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Sportbuzzer Der SV Merkur Kablow-Ziegelei legt großen Wert auf die Nachwuchsförderung
Sportbuzzer Der SV Merkur Kablow-Ziegelei legt großen Wert auf die Nachwuchsförderung
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17:39 15.03.2017
Die Nachwuchskicker des SV Merkur Kablow-Ziegelei testeten im Sommer gegen den 1. FC Union Berlin und unterlagen mit 0:3.
Die Nachwuchskicker des SV Merkur Kablow-Ziegelei testeten im Sommer gegen den 1. FC Union Berlin und unterlagen mit 0:3. Quelle: Oliver Schwandt
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Kablow-Ziegelei

Beim SV Merkur Kablow-Ziegelei sind die Vereinsverantwortlichen mit viel Herzblut bei der Sache. Das wird einem nach Gesprächen mit Markus Wenzel und Carmen Panzner klar. Wenzel ist seit vier Jahren 1. Vorsitzender des kleinen Vereins am Rande Berlins und hatte schon viele Posten inne. „Spieler, Jugendtrainer, Männercoach, Schiedsrichter – ich habe hier schon einiges gemacht“, berichtet der 36-Jährige.

Schon seit 1916 besteht der Verein in Kablow-Ziegelei, einem kleinen Ortsteil von Zernsdorf mit lediglich rund 150 Einwohnern. „Der Großteil unserer Mitglieder kommt aber aus Zernsdorf“, sagt Wenzel. In diesem Ortsteil der Stadt Königs Wusterhausen (Landkreis Dahme-Spreewald) leben rund 4000 Menschen. Am vergangenen Wochenende stand das Derby zwischen den ersten Männermannschaften des SV Merkur und des SV Zernsdorf auf dem Programm. Vor rund 200 Zuschauern behielt das als Aufsteiger auf einem starken fünften Platz stehende Team aus Kablow-Ziegelei mit 4:2 die Oberhand. „Das war für uns ein prestigeträchtiger Sieg“, gibt Markus Wenzel, der als Bauleiter arbeitet und in Zernsdorf wohnt, zu.

Neben der ersten Männermannschaft legt man im Verein, der im Vorjahr sein 100-jähriges Bestehen feierte, sehr viel Wert auf die Jugendarbeit. „Es ist sensationell, was hier im Nachwuchsbereich in den letzten zehn Jahren auf die Beine gestellt wurde“, findet Wenzel. Inzwischen ist der Verein im Nachwuchsbereich von der G- bis zur -D-Jugend im Spielbetrieb vertreten. Das Ziel nach über zehn Jahren wieder eine Großfeldmannschaft der Junioren ins Rennen schicken zu können, ist in Sichtweite. Im Zuge von selbst organisierten Turnieren empfängt der Verein regelmäßig große Namen. Bei den Otto-Kerstan-Gedenkturnieren für E- und F- Jugendmannschaften in der Paul-Dinter-Halle kommen viele Berliner Vereine wie der 1. FC Union Berlin, der BFC Dynamo, die Reinickendorfer Füchse und Hertha BSC.

Carmen Panzner: Seit 1980 im Verein

Zu den absoluten Urgesteinen im Club gehört Carmen Panzner. Sie ist bereits seit 1980 Mitglied beim SV Merkur Kablow-Ziegelei. Vom Fußballkreis Dahme/Fläming wurde ihr für ihr Engagement eine Ehrennadel verliehen. Neben ihrer Tätigkeit als Kassenwartin kümmert sie sich auch um die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins – pflegt die Homepage und den Facebookauftritt. „Uns zeichnet die familiäre Atmosphäre aus. Die Arbeit mit den Kindern und den Eltern, ohne die das alles gar nicht funktionieren würde, macht einfach Spaß. Wir leisten hier viel in Eigenarbeit. Beim Bau und der Sanierung des Vereinsgebäudes haben die Leute tausende Stunden Freizeit investiert“, erzählt Panzner, die als Lehrerin in der Oberschule in Königs Wusterhausen arbeitet. Obwohl die 59-Jährige, die der Liebe wegen nach Kablow-Ziegelei kam, schon fast vier Jahrzehnte dabei ist, ist sie nicht das dienstälteste Vereinsmitglied. „Das ist Heinz-Dieter Mating. Er ist im September seit 65 Jahren Vereinsmitglied“, weiß Panzner.

Woher der außergewöhnliche Vereinsname kommt, wissen aber weder sie, noch Markus Wenzel. „Es geht wahrscheinlich auf den Gott oder Planeten zurück. So richtig sind wir da bei unserer Recherche aber auch nicht weitergekommen“, sagt Wenzel. Während der DDR-Zeit war der Name „Merkur“ verboten worden. Erst nach der Wende wurde aus der Übergangslösung SG Kablow-Ziegelei wieder der Merkur Kablow-Ziegelei.

Von Mirko Jablonowski