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Sportbuzzer Der erste Schritt Richtung Halbfinale
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14:52 31.03.2019
Marta Drpa (r.) steuerte wieder einmal überragende 28 Punkte zum Sieg des SC Potsdam gegen Vilsbiburg bei. Quelle: Foto: Gerhard Pohl
Potsdam

Drei Matchbälle konnten die Gäste abwehren. Aber Marta Drpa ließ sich nicht aufhalten. Die herausragende Diagonalangreiferin des SC Potsdam machte am Samstagabend vor 848 Zuschauern in der MBS-Arena mit ihrem 28. Punkt alles klar zum lautstark umjubelten Auftakterfolg im Playoff-Viertelfinale der Volleyball-Bundesliga. Mit 3:1 (25:17, 25:22, 20:25, 26:24) setzten sich die Gastgeberinnen gegen die Roten Raben Vilsbiburg durch und wurden anschließend ausgiebig gefeiert. Das Drama mit Happy End im vierten Satz setzte viele Emotionen frei und glich einer Erlösung.

Heimvorteil hilft im vierten Satz besonders

„Puh, das ist ja gerade noch mal gut gegangen“, meinte Kapitän Anne Hölzig, nachdem sie sich der Jubeltraube auf dem Feld entzogen hatte. „Wir haben wirklich super gekämpft. Ich hatte immer das Gefühl für ein gutes Ende und so kam es ja auch.“ Eine wichtige Stütze bei der Nervenschlacht im vierten Satz seien die Fans gewesen. „Da hat man gesehen, wie wichtig der Heimvorteil in den Playoffs ist, den wir uns in der Hauptrunde mit dem vierten Platz erarbeitet haben. Die Zuschauer haben uns schon ein wenig geholfen, nicht nachzulassen und alles zu geben, um diesen wichtigen ersten Sieg zu Hause zu schaffen.“

Starker erster Satz

Die Potsdamerinnen starteten wie erwartet mit Marta Drpa, Natalie Wilczek, Nia Grant, Lexi Dannemiller, Eva Hodanova, Silvana Chausheva sowie Libera Aleksandra Jegdic – und legten los wie die Feuerwehr. Die Roten Raben, die in der Hauptrunde noch beide Partien gegen den SC gewonnen hatten, schienen überrascht von der Power und Angriffsvariabilität. „Wir waren sehr gut vorbereitet“, bestätigte Mittelblockerin Natalie Wilczek. „Das, was wir im Training geübt hatten, wurde sehr gut umgesetzt.“ Vor allem schafften es die Potsdamerinnen, Vilsbiburgs Top-Angreiferin Channon Thompson ein ums andere mal zu blocken. Der SC führte schnell 5:1, beim 7:6 waren die Gäste aber wieder dran. Wichtig war in dieser Phase, dass das Heimteam die Führung behielt und kontinuierlich über 16:12 bis auf 22:12 ausbauen konnte.

Mit Biss in die Crunch-Time

„Der erste Satz war wirklich gut". lobte Sportdirektor Toni Rieger. „Im zweiten waren wir nicht mehr ganz so souverän.“ Auch hier blieben die Rothemden aber meist im Vorteil, ließen maximal einen Punktausgleich zu – bis zum 21:21, dann zeigten die Potsdamerinnen den nötigen Biss, um die entscheidende Endphase, die sogenannte Crunch-Time, für sich zu gestalten. Dieses Durchsetzungsvermögen hatte im Saisonverlauf viel zu oft gefehlt. Aber spätestens seit dem Erfolg in Stuttgart ist da endlich das nötige Selbstvertrauen vorhanden.

Allerdings gaben die Damen aus Bayern nicht klein bei, stemmten sich mit Macht und einigen Auswechslungen gegen die drohende Niederlage. Im dritten Satz liefen die Potsdamerinnen ständig einem Rückstand hinterher. Trainer Guillermo Naranjo Hernandez musste schon beim 1:4 eine Auszeit nehmen – es war überhaupt die erste in diesem Spiel. Aber der Hauptrunden-Fünfte hielt den -vierten auf Abstand.

Die Marta-Drpa-Show

Im vierten Satz ging es hin und her. Der wichtige Break gelang vom 15:17 zum 18:17. Beim 21:18 hielt es längst keinen Zuschauer mehr auf den Sitzen, die Halle tobte, geriet beim 24:21 in Ekstase. Aber der entscheidende Punkt wollte einfach nicht gelingen – bis Marta Drpa kam und im vierten Anlauf den Sieg perfekt machte. „Das ist eben ihre Qualität. Sie ist die Frau für die entscheidenden Situationen. Sie weiß, dass sie das Zuspiel bekommt und beweist Nervenstärke“, sagte Rieger, der bereits vorab prognostiziert hatte: „Die Playoffs sind Marta-Drpa-Time.“ Die Serbin wurde vom Gäste-Trainer Timo Lippuner erneut zur wertvollsten Spielerin gekürt.

Die Außenangreiferinnen punkten

Jeder in der Halle konnte sehen, wie sich die Mannschaft an ihr aufrichtete. Trotzdem war es ebenso wichtig, dass sowohl Eva Hodanova als auch Silvana Chausheva als Außenangreiferinnen zweistellig punkteten. Für Letztere sprang im vierten Satz Anne Hölzig in die Bresche und für Trainer Hernandez war es ein Faustpfand, eine gute Bank zu haben. Der Spanier lobte die gesamte Mannschaft: „Ich habe schon in der Woche beim Training gespürt, wie alle mitziehen. Am Ende war dieser Wille der Schlüssel zum Sieg. Wir haben im Block und in der Abwehr gut gearbeitet.“

Selbstbewusst nach Vilsbiburg

Sein Vilsbiburger Kollege Lippuner bemängelte die fehlende Leidenschaft seiner Mannschaft zu Beginn der Partie und stellte fest: „Potsdam hat der Heimvorteil sehr geholfen.“ Er schlussfolgerte daraus: „Das müssen wir am Donnerstag zu Hause auch nutzen.“

In der Serie „Best of three“ sind zwei Siege zum Weiterkommen notwendig. Den ersten Schritt hat der SC getan. Anne Hölzig meinte: „Wir wissen, dass Vilsbiburg sehr heimstark ist, dort herrscht immer eine besondere Atmosphäre in der Halle. Aber wir werden alles für den zweiten Sieg geben. Selbstbewusstsein haben wir jetzt auf jeden Fall.“ Und für alle Fälle hat der SC ja noch seine Nummer 1, Marta Drpa.

Von Peter Stein

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