Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Sportbuzzer Manuel Machata darf wieder starten
Sportbuzzer Manuel Machata darf wieder starten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:15 07.04.2014
Manuel Machata. Quelle: dpa
Berchtesgaden

Jähe Wende in der Kufen-Affäre: Manuel Machata vom SC Potsdam kann seine Bob-Karriere fortsetzen. Die vor einem Monat vom Präsidium des Deutschen Bob-und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) verhängte einjährige Wettkampfsperre und Geldstrafe in Höhe von 5000 Euro wurde am Montag vom BSD-Rechtsausschuss zurückgenommen.

Kommentar

Zurück in der Spur
Peter Stein begrüßt die Zurücknahme der Sperre von Machata.

Da hat der Bob- und Schlittensportverband für Deutschland ja gerade noch die Kurve gekriegt. Mit der Zurücknahme der Sperre des Potsdamer Bob-Piloten Manuel Machata hat der Rechtsausschuss des Verbandes auch Recht gesprochen. Denn bisher gab es keine Regeln, die den seit Jahren in der Branche üblichen Kufenhandel verboten haben. Der Verband bewegte sich auf zu dünnem Eis und brach ein. Der Sieg am grünen Tisch ist ein Erfolg für die Brandenburger Sportfamilie, weil Verein, Verband, Landessportbund und Olympiastützpunkt an einem Strang gezogen haben. Der Pilot ist wieder in der Spur. Richtig schnell wird er aber nur mit einer guten Mannschaft. Deshalb kann die Konsequenz aus dem Olympia-Debakel in Sotschi nur lauten: Starke Anschieber wie Kevin Kuske und Christian Poser müssen in den Machata-Bob. Dann ist er wieder konkurrenzfähig und braucht die Kufen nicht an andere weiterzugeben.

„Ich bin happy, der Alptraum ist vorüber. Nun kann ich auch wieder für mein Team planen“, sagte ein erleichterter Machata. Der 29 Jahre alte Bayer aus Ramsau, der seit 2010 für den SC Potsdam an den Lenkseilen sitzt, kann sich nun nach dem erfolgreichen Rechtsstreit wieder voll und ganz auf den Sport konzentrieren. Sein Ziel in der kommenden Saison sind die Heim-Weltmeisterschaften im Februar 2015 in Winterberg. „Da will ich mit einem starken Team angreifen und WM-Gold für Deutschland holen“, erklärte der Vierer-Weltmeister und Zweier-Vizeweltmeister von 2011, der 2012 noch einmal WM-Dritter im Vierer geworden war.

In der vergangenen Saison hatte sich Machata nicht für die Olympischen Winterspiele in Sotschi qualifiziert. Daraufhin hatte er ein privates Kufenpaar eines Schweizer Herstellers an den späteren Viererbob-Olympiasieger Alexander Subkow (Russland) weitergegeben. Anschließend fiel er beim Verband in Ungnade und wurde gesperrt. Nun sei die Sache für beide Seiten erledigt, hieß es in einer BSD-Mitteilung. Auch BSD-Präsident Andreas Trautvetter, der Machata zuvor noch „treuwidriges Verhalten“ vorgeworfen hatte, gab sich gestern kleinlaut: „Ich werde die Entscheidung des Rechtsausschusses akzeptieren, aber nicht weiter kommentieren.“

Machatas Rechtsanwalt Thomas Fleischer hatte stets betont: „Ohne Rechtsgrundlage kann man auch nicht in die Grundrechte eines Sportlers eingreifen.“

Beim SC Potsdam und am Olympiastützpunkt Brandenburg reagierte man erleichtert auf das Ergebnis der gestrigen mündlichen Verhandlung. Andreas Klemund, Leiter in Potsdam am Olympiastützpunkt, sagte: „Das ist ein Freispruch in allen Punkten. Der Antrag des SC Potsdam wurde damit umgesetzt, wir haben nichts anderes erwartet. Im Rechtsstaat hat sich das Recht durchgesetzt. Auch der BSD ist offenbar zur Besinnung gekommen.“

Peter Rieger, Geschäftsführer des SC Potsdam und Präsident des Brandenburger Bob- und Schlittenverbandes, erklärte: „Manuel Machata ist voll rehabilitiert. So wie wir es gefordert haben. Wir werden ihm weiter alle Unterstützung geben, damit er ein starkes Team für die kommende Saison aufbauen kann.“ Ausdrücklich bedankte sich Rieger beim Landessportbund und bei Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) für die Unterstützung. Machata habe viele Fürsprecher gehabt, um sein Recht durchzusetzen. Rieger meinte weiter: „Als erfahrener Pilot wird er weiterhin die Nachwuchsarbeit unterstützen. Dafür war er sich nie zu schade.“

Von Peter Stein

Mehr zum Thema
Potsdam Laut SC Potsdam ist die Sperre zurückgenommen - Bewegung im „Fall Machata“

Offenbar ist dem Präsidium des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) das Eis nun doch zu dünn geworden. Laut Peter Rieger, Geschäftsführer des SC Potsdam und Präsident des Bob- und Schlittenverbandes Brandenburg (BSVB), ist die vor einem Monat ausgesprochene Sperre gegen den Bobpiloten Manuel Machata zurückgenommen worden.

01.04.2014

Die umstrittene Kufen-Weitergabe des früheren Bob-Weltmeisters Manuel Machata droht ein Fall für die Juristen zu werden. Der 29-Jährige will sich vor Gericht gegen eine einjährige Wettkampfsperre zur Wehr setzen.

05.03.2014
Sportbuzzer Bobverband legt Potsdamer wegen Kufen-Affäre auf Eis - Ein Jahr Sperre für Bobpilot Machata

Ex-Weltmeister Manuel Machata ist vom Bobverband wegen der "Kufen-Affäre" mit einer einjährigen Wettkampfsperre und einer Geldstrafe in Höhe von 5000 Euro belegt worden. Der Potsdamer hatte dem russischen Olympiasieger Alexander Subkow vor den Spielen seine Kufen geliehen. Machatas Verein kündigte Widerspruch an.

03.03.2014

Gut zehn Monate nach seinem freiwilligen Rückzug hat Interimscoach Sascha Lewandowski wieder das Training bei Bundesligist Bayer Leverkusen übernommen. Zwei Tage nach der Trennung von Sami Hyypiä begann der bisherige Nachwuchs-Chefcoach die Übungseinheit am Montagnachmittag mit einer kurzen Ansprache an die Profis.

07.04.2014

Ein Erfolgstrainer kommt zurück, ein anderer wird in die zweite Reihe versetzt: Der Deutsche Skiverband (DSV) hat mit zwei bemerkenswerten Personalien auf die enttäuschenden Ergebnisse des Olympia-Winters reagiert.

07.04.2014

Herthas Topstürmer Adrian Ramos kann auf einen Einsatz im nächsten Bundesligaspiel der Berliner am Sonntag bei Bayer Leverkusen hoffen. Die Oberschenkelblessur, die sich der Kolumbianer beim folgenschweren Zusammenstoß mit Hoffenheim-Torhüter Koen Casteels im Spiel zugezogen hatte, erwies sich als nicht so schwerwiegend wie befürchtet.

07.04.2014