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Sportbuzzer Am Alex geht’s um Extrembelastung für Herz und Muskeln
Sportbuzzer Am Alex geht’s um Extrembelastung für Herz und Muskeln
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18:03 20.11.2018
Jürgen Steinacker, Professor for Sports and Rehabilitation Medicine | University Hospital Ulm; Dr. med., Ph.D., Dr. h.c., is Professor of Sports and Rehabilitation Medicine and division at the University of Ulm, Medical Center, Ulm, Germany. Born 1955, he studied medicine at the Universities of Tuebingen and Ulm and graduated 1983 and obtained 1985 a doctoral degree of the University of Ulm. He is appointed Specialist for Internal Medicine, Cardiology, Rehabilitation Medicine and Sports Medicine .
Jürgen Steinacker, Professor for Sports and Rehabilitation Medicine | University Hospital Ulm; Dr. med., Ph.D., Dr. h.c., is Professor of Sports and Rehabilitation Medicine and division at the University of Ulm, Medical Center, Ulm, Germany. Born 1955, he studied medicine at the Universities of Tuebingen and Ulm and graduated 1983 and obtained 1985 a doctoral degree of the University of Ulm. He is appointed Specialist for Internal Medicine, Cardiology, Rehabilitation Medicine and Sports Medicine . Quelle: privat
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Berlin

Eine international hochkarätig besetzte Konferenz zur Sportmedizin beginnt am Mittwoch in Berlin. Drei Tage lang referieren und diskutieren 350 Fachleute aus aller Welt im Hotel Park Inn über das Umsetzen wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis des Hochleistungssports und umgekehrt über Erkenntnisse aus dem Hochleistungssport in die medizinische Praxis.

Veranstalter sind die Universitätsklinik Ulm und der Deutsche Rudersportverband (DRV). Initiator dieser sportmedizinischen und sportwissenschaftlichen Konferenz ist Jürgen Steinacker, promovierter ärztliche Leiter der Klinik Ulm, seit 1989 DRV-Verbandsarzt, Mitglied im Gesundheits-, Medizin- und Forschungs-Komitee der World Anti-Doping-Agentur (WADA).

Leistung dopingfrei steigern und gesund bleiben

Ziel dieser Konferenz ist das Übertragen von Ergebnissen aus der Grundlagenforschung in die Fachgebiete Sportmedizin und Sportwissenschaften. Steinacker erklärt dazu: „Es geht uns vor allem um die Problembereiche Rücken und Herz. Wie kann man die Leistung von beiden dopingfrei steigern und dabei gesund bleiben.“

International müssten sich Mediziner und Sportfunktionäre aktiv darum kümmern, dass schwarze Schafe, also Doping-Sünder, die Schlagzeilen dominieren, so der prominente Sportmediziner. Im deutschen Rudersport sei das zwar kein Thema, aber weltweit würden jährlich fünf bis sechs Dopingfälle bekannt, „dabei ist jeder einer zu viel“, so Steinacker.

Experten aus 39 Nationen

Auch er ist beeindruckt vom Zuspruch zu dieser Konferenz: „Das ist gigantisch - wir haben 350 Fachleute aus 39 Nationen hier und sind auch für alle Vorträge, Runde Tische und Vorführungen restlos ausgebucht.“ So besteht für interessierte Laien vor Ort keinerlei Möglichkeit, an diesem Fachwissen teil zu haben. „Aber wir sind wegen dieses Rieseninteresses dabei, einen Livestream zu organisieren“, sagt Steinacker. Für den deutschen Rudersport erwartet er mit Blick auf Olympia 2020 in Tokio, dass deutsche Trainer von den Experten lernen können.

Konkret werden die drei Berliner Konferenztage von solchen Themen bestimmt: Energiestoffwechsel, Bedeutung von Maximalstress als Natur von Wettkampf, Molekulare Regulation des Trainings, Gesundheit und Training, Moderne Aspekte von intensivem Krafttraining, Anpassung des Herzens an die Hochvolumenbelastung, philosophisch‐ethische Aspekte von Gesundheit und Leistungsfähigkeit, Muskuloskeletale Schmerz-Syndrome oder Höhen‐ und Hitze-Physiologie.

Verantwortung für Gesundheit der Sportler

Es geht aber auch um Verantwortung von Sportverbänden für die Gesundheit ihrer Sportler. Eine erste derartige Sport- und Wissenschaftskonferenz hatte es 2015 in Großbritannien gegeben. Nach deren Erfolg bat der Weltruderverband FISA den DRV und das Uni-Klinikum Ulm um die Organisation einer zweiten derartigen Veranstaltung.

Die Verbreitung von Wissen wird in der hochtechnisierten und komplexen Sportart Rudern angesichts zunehmender Globalisierung immer wichtiger, deshalb gibt es seit rund fünf Jahrzehnten sogenannte Coaches Conferences, zu denen Wissenschaftler eingeladen werden, und die sportmedizinische Kommission der FISA bietet immer wieder themenbezogene Sitzungen an, um den wissenschaftlichen Fortschritt abzubilden.

Auch Bundestrainer Sven Ueck spricht

Bei der am Mittwoch beginnenden Mammut-Veranstaltung ist neben medizinischen Koryphäen aus aller Welt, die oft selbst aktive Ruderer waren oder noch sind, auch FISA-Präsident Dennis Oswald dabei; zu den Rednern gehört Sven Ueck, Bundestrainer Rudern für den Frauen-Riemenbereich am Bundesstützpunkt in Potsdam.

Von Jutta Abromeit