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Sportbuzzer „Finale als Spiegelbild der Saison“
Sportbuzzer „Finale als Spiegelbild der Saison“
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01:16 16.05.2019
Manager Kaweh Niroomand (l.) feiert mit den Berlin Volleys die zehnte Deutsche Meisterschaft. Quelle: Foto: Felix Kästle/dpa
Berlin

Die Berlin Volleys wurden durch ein dramatisches 3.2 gegen den VfB Friedrichshafen zum zehnten Mal deutscher Meister im Männer-Volleyball. Manager Kaweh Niroomand (66) spricht über sein Vertrauen in den Trainer, sein Team und seine Visionen.

Wie lange ging die erste Partynacht?

Kaweh Niroomand: Da es früh losging, haben wir nicht die ganze Nacht durchgemacht. Es ging so bis zwei, drei Uhr.

Sie haben angekündigt, es wird bis Mittwoch durchgefeiert und Sie übernehmen die Rechnung? Wie teuer war die erste Sause?

Das ist nichts für die Öffentlichkeit. Aber ich freue mich ganz besonders auf unsere Saisonabschlussfeier am Dienstagabend.

Wie haben Sie das letzte Spiel erlebt?

Das war ein Wechselbad der Gefühle, ein Spiegelbild der Saison. Wir hatten in den ersten beiden Sätzen das Spiel komplett unter Kontrolle. Dann im dritten Satz haben wir uns ein paar Unaufmerksamkeiten geleistet, was aber im Volleyball unter dieser nervlichen Belastung ganz normal ist und auch ein bisschen die Faszination dieses Sports ausmacht. Zwei Spieler von uns waren total überpaced, die konnten einfach nicht mehr. So kam Friedrichshafen zurück. Im fünften Satz waren wir wieder schon vier Punkte voraus, dann stand es 14:14. Dann brauchst du auch ein stückweit das Glück. Und ich bin Moritz Reichert unendlich dankbar, dass er mit einem Ass zum 16:14 das Spiel beendet hatte, einen langen Ballwechsel konnte ich da nicht mehr gebrauchen.

Die Saison mit der neuformierten Mannschaft und dem neuen Trainer Cedric Enard ging sehr holprig los. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Ich hatte immer das Vertrauen in den Trainer, deshalb haben wir das Thema überhaupt nicht angepackt. Vor acht, neun Wochen habe ich wirklich nicht mehr damit gerechnet, dass wir wieder Meister werden. Wir lagen zwischenzeitlich nur auf Platz sechs. Aber im Verlaufe der Playoffs sind wir von Spiel zu Spiel stärker geworden. Die Mannschaft ist an den Anforderungen gewachsen. Auch in der Finalserie sind wir im ersten Spiel in Friedrichshafen schlecht gestartet, aber dann sind wir zu Hause wieder gut dabei gewesen. Die ersten beiden Sätze im fünften Spiel waren sicher die besten der Saison.

Die Volleys hatten 8500 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle, sind Europas Zuschauer-Krösus im Volleyball. Wie wichtig ist Ihnen diese Resonanz?

Wir haben immer darauf geachtet, nicht nur sportlich, sondern auch in der Eventisierung voranzukommen. Wir nehmen dafür viel Geld in die Hand, haben viel in die Hauptamtlichkeit und in die Geschäftsstelle investiert. Das ist wie beim Menschen, der auch nicht nur auf einem Bein steht. Wir hatten in den letzten beiden Heimspielen insgesamt 16 000 Zuschauer in der Halle, das ist fantastisch, da brauchen wir uns auch vor anderen Sportarten nicht zu verstecken.

Vor der Saison gab es einen größeren Umbruch, bleibt diesmal die Mannschaft zusammen?

Das gibt es nicht mehr. In der heutigen Welt des Sports, wo viele Spielerberater mitreden und Geld verdienen wollen, sind Wechsel an der Tagesordnung. So etwas wie die vorherige Generation, die wir zwei, drei Jahre zusammenhalten konnten, ist nicht mehr möglich. Wir werden wieder ein neues Team formieren müssen. Der Trainer bleibt.

Am Wochenende findet das Finale der Champions League, das Sie maßgeblich nach Berlin geholt haben, ohne die Berlin Volleys statt. Ist da ein bisschen Wehmut dabei?

Überhaupt nicht. Wir wussten vorher, dass das außer Reichweite liegt. Da fehlen zu den Topclubs in Europa 14, 15 Millionen Euro. Aber wir haben Visionen, die Sportart voranzubringen. Dazu gehört solche Großereignisse auszurichten. Die Halle war ja im Nu ausverkauft, wir haben 9000 Zuschauer da. Unser Ziel ist es, das Champions League-Finale dauerhaft nach Berlin zu holen, zumindest für die nächsten drei Jahre.

Sie sind seit 40 Jahren dabei, woher nehmen Sie immer wieder die Motivation?

(lacht). Das weiß ich auch nicht. Das ist wie mit einem Kind, das man großgezogen hat. Es gibt Tage, da will man von ihm nichts hören und dann hat man wieder große Lust darauf. Dann stehe ich da unten in der Schmeling-Halle und sehe die 8000 begeisterten Zuschauer, die ganze Halle in Orange, das entschädigt. Aber ich mache das ja nicht allein, habe mit Matthias Klee einen weiteren Geschäftsführer an meiner Seite, alle Mitarbeiter leisten hervorragende Arbeit. Die Volleys sind nicht von Kaweh Niroomand abhängig. Dass ich in die zweite Reihe rücke, ist kein Thema.

Von Peter Stein

Kaweh Niroomand prägt seit Langem die Geschicke des Volleyball-Bundesligisten Berlin Volleys, der sich nach einer hochspannenden Endspielserie gegen den VfB Friedsrichshafen erneut die Deutsche Meisterschaft sichern konnte. Im Interview spricht der Manager über Erfolge mit den Berlin Volleys, die Zuschauerresonanz und Visionen.

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