluss mit dem Publikum fand und dann gemeinsam mit den Fans einen souveränen Erfolg gegen das Reserveteam des Hamburger Erstligisten erkämpfte. Dem JVL ist es gelungen, ein homogenes Ensemble auf die Matte zu schicken, gut durchmischt mit Publikumslieblingen, die schon lange das JVL-Trikot tragen, ausgeliehenen Talenten des Kooperationspartners UJKC und Akteuren mit internationalem Glamour wie den Norweger Kornelius Eilertsen oder Mario Schendel. „Wir wären mit dieser Mannschaft auch in der ersten Liga konkurrenzfähig“, sagt Kittel, „wir würden natürlich nicht Erster werden, aber aus meiner Sicht auch nicht Letzter.“

Von der Stadt Ludwigsfelde gab es am Samstag einen Zuschuss von 4750 Euro. Finanziell hat der Verein den Start in der zweiten Liga durch einen Kraftakt erst vor wenigen Monaten endgültig gesichert – jetzt könnte bald der nächste logistische Großeinsatz folgen. Erst einmal aber müssen die letzten, entscheidenden vier Punkte beim Saisonfinale erkämpft werden. „Wir warten jetzt erstmal den letzten Kampf ab“, sagt Sebastian Kittel, „den wir unbedingt gewinnen wollen.“

Den Sieg zelebriert haben sie schon am Sonnabend ausgiebig. „Ich hatte am Samstag auch Geburtstag“, sagt Sebastian Kittel, „wir haben bei mir im Garten den Sieg gefeiert und gleich noch auf den Geburtstag mit angestoßen. Es ist spät geworden.“ Sollte der Club den Aufstieg schaffen, dürfte die Party noch viel größer ausfallen.

Von Lars Sittig

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