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Sportbuzzer Die Vielfahrerinnen bleiben ganz cool
Sportbuzzer Die Vielfahrerinnen bleiben ganz cool
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20:03 30.08.2013
Im Endlauf: Franziska Weber und Tina Dietze. Quelle: dpa
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Duisburg

„Willst du das wirklich so haben“, hatte Franziska Weber mehrfach gefragt. Weiselowski, der zum Organisatoren-Kreis des Regattateams gehört, wollte. Und ob!

Manche tragen Prada, der 52-Jährige halt Unterschriften aus Nagellack. Für ihre WM-Rennen machen sich die Kajak-Damen Weber und Dietze schick. „Es gibt ja immer die A-Wertung fürs Sportliche und dann die B-Note für Stil“, flachst Franziska Weber. Die 24 Jahre alte Paddlerin vom Kanu-Club Potsdam hat allen Grund zur guten Laune. Zuerst machte das Duo ungefährdet den Finaleinzug auf seiner Paradestrecke, den 500 Metern, klar. „Auch wenn es etwas gezwickt hat, wir wollten ein volles Rennen fahren und schon mal zeigen, wie die Post abgeht“, lautet Webers Kampfansage in Richtung ihrer Erzrivalinnen aus Ungarn. Das heutige Duell können die Anhänger beider Kontrahenten kaum erwarten.

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„Girls just wanna have fun“, dröhnt es von der Tribüne. Die Kanu-Mädchen wollen Spaß. Den haben sie. Immer noch. „Nach der Goldfuhre haben wir eine ganz andere Einstellung zum Paddeln“, beschreibt Weber. „Vorher standen wir spürbar unter Druck. Der ist vollkommen von uns abgefallen“, ergänzt Tina Dietze. „Wir fahren aus vollstem Herzen.“

Genießen und ranklotzen. Mukeln zeigen im weltmeisterlichen Wettkampf. Wie Freitagvormittag als der deutsche Vierer mit Schlagfrau Weber, Dietze, Katrin Wagner-Augustin (Potsdam) und Verena Hantl (Karlsruhe) problemlos den Endlauf über 500 Meter erreichte. „Es läuft alles auf den Dreikampf mit Ungarn und Weißrussland hinaus“, sagt Chefbundestrainer Reiner Kießler nach der ordentlichen Generalprobe. „Im Finale muss es noch mehr passen, muss ich die Arme lang machen“, verspricht Verena Hantl. „Es läuft besser, seit wir die Sitzreihenfolge geändert haben“, versichert Weber.

Das Vielfahrer-Duo Weber/Dietze zog am späten Nachmittag im 200-Meter-Sprint direkt ins Finale ein. Dass beide am Sonntag außer im Prestige-Duell gegen Ungarn in der Staffel gefordert sind, „ist zu verkraften“, sagt die Potsdamerin Weber. „Das haben wir geübt, das kriegen wir hin“, so Dietze. Und sie werden bei allen Rennen Sonnenbrillen tragen. „Die vom Olympia-Sieg“, so Weber. Stil und Show gehören dazu.

Von Ralf Thürsam